Mit dem internen Kürzel F30 bezeichnet BMW die sechste Generation der 3er-Reihe. Die viertürige Limousine wird der Mittelklasse zugeordnet. Das Fahrzeug wurde 2011 als Nachfolger der Baureihe E90 eingeführt und bis 2019 gebaut. Auf der Basis des 3er wurde der Gran Turismo als Schräghecklimousine zum Kauf angeboten. Die anderen Bauformen der 3er-Reihe haben eigene Kürzel, z. B. F31 für den Kombi („Touring“).
Modellgeschichte Allgemeines Die offizielle Vorstellung des F30 fand am im BMW-Werk München statt. Die ersten Modelle wurden am ausgeliefert. Als erstes Modell der Baureihe kam im die viertürige Limousine (F30) auf den Markt. Der Touring (F31) wurde seit verkauft, wobei er online am vorgestellt wurde. Live konnte man ihn erstmals auf der AMI Leipzig sehen. Auf den Kombi entfallen in Deutschland gut 50 % der Verkäufe (Stand Ende 2018).
Das Coupé und Cabriolet wurden und werden als eigene Baureihe (4er) konzipiert und entwickelt, um eine höhere Positionierung im Vergleich zu Limousine und Touring abzubilden. Verkaufsstart war am . Dementsprechend werden in der M-Variante Coupé und Cabrio als M4, die Limousine als M3 angeboten.
Die Fahrzeuge werden in den BMW-Werken München, Regensburg, Tiexi (Shenyang) und Rosslyn (Südafrika) gefertigt. Die Plattform verwendet BMW auch im seit Spätsommer 2011 verkauften BMW 1er (F20).
Wesentliche Unterschiede zum Vorgänger Für den F30 stehen nur Turbomotoren zur Wahl. Statt den vorher angebotenen Reihensechszylinder-Otto-Saugmotoren gibt es Vierzylinder-Turbomotoren. Bereits bei der Markteinführung sind ähnlich wie beim 1er 3 Ausstattungslinien (Sport Line, Modern Line und Luxury Line) verfügbar. Das 6-Gang-Automatikgetriebe wird durch das 8-Gang-Automatikgetriebe 8HPxx von ZF Friedrichshafen ersetzt. Das iDrive-System ist nun auch ohne Navigationssystem Bestandteil der Serienausstattung. Die Seitenblinker sind in die Gehäuse der Außenspiegel eingebaut. Über einen Schalter können die Charakteristika von Fahrwerk und Antriebsstrang beeinflusst werden. Es sind nun mehrere Assistenzsysteme wie Parkassistent, Spurverlassenswarnung, Auffahrwarner, Rückfahrkamera, Speed Limit Info und Head-up-Display als Sonderausstattung verfügbar. Das Gewicht wurde um bis zu 40 kg reduziert. Wahlweise sind Xenon-Scheinwerfer erhältlich
Produktionszeiträume Am begann die Serienproduktion der Limousine im BMW-Werk München. Innerhalb von drei Monaten nach Produktionsstart sollte die maximal geplante Ausbringung von 680 Einheiten pro Tag erreicht werden. Limousine (F30): seit Touring (F31): seit Gran Turismo (F34): seit Langversion (F35): seit (dem Automarkt in China vorbehalten)
Modellpflege
Im wurde dem 3er ein Facelift zuteil. Der Verkauf startete am .
Äußerliche Neuerungen betreffen die Leuchten (wahlweise sind Scheinwerfer mit Leuchtdioden erhältlich) und die Stoßfänger vorne wie hinten. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind die abgeänderten Leuchtstäbe in den Heckleuchten. Es gibt nicht nur Retuschen an der Karosserie, sondern auch ein mit neuen Materialien und zusätzlichen Zierelementen verändertes Cockpit und effizientere Motoren. Weiterhin erhältlich bleibt das M-Sportpaket.
Größte technische Neuerung ist der Einsatz eines Dreizylindermotors. Der 1,5-Liter-Ottomotor leistet maximal 100 kW (136 PS) und hat 220 Nm maximales Drehmoment. BMW gibt für den kleinsten Ottomotor, der den des 316i ersetzt, einen Normverbrauch von minimal 5,1 l/100 km an. Sowohl der neue Dreizylinderottomotor – der unter der Modellbezeichnung 318i angeboten wird – als auch die Vier- und Sechszylinderottomotor sowie die Zweiliter-Dieselmotoren im 316d, 318d und 320d teilen sich eine Basis, die BMW als „EfficientDynamics“-Motorenfamilie bezeichnet. Neu sind die Motoren im 330i und 340i. Letzterer leistet mit maximal 240 kW (326 PS) zwar genauso viel wie der ebenfalls drei Liter große Sechszylindermotor im M235i, jedoch ist der 340i neu konstruiert und langhubig ausgelegt (Hub: 94,6 mm; Bohrung: 82 mm).
Voll-LED-Scheinwerfer wurden 2016 Serienausstattung.3er Limousine/Touring Katalog 411003163101 2018
Design Das Design des F30 ist eine Weiterentwicklung des Vorgängers, lehnt sich aber auch stark an die Designlinie des 5ers an. So wurde die Seitenansicht fast komplett vom F10 übernommen. Auch die Heckansicht unterscheidet sich kaum von der des 5ers. An der Front fallen besonders die Scheinwerfer auf, die bis zum Nierenrahmen reichen.
Der Innenraum ist im Gegensatz zum E90 wieder stärker fahrerorientiert. So ist das Cockpit um sieben Grad zum Fahrer geneigt.
Bis zur B-Säule gleichen sich Touring und Limousine.
Abmessungen Die Limousine ist um fast zehn Zentimeter länger als der Vorgänger E90. Der Radstand wuchs um 50 mm. Im Hinblick auf den Fußgängerschutz wurde außerdem die Motorhaube höher gesetzt. Die Spur wurde sowohl vorne als auch hinten vergrößert. Insgesamt haben dadurch die Passagiere im Fond 15 mm mehr Beinfreiheit und 8 mm mehr Kopffreiheit. Der F30 ist der erste 3er-BMW mit mehr als 2000 mm Breite über die Außenspiegel und darf die teilweise auf 2 m Breite begrenzte linke Spur in Baustellen nicht mehr befahren.
Die Maße des Tourings gleichen bis auf die Fahrzeughöhe denen der Limousine.
Kofferraum Limousine Das Kofferraumvolumen ist von 420 auf 480 Liter angestiegen. Es ist somit Platz für beispielsweise sieben handelsübliche Getränkekisten oder drei Golftaschen. Die Ladekante ist 66 cm hoch. Auf Wunsch gibt es ein Durchladesystem mit einer im Verhältnis 40 : 20: 40 teilbaren Rücklehne. Wählt man die klappbaren Rücksitzlehnen, lässt sich der Stauraum auf 655 Liter erweitern. In Verbindung mit dem Komfortzugang kann man durch eine rechts von der Mitte unter den Stoßfänger gezielte Fußbewegung den Öffnungsmechanismus der Kofferraumklappe aktivieren.
Touring Seit August 2012 ist der 3er Touring auf dem Markt. Es stehen mindestens 495 Liter (+35 Liter) Stauraum zur Verfügung, während als maximales Volumen 1500 Liter nutzbar sind. Die Rückbank lässt sich wie bei der Limousine im Verhältnis 40 : 20: 40 umklappen. Vom Vorgänger wurde die separat zu öffnende Heckscheibe übernommen. Serienmäßig ist auch die sich automatisch öffnende Heckklappe. Die D-Säule zeigt den Hofmeister-Knick.
Die Ladekante ist mit 620 mm etwas niedriger als bei der Limousine.
Ausstattung Im Vergleich zum Vorgänger ist der Umfang der Serienausstattung leicht angewachsen. So ist er nun serienmäßig mit einer Klimaautomatik ausgestattet und ab mit einer Freisprecheinrichtung und USB-Schnittstelle. Außerdem sind einige Assistenzsystemen wie Spurverlassenswarnung und weitere Sonderausstattungen wie ein Head-up-Display nun auch im 3er erhältlich, auch zum Beispiel die Sitzheizung für die hinteren Sitzplätze. Einige Sonderausstattungen sind nur noch in Paketkombinationen verfügbar. Beispielsweise ist die Geschwindigkeitsregelung nur noch in Verbindung mit einer Freisprecheinrichtung und der Servotroniclenkung lieferbar.
Seit der Überarbeitung im sind auch LED-Scheinwerfer (VL28/30) als neue Sonderausstattung im 3er verfügbar. Vorher blieb diese Option nur der 4er-Reihe vorbehalten.
Außenlackierungen Verfügbar waren (bei F30):Uni-Lacktöne: Alpinweiß Schwarz(ab 03/2012)
Metallic-Lacktöne: Mineralweiß(ab 03/2012) Glaciersilber Saphirschwarz Havanna Mineralgrau Mediterranblau Platinsilber Melbourne Rot Imperialblau Brillanteffekt Sunset Orange(ab 07/2017) Sparkling Bronze(ab 03/2012) Liquid Blue(ab 03/2012; nicht mehr ab 07/2015) Estorilblau II(M Sportpaket)(ab 07/2012)
Individual-Lackierungen: Citrinschwarz metallic(ab 07/2012) Mondstein metallic(ab 07/2012) Tansanitblau metallic(ab 07/2012) Rauchtopas metallic(ab 07/2012) Brilliantweiß metallic(ab 07/2012)
Ausstattungslinien Es stehen drei verschiedene Ausstattungslinien zur Wahl: Sport Line, Luxury Line und Modern Line. Diese unterscheiden sich hauptsächlich in einigen farblichen Akzenten und abweichender Innenausstattung. Daneben ist der Umfang der Serienausstattung etwas größer.
Seit gibt es zusätzlich das M-Sportpaket.
Seit ist die Modern Line (intern Bez. DNZCN) nicht mehr verfügbar, da zu wenig Bestellungen für diese Linie eingingen. Erhältlich sind weiterhin die drei anderen Linien.
Sport Line Bei dieser Ausstattungslinie soll im Innenraum der sportliche Charakter des Autos mit roten Akzenten unterstützt werden. So ist an Lenkrad und an den Polsterungen eine rote Kontrastnaht angebracht. Unterhalb der Interieurleisten befindet sich ebenfalls eine rote oder schwarz hochglänzende Akzentleiste. Im Exterieur sind viele Teile, wie die Außenspiegel oder die Lufteinlässe an der Front, in schwarz hochglänzend. Des Weiteren gehören bei der Sport Line Sportsitze zum Paket. Luxury Line Bei der Luxury Line soll der F30 eher klassisch wirken und hat Interieurleisten aus Holz und Zierleisten aus Chrom. Modern Line Mit dieser soll, wie der Name schon andeutet, das Auto moderner wirken. Dafür befinden sich im Innenraum ebenfalls einige Chromleisten. Außen werden viele Teile in mattchrom ausgeführt. Serienmäßig sind die Sitze mit einer Stoff-Leder-Kombination bezogen. Die Modern Line wird mit dem Facelift Mitte 2015 nicht mehr angeboten, die Komponenten bleiben aber einzeln bestellbar. M-Sportpaket Das M-Paket ist seit dem bestellbar. Exklusiv für das M-Paket kann das Fahrzeug in der Farbe Estorilblau ausgeliefert werden. Die Front- und Heckschürze unterscheidet sich deutlich von den anderen Modellen. Zu den technischen Ausstattungsmerkmalen zählen ein Sportfahrwerk mit 10 mm Tieferlegung (auch separat erhältlich) und die optionale „M Sport-Bremse“ mit blauen Bremssätteln.
Multimedia Serienmäßig hat der 3er ein CD-Radio (inkl. MP3-Dekoder) mit sechs Lautsprechern und Aux-In-Anschluss in Verbindung mit einem hochauflösenden Bildschirm mit 6,5 beziehungsweise 8,8 Zoll Diagonal. Es wird über das iDrive bedient. Serienmäßig gibt es unter dem Fahrer/Beifahrersitz je einen Subwoofer. Ein DVD-Wechsler, ein DAB+-Empfänger, sowie das HiFi-Professional System (205 Watt) oder das Harman-Kardon-Lautsprechersystem mit 16 Lautsprechern (14 beim Touring) und 600 Watt Verstärkerleistung waren gegen Aufpreis erhältlich.
Mit der Sonderausstattung BMW Apps können Besitzer eines iPhone unter anderem Webradio-Stationen empfangen sowie Facebook- und Twitter-Beiträge auf dem Bordmonitor anzeigen. Zudem ist ein vollwertiger Internetzugang vorhanden.
In Verbindung mit dem Navigationssystem Professional wird eine TV-Funktion zum Empfang von analogen und digitalen Programmen angeboten.
Fahrassistenzsysteme Die aktive Geschwindigkeitsregelung hält mithilfe eines Radarsensors die vorab eingestellte Geschwindigkeit. Bei Unterschreitung eines eingestellten Abstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug bremst das Auto automatisch auf die Geschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeugs. Die maximale Verzögerung beträgt hierbei 4 m/s². Reicht diese Verzögerung nicht aus, wird der Fahrer durch akustische und optische Signale aufgefordert einzugreifen.
Ein Head-up-Display (HUD) projiziert Informationen an die Windschutzscheibe, so dass der Fahrer zum Ablesen der Geschwindigkeit oder der Route nicht mehr den Blick von der Straße abwenden muss.
Mit dem Surround View werden durch Kameras die Fahrbahnbereiche seitlich und hinter dem Fahrzeug (Top View und Rückfahrkamera) sowie Bereich rechts und links von der Fahrzeugfront (Side View) erfasst und auf dem Bildschirm im Innenraum angezeigt. Die Kameras dazu sind in den Außenspiegeln, der Kofferraumklappe und im Stoßfänger seitlich vorn.
Außerdem ist ein Parkassistent verfügbar. Mithilfe von Ultraschall-Sensoren vermisst das System bei einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 36 km/h permanent Länge und Breite von Parklücken am Straßenrand. Die Stellplätze müssen die Fahrzeuglänge um mindestens 1,20 Meter überschreiten, damit das System die Lenkbewegungen beim Einparken übernehmen kann. Der Fahrer muss hierbei noch das Gas- und Bremspedal bedienen.