mini|hochkant=0.6|Landeswappen von Oberösterreich Die Liste der Statthalter, Präsidenten und Landeshauptleute gibt einen Überblick über die obersten Politiker und Beamten des Landes Oberösterreich (anfangs Österreich ob der Enns).
Landesherren waren in dieser Zeit die amtierenden Erzherzöge von Österreich (einzige Frau in dieser Position war 1740–1780 Maria Theresia), 1804–1918 in Personalunion Kaiser von Österreich. Oberster Lehnsherr des Erzherzogtums Österreich ob der Enns war bis 1806 der Deutsche König, seit spätestens dem 16. Jahrhundert aber immer ein Habsburger in Personalunion.
Seit 1920 ist das formale Staatsoberhaupt der amtierende österreichische Bundespräsident, das Landesoberhaupt der amtierende Landeshauptmann.
Landeshauptmänner im Land Österreich ob der Enns (1204 bis 1783) Verwalter des Gebiets ob der Enns (ab 1204) In der genealogischen Beschreibung der Herrenstände ist vermerkt, dass sowohl Markgraf Leopold und Herzog Heinrich als auch Herzog Leopold VI. und Herzog Friedrich VI. nicht aufzeichnen ließen, wen sie vor 1204 das Land verwalten ließen. Zu jener Zeit gehörte ein großer Teil Oberösterreichs lange Zeit zum Herzogtum Steiermark, sodass die Landeshauptmänner im Herzogtum Steiermark auch für den oberösterreichischen Traungau zuständig waren.
Ortolph von Volckenstorff von 1204 bis 1217: Verwalter des Traungaus Erchinger II. von Wesen von 1230 bis 1231: Verwalter des Traungaus Albero II. von Polheim Landrichter um 1236 bis 1246 (mit Unterbrechungen)
Da Herzog Friedrich aus seinen Ländern vertrieben wurde und diese von Kaiser Friedrich II. eingenommen wurden, verwalteten anfangs Burggraf Friedrich von Nürnberg, danach Bischof Eckbert von Bamberg und nach dessen Tod im Jahre 1237 Graf Otto von Eberstain als Statthalter das Land ob der Enns. Nach der Aussöhnung mit Kaiser Friedrich übernahm wieder Albero von Polheim die Landesverwaltung bis zum Tod des Herzogs Friedrich im Jahre 1246. Danach herrschte ein neunjähriges Interregnum.
Landrichter und Landeshauptmänner im Gericht ob der Enns (1254/1261 bis 1490/93) Eckdaten 1250er–1493 3. April 1254 Frieden von Ofen/31. März 1261 Frieden von Wien: Traungau von der Steiermark getrennt und zum Herzogtum Österreich genommen 1262/63 Austria superior („Oberösterreich“) oder supra anasum („ob der Enns“) urkundlich 1276–1279: Land an Herzog Heinrich (I.) von Niederbayern verpachtet.König Rudolf I. von Habsburg verpachtet das Gebiet 1276 als zukünftige Mitgift seiner Tochter, an den Wittelbacher Herzog Heinrich (I.) von Niederbayern, dessen Sohn sie versprochen ist. Heinrich ist zu der Zeit auch als Statthalter (Vikar) in ganz Österreich eingesetzt ist, läuft aber 1278 zu Ottokar über. Nach der Schlacht von Dürnkrut verzeiht Rudolf Heinrich zwar, will die ob-der-ennsischen Lande aber nicht an Bayern fallen lassen, und zieht es wieder ein. 1281: Gericht ob der Enns erwähnt um 1390: Landeswappen 1408: Erster Landtag in Enns 1458–1462 Erzherzogtum Österreich ob der Enns eigenständig (Albrecht VI.) 1478: Landesviertel
König Ottokar II. Premysl, der Böhme, gestaltet 1252 bis 1261 das Land ob der Enns. Ottokar Přemysl trennte den zur Steiermark gehörenden Traungau 1254 im Frieden von Ofen und 1261 im Frieden von Wien von dieser ab und gestaltete das Land zum Fürstenthum ob der Enns aus. Das führte zur kuriosen Situation, dass die bisherige Hauptstadt Steyr außerhalb ihres Gebietes, der Steiermark, zu liegen kam. Oberösterreich, anfangs Provinz mit Richter (iudex provincialis), dann Landgericht, entwickelte sich zunehmend zum eigenständigen Territorium.
Nach Ottokars Tod 1278 konsolidieren die Habsburger über zwei Jahrhunderte ihr Territorium im Ostalpenraum und an der böhmischen Südgrenze. 1281 errichtete Herzog Albrecht I. das Gericht ob der Enns.Ereignisse 10. Jh. bis 1493. land-oberoesterreich.gv.at > Unser Land > Landesgeschichte > Von der Steinzeit bis zur Gegenwart > Otakare und Babenberger; abgerufen am 16. November 2014. Um 1390 erhält das Gebiet ein eigenes Territorialwappen, dessen Herkunft nicht ganz geklärt ist.
Schon 1458–62/63 regierte Erzherzog Albrecht VI. der Freigiebige das Erzherzogtum Österreich ob der Enns eigenständig von seinem Bruder Friedrich V. (dem III. Kaiser) in Wien. Letzterer residierte, nachdem er seinen Bruder beerbt hatte, 1484–1493 zu Linz (Wien war von Corvinus erobert), und spricht das erste Mal von einem Fürstentum Österreich ob der Enns. Dadurch gewinnt der Landesteil nominell den Status eines Herzogtums innerhalb des habsburgischen Niederösterreich, weil Friedrich für das ganze Österreich der Titel Erzherzog 1453 reichskräftig bestätigt hatte.Habsburger. land-oberoesterreich.gv.at > Unser Land > Landesgeschichte > Von der Steinzeit bis zur Gegenwart, dort 2. Abs.; abgerufen am 16. November 2014.
Ab 1282 amtiert ein Landmarschall in Österreich, dem der Landeshauptmann ob der Enns unterstellt ist. Es wird ein oberster Stellvertreter in den obderennsischen Gebieten eingesetzt, anfangs teils als Landrichter, teils als Hauptmann (capitaneus), mehr im Sinne eines militärischen Oberkommandanten, tituliert. Für 1275 ist das erste Mal ein eigener Landeshauptmann nachgewiesen,Zibermeier: Noricum. S. 444. Zitiert in und wird im 15. Jahrhundert ständig (wobei der Posten aber phasenweise in Personalunion vom Marschall von Österreich bzw. Hauptmann unter der Enns besetzt ist). Ab 1452/54 stellt das Land seinen eigenen Landtag auf, womit der oberste Beamte endgültig zum Landeshauptmann wird.
Der Landrichter/Hauptmann wird vom Landesfürsten ernannt und vereidigt, agiert in dessen Befehl und Namen, und ist sowohl oberster Beamter der Verwaltung wie auch oberster Richter. Er wird mit einem Installationskommisär den Landständen vorgestellt, die versprechen, ihm zu leisten. Bei Vakanz der Hauptmannschaft wird ein Verwalter bestellt, ab dem 16. Jahrhundert meist der Anwalt (Stellvertreter, im 16. Jh. auch kurzfristig als Verweser genannt). Beigestellt waren der Landschreiber (Kanzleileiter), der Vizedom (das Finanzorgan) und die Landräte, das Kollegium, die auch die Gerichtsbank (Beisitzer) stellten. Sitz war anfangs die Ennsburg, ab 1330 Burg Linz (verbunden mit Schlossherrschaft).
Mit Ende des 13. Jahrhunderts gewinnt das Amt auch erblichen Charakter, von 1288 bis 1478 besetzten die Walseer, treue Gefolgsmänner der Habsburger, das Amt 190 Jahre lang.
1478 wurden auch die Landesviertel als militärische Einheiten geschaffen, es waren das Mühl- und das Machlandviertel nördlich der Donau und das Hausruck- und Traunviertel südlich (das Innviertel kam erst 1779 zum Land, womit das Machlandviertel abgeschafft wurde).
(folgende Liste ist lückenhaftIm Gegensatz zur Steiermark, wo eine lückenlose Reihe der capitanei gesichert ist, hat Wok von Rosenberg diese Stellung sicher nur 1256 bis spätestens 1260 innegehabt und Konrad von Summerau ist nur 1264 als oberer Landrichter bezeugt. Der Hauptmann Burkhard von Klingenberg trat erst im Dezember 1274 in Erscheinung; gemäß Alois Zauner: Ottokar II. Premysl und Oberösterreich. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. 1979, S. 72 ().) Witiko von Prčice und Blankenberg 1254/55–1256 Landschreiber (Scriba Anasi) und erster Verwalter des neuen Landes ob der Enns Wok von Rosenberg 1256 bis spätestens 1260 Hauptmann ob der Enns, danach 1260–1262 Landeshauptmann der Steiermark Konrad von Summerau Amtszeit: 1264 Landrichter der Provinz Oberösterreich (iudex Austriae superioris) 1276 Burghauptmann zu Enns (Oberösterreichischer Landeshauptmann) Burkhard von Klingenberg, Marschall des Königreichs Böheim, 1270/1271 Landeshauptmann der Steiermark Amtszeit: 1274–1275/76 Hauptmann ob der Enns Heinrich II., Markgraf von Hachberg (* vor 1231; † um 1297/98) Amtszeit (in Ausübung): wohl nach 1278 Hauptmann von Oberösterreich Ulrich II. von Kapellen († nach 1295) Amtszeit: 1279/81/83 – 1288 anfangs Hauptmann, unter Albrecht I. (nach 1282) Oberster Landrichter ob der Enns Eberhard IV./II. von Walsee († 1325) Amtszeit: 1288–1322 Landrichter ob der Enns, ab 1300 auch als Hauptmann ob der Enns bezeichnet Eberhard V./III. von Walsee († 1371) Erste Amtszeit: 1322–1361 Landrichter ob der Enns alias Hauptmann ob der Enns Hans von Traun (Jans von Traun; zwischen 1328 und 1378) Amtszeit: 1361–1369 Hauptmann ob der Ennsvgl. Familienartikel Abensperg und Traun: Bedeutende Familienmitglieder Eberhard V./III. von Walsee († 1371) Zweite Amtszeit: 1369–1371 Hauptmann ob der Enns, gemeinsam mit Ulrich I. von Schaunberg († 1373) Amtszeit: 1369–1373 Hauptmann ob der Enns Wernhard von Maissau Amtszeit (interimistisch): 1373/74 Heinrich VI. von Walsee († 1398) Amtszeit: 1374–1379 Landeshauptmann ob der Enns Reinprecht II. von Walsee († 1422) Amtszeit: 1379–1422 (Familienartikel). Hauptmann ob der EnnsHaider: Geschichte Oberösterreichs. S. 112. Reinprecht IV./III. von Walsee († 1450) Amtszeit: 1423–1450 Hauptmann von Enns (auch Oberstmarschall in Österreich ab 1440) Johann II. von Schaunberg Amtszeit: 1450–1452 Wolfgang V. von Walsee († 1466) Amtszeit: 1452–1466 (auch Oberster Marschall von Österreich); 1454/55 Oberster Hauptmann in Österreich niederhalb und ob der Enns Johann IV. von Starhemberg (* 1412; † 1474)Schwerdling 1830, S. 63 (Digitalisat). Amtszeit: 1460 Reinprecht V./IV. von Walsee († Mai 1483, letzter der Walseer) Amtszeit: 1467–1478 Landeshauptmann ob der Enns (auch Oberstmarschall in Österreich) Bernhard von Scherffenberg († 1513) Amtszeit: 1478–1484 Ulrich von Starhemberg († 1486 in Linz)Schwerdling 1830, S. 139 (Digitalisat). Amtszeit: ab 1485–1486 Gotthard von Starhemberg († 1493 in Linz, Bruder des Ulrich von Starhemberg) Amtszeit: 1486–1493 Michael von Traun Amtszeit: 1493–1494 Verwalter der Hauptmannschaft
Landeshauptmänner im Land (Fürstentum) Österreich ob der Enns (1490/93 bis 1620) Eckdaten 1490–1620 1490 Fürstentum Österreich ob der Enns (Friedrich V.) 1525: 1. (Deutscher) Bauernaufstand 1595–1597: 2. Bauernaufstand
Spätestens nach 1493 erlangte der Landesteil Österreich ob der Enns eine gewisse Selbständigkeit im Heiligen Römischen Reich. Seit dieser Zeit hielten die Stände des Landes regelmäßig eigene Landtage in Linz ab, das 1490 von Friedrich V. (III.) zur Landeshauptstadt erhoben wurde (der erste oberösterreichische Landtag war schon 1452 in Wels abgehalten worden, 1457 einer auf Schloss Linz,Hermann Wiesflecker: Österreich im Zeitalter Maximilians I. Die Vereinigung der Länder zum frühmodernen Staat. Der Aufstieg zur Weltmacht. Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1999, ISBN 3-7028-0363-7, S. 70. der erste gemeinsame ob- und unter-der-ennsische Landtag war schon 1407/08 in Enns abgehalten worden,Haider: Geschichte Oberösterreichs. S. 113. wo die Obderennser auch eigenständig tagten).
Die Landstände waren zunehmend protestantisch, und das Land war bald gänzlich reformiert. In der Zeit der Bauernkriege und der Gegenreformation herrschen mehrmals Ausnahmezustände. (folgende Liste ist lückenhaft)
Georg von Losenstein Amtszeit: ab 1494 – 1501 Sigmund von Polheim und Wolfgang von Polheim Amtszeit: 1501 Verwalter der Hauptmannschaft Wolfgang von Polheim, Freiherr zu Wartenburg Amtszeit: 1502–1512 Wolfgang Jörger Amtszeit: 1513–1521 Georg Sigharter zu Leombach Amtszeit: 1521 Verwalter der Hauptmannschaft Cyriak von Polheim Amtszeit: um 1524/25 (Anwalt/Verweser Sigmund Jagenreutter) Helfried von Meggau (* 1510; † 1539) Amtszeit: 1533–1539 Julius zu Hardeck Amtszeit: 1539–1544
Balthasar von Prösing († 28. Mai 1559 in Linz) Amtszeit: 1544–1559 Sowie Fußnote 121, ebenda. Georg Neuhauser von Rueting zu Stadlkirchen Amtszeit: 1559 Verwalter der Hauptmannschaft Georg von Männing († 24. Juli 1570) Amtszeit: 1559–1570
Dietmar von Losenstein († 20. Jänner 1577) Amtszeit: um 1573–1577 Sowie Fußnote 86 S. 779 (2. PDF, S. 5). Hans Jörg Auer Amtszeit: 1577 Verwalter der Hauptmannschaft Leonhard von Harrach, Freiherr zu Rorau und Pührenstein Amtszeit: 1577–1581