mini|Dachfirst mit goldenem Schiffchen mini|Brauerei „zum Schiffchen“ (2011)

Die Brauerei „zum Schiffchen“ in der Hafenstraße 5 in Düsseldorf ist ein gutbürgerliches Restaurant mit rheinischer Küche im niederrheinischen Stil. Seit Herbst 2024 ist es geschlossen. Eine Sanierung soll bald beginnen.

Geschichte mini|Brauerei „zum Schiffchen“ im 18. Jahrhundert (Skizze von Franz Bernhard Custodis) Einst befand sich auf dem Grundstück eine kurfürstliche Wassermühle, angetrieben vom südlichen Düsselarm. 1628 erteilte Herzog Wolfgang Wilhelm von Jülich und Berg einem Wilhelm Hütten für 625 Gulden die Genehmigung, eine Brauerei und Gaststätte unter dem noch heute gültigen Namen zu betreiben. Im Verlauf der Koalitionskriege zerstörten 1794 Bombardements das Haus, worauf es niederbrannte und wieder aufgebaut werden musste. 1811 kehrte hier Napoleon ein. 1893 erwarb der in der Hafenstraße 1 geborene Wilhelm Hoff erst das Stammhaus in der Nummer 5, danach das Gebäude in der Hafenstraße 3 und später Nummer 7. Das Haus Nummer 3 war vor 1769 als Gasthof „Zum Hölzernen Geist“ bekannt und hieß danach „Zum Bönn’schen Hof“. Für letzteren Gasthof wird in einer Zeitungsnotiz von 1790 für nach Düsseldorf angereiste Personen mitgeteilt, dass „Hr. Kriegsrath Gerhard, Hr.Hofrath Hasenbach v. Cöln am 8ten (November) im Bönnischen Hof abgestiegen waren“.In: Gülich bergische wöchentliche Nachrichten. 1790, Nr. 46 vom 16. Nov., S. -.

An Hoff erinnert über dem großen doppeltürigen Eingang ums Eck herum eine Inschrift mit einem Schiffchen, an dem „Brauerei-Eingang Wilh. Hoff“ steht. 1911 waren Umbauten nach Entwürfen des Malers Karl Hemming fertiggestellt. Im April 1928 wurde das dreihundertjährige Jubiläum der Brauerei „Zum Schiffchen“ gefeiert.Jürgen Körber. In: Die Städte in Nordrhein. Nr. 1118. 1962, S. 74. Onlinefassung Der Gebäudekomplex wurde im Zweiten Weltkrieg erneut beschädigt und danach vereinfacht wieder aufgebaut.Wulf Metzmacher: Düsseldorfer Brauhäuser. Bachem, Köln 2006, ISBN 3-7616-1697-X, S. 58ff.

Das bei Düsseldorfern und Touristen beliebte Lokal wurde im Herbst 2024 geschlossen. Es hieß, eine Sanierung solle bald beginnen. Mitte 2026 wurde als neuer Termin das Jahresende genannt.„Zum Schiffchen“ in der Altstadt: Kurz vorm 400. Geburtstag ein Wrack. Auf viernull.de, 17. März 2026, abgerufen am 18. Juli 2026.

Architektur

Nr. 7: Das Haus ist sowohl historisch als auch architektonisch bedeutsam. Der Historiker Heinrich Ferber schreibt, dass das Haus um 1820 Balthasar Weiler gehörte.H. Ferber; In: Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf. Herausgegeben vom Düsseldorfer Geschichtsverein, Verlag C. Kraus, 1889, Teil II, S. 72. Der Architekt Josef Kleesattel beschreibt das Portal: „Wertvoll ist auch die Tür mit Umrahmung an einem Hause in der Hafenstraße (Abb. 88) […]“Josef Kleesattel (Hrsg.): Alt-Düsseldorf im Bild. Eine Sammlung von niederrheinischer Heimatkunst. Schmitz und Olbertz, Düsseldorf 1909, Tafel 88. Paul Sültenfuß vergleicht das Portal des Hauses Hafenstraße 7 mit dem Portal am Schloss Jägerhof und sieht stilistische Ähnlichkeiten – „es darf mit jenen von Schloss Jägerhof in Verbindung gebracht werden: schräg gestellte Pilaster und ausladende Deckplatte“.Paul Sültenfuß: Das Düsseldorfer Wohnhaus bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. (Diss. TH Aachen), 1922, S. 90. Die Türfüllung des Hauses zeigt noch eine schwerfällige barocke Kartusche, wie bei Haus Neustraße 12. Das Gebäude ist heute Teil der historischen Gaststätte Brauerei zum Schiffchen.

Rezeption Als es noch eine Brauerei war, gehörte das 1628 errichtete „Schiffchen“ zu den ältesten Gasthausbrauereien der Stadt, die am 1. Mai 1928 ihr dreihundertjähriges Bestehen feierte.Düsseldorfer Stadtchronik, unter: Ereignisse nach Jahr ab 1909, Jahr 1929. Bereits damals erlangte die Brauerei eine gewisse Rezeption. Georg Spickhoff schrieb über das Schiffchen:

Georg Spickhoff publizierte eine Erzählung des Kölner Schriftstellers Hans Becker-Kaulen, in der eine Beschreibung des Hauses „zum Schiffchen“ und dessen Aussehen um die Zeit von 1800 enthalten ist. Diese Beschreibung stammt von dem gebürtigen Düsseldorfer Historienmaler Hermann Becker, dem Vater des Kölner Schriftstellers Hans Becker-Kaulen. Als Gast kamen neben Heinrich Heine auch Mitglieder der Kunstakademie Düsseldorf, wie Lambert Cornelius, der Bruder des Peter von Cornelius, und die Maler Hermann Becker, Karl Ferdinand Sohn, Caspar Scheuren und Johann Peter Hasenclever, der schrieb:

Im Abschnitt über Düsseldorf der Buchreihe Was nicht im „Baedeker“ steht wurde das Schiffchen folgendermaßen beschrieben:

Gäste

In der Festschrift zum dreihundertjährigen Geschäftsjubiläum der Brauerei 1928 wurden von Georg Spickhoff auch einige Originale aus Düsseldorf von Ende des 19. Jahrhunderts angeführt. Diese Düsseldorfer Originale waren Persönlichkeiten, von denen Carl Maria Seyppel in den 1870er und 1880er Jahren Zeichnungen angefertigt hatte. Da sie auch Gäste in der Brauerei zum Schiffchen waren, wurde auf sie in der Festschrift hingewiesen. Hans Müller-Schlösser hatte diese Originale ebenfalls erwähnt. Der Mehlbüdel: Dieser wurde auch Pieseröhr genannt. Professor Läwerwoosch: Dieser hatte seinen Hörsaal auf einer Mansarde in der Berger Straße.Spichhof Der hölzerne Deuwel. Dieser wurde nach seinem hölzernen Stelzbein so genannt. Er trug eine blaue Brille und eine Kappe, deren Schirm bis auf die Nase hing. Mit seiner Drehorgel war er der Düsseldorfer Straßenmusikant.Hans Müller-Schlösser: Düsseldorfer Originale. Der schäle Moritz, dessen Tochter als Konzertsängerin auftrat, war so stolz auf sie, dass er jeden auf der Straße anhielt, um von deren neuesten Erfolgen lispelnd und mit viel Gebärdenspiel zu berichten. „Der Muggel“, Wilddieb.

Literatur Georg Spickhoff: Die Brauerei „Zum Schiffchen“ in Düsseldorf. Festschrift zum 300-jähr. Geschäftsjub. im April 1928, Strucken Verlag, Düsseldorf 1928 Vom Endt, Rudi: 325 Jahre Brauerei zum Schiffchen in Düsseldorf. Düsseldorf 1953 Wulf Metzmacher: Düsseldorfer Brauhäuser zu Fuß. J.P. Bachem Verlag, S. 58–60

Weblinks

“Zum Schiffchen” in der Altstadt: Kurz vorm 400. Geburtstag ein Wrack auf viernull.de (17. März 2026)

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in der Carlstadt (Düsseldorf) Zumschiffchen Kategorie:Gastronomiebetrieb (Düsseldorf) Zumschiffchen Kategorie:Restaurant Kategorie:Gegründet 1628