Fischbachau ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis Miesbach.

Geographie Geographische Lage Die Gemeinde liegt im weitläufigen Tal der Leitzach auf einem Schwemmkegel am Ostrand des Leitzachtals und am Fuß des Breitensteins. Der Ort befindet sich 15 km südöstlich von Miesbach, 25 km südwestlich von Rosenheim, 32 km nordwestlich von Kufstein, 17 km von der Bundesautobahn 8 (Ausfahrt Irschenberg oder Bad Aibling) und 60 km von der Landeshauptstadt München entfernt. Der Haltepunkt Fischbachau an der Bahnstrecke Schliersee–Bayrischzell liegt im Gemeindeteil Hammer 2,5 km vom Ortskern entfernt. Es bestehen hauptsächlich Linienbusverbindungen von Hammer über Fischbachau und Wörnsmühl nach Miesbach und zurück. 900 Meter südlich des Ortskerns liegt der Wolfsee.

Gemeindegliederung Es gibt 123 Gemeindeteile: Die Pfarrdörfer:Elbach und Fischbachau, das Kirchdorf Birkenstein Die Dörfer:Ahrain, Aurach, Brunnfeld, Deisenried, Durham (mit Durhamer Berg), Dürnbach, Eben, Faistenau, Grandau, Greisbach, Hagnberg, Hammer, Hundham, Lehen, Marbach, Mühlau, Ried, Sandbichl, Schwarzenberg, Sonnenholz, Stauden und Wörnsmühl Die Weiler:Achau, Aich, Bichl, Buchberg, Drachenthal, Effenstätt, Endstall, Gasteig, Grabenau, Kreit, Krugalm, Mühlkreit, Oppenried, Point, Sacher, Salmer, Schneider, Schreiern, Stocker, Stög, Streitwiese, Unterschönberg, Weißenbach und Winkl Die Einöden:Achatswies, Aigenthal, Angermann, Auerbauer, Auerberg, Bach, Baderer, Brandstatt, Buch, Dürreneck, Engelsberg, Engelsried, Feilenberg, Frauenried, Fülling, Funk, Galling, Gern, Gerstenbrand, Glückstatt, Gmais, Gottenau, Graben, Granzer, Großhalmannseck, Großkirchberg, Grub, Grünberg, Hammerer, Hocheck, Höh, Holz, Hub, Kaltenbrunn, Kleinhalmannseck, Kleinkirchberg, Kogl, Koller, Kuhberg, Lammerhof, Lehenmühle, Maier, Mittelgschwend, Neuhäusler, Oberachau, Obergschwend, Öd, Oeder, Osten, Pötzing, Rank, Rettenbach, Roßruck, Schneeberg, Schnellsried, Schnitzenbaum, Schönberger, Sonnenleiten, Sonnenreuth, Stadl, Steingraben, Stipfing, Thalhäusler, Tiefenthal, Trach, Untergasteig, Untergrünberg, Untergschwend, Unteröd, Uslau, Vorderauerberg, Westengern, Westner und Wetzelsberg.

Es gibt die Gemarkungen Fischbachau, Hundham, Niklasreuth und Wörnsmühl.

Natur Die folgenden Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet: Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Leitzachtal (8237-371) Vogelschutzgebiet (Vogelschutzrichtlinie der EU) Mangfallgebirge (8336-471)

Das Taferlmoos ist ein Hochmoor an der Gemeindegrenze nach Schliersee.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Erstmals wurde Fischbachau im Freisinger Traditionsbuch Liber commutationum et traditionum um 1078/1080 als Viscpachisowa erwähnt.

Ein von Gräfin Haziga von Diessen erst einige Jahre vorher in Bayrischzell gegründetes Benediktinerkloster wurde 1085 nach Fischbachau verlegt, übersiedelte aber bereits 1104 schon wieder auf den Petersberg bei Dachau. 1096 bis 1100 entstand dabei als Klosterkirche die heutige Pfarrkirche St. Martin. Sie war bis zur Säkularisation 1803 Propstei der Abtei Scheyern und ist die älteste romanische Basilika Oberbayerns.

Die politische Gemeinde Fischbachau entstand im Jahre 1811.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1976 die Gemeinden Hundham und Wörnsmühl eingegliedert. Die südlichen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Niklasreuth kamen am 1. Mai 1978 hinzu. Die Ortsteile Bärenschütz, Bemberg, Holzer, Lehen, Steinberg und Sulzgraben der früheren Gemeinde Wörnsmühl wurden zum 1. Mai 1978 an die Stadt Miesbach abgetreten.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4818 auf 5675 um 857 Einwohner bzw. um 17,8 %.

Politik

Gemeinderat Die Kommunalwahlen in Bayern 2020 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

+Partei/Liste20142020 UWG78 CSU65 Freie Aktive Bürger54 Grüne –2 Die Neue Liste21 SPD –0 Gesamt2020

Bürgermeister Berufsmäßiger Erster Bürgermeister ist seit dem 22. März 2022 Stefan Deingruber (Christlich-Soziale Union in Bayern e. V.). Bei der Wahl am 13. März 2022 wurde er bei einer Wahlbeteiligung von 32,8 % mit 90,6 % der gültigen Stimmen gewählt.

Wappen

Religion Fischbachau liegt im römisch-katholischen Erzbistum München und Freising und gehört zum Dekanat Miesbach. Insgesamt leben ca. 4.300 Katholiken in der Gemeinde Fischbachau. Sie teilen sich auf in drei verschiedene Pfarrsprengel:

Pfarrei St. Martin Fischbachau mit Fischbachau selbst und den südlich von Marbach liegenden Ortsteilen bis einschl. Hammer/Aurach Pfarrei St. Andreas Elbach mit den Ortsteilen Elbach, Auerberg und Hundham Pfarrverband Irschenberg für Wörnsmühl

Ein berühmter Wallfahrtsort ist Birkenstein mit seiner Kapelle mit Freilichtaltar.

Die evangelische Christuskirche in Fischbachau wird von Schliersee aus betreut.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler

Fischbachau St. Martins-Münster (Ende 11. Jahrhundert, um 1700 umgestaltet) Friedhofskirche Mariä Schutz (1087 erbaut) ehemalige Propstei Birkenstein Wallfahrtskapelle (Freilichtaltar) mini|300px|Blick vom Breitenstein auf Elbach Deisenried Hofkapelle (Deisenried) Elbach Pfarrkirche St. Andreas Friedhofskirche Heilig Blut Dürnbach Pfarrhof (Anfang 16., Ausbau Anfang 19. Jahrhundert, spätgotische Hauskapelle Heilige Dreifaltigkeit) Pfarrstadl (Bruchsteinbau, 2003 Renovierung und Umbau zum Pfarrheim) Hundham Leonhardikapelle Wörnsmühl Dreifaltigkeitskirche

Bodendenkmäler

Bekannte Musik- und Gesangsgruppen Fischbachauer Sängerinnen Fischbachauer Tanzlmusi Roaner Sängerinnen Duo Sontheim-Burda Lindmair Dreigsang Fischbachauer Holzbläser Wendlsteiner Musikanten Musikkapelle Fischbachau Birkensteiner Musikanten Röpfl Dreig'sang

Wirtschaft und Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen Ehemaliges Richterheim (Jetzt: Tagungshotel Aurachhof)

Verkehr Öffentlicher Personennahverkehr Der Haltepunkt Fischbachau an der Bahnstrecke Schliersee–Bayrischzell liegt im Gemeindeteil Hammer 2,5 km vom Ortskern entfernt. Die Strecke wird von der Bayerischen Regiobahn mit der Linie RB 55 von München nach Bayrischzell befahren.

Es bestehen hauptsächlich Linienbusverbindungen von Hammer über Fischbachau und Wörnsmühl nach Miesbach und zurück.

Seit Mai 2024 hält der DAV BergBus (Linie 396) Richtung Hinterthiersee und Bahnhof München Ost in Fischbachau. Die Buslinie wird nur während der Sommersaison am Wochenende bedient und liegt komplett im Tarifgebiet des MVV.

Straßenverkehr Fischbachau liegt südlich der Bundesautobahn 8 (Ausfahrt Irschenberg Nr.: 99 bzw. Bad Aibling Nr.: 100).

Die Bundesstraße 307 verläuft südlich der Gemeinde.

Die Staatsstraße 2077 verläuft durch den Ort.

Radverkehr Fischbachau liegt am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt.

Persönlichkeiten In Fischbachau geboren Josef Grimm (1900–1945), römisch-katholischer Geistlicher, NS-Opfer Heide Ackermann (* 1943), Volks-, Fernseh- und Theaterschauspielerin Jakob Kreidl (* 1952), CSU-Politiker und ehem. Landrat des Landkreises Miesbach (2008–2014) Thekla Mayhoff (* 1957), bayrische Volksschauspielerin und Wirtin des Cafés Winklstüberl in Fischbachau

Mit Fischbachau verbunden Eduard Stemplinger (1870–1964), Schriftsteller, starb in Elbach Fritz Müller-Partenkirchen (1875–1942), Schriftsteller, starb in Hundham Karl Höller (1907–1987), Komponist, verbrachte seinen Lebensabend in Faistenau Paul Schneider-Esleben (1915–2005), Architekt, lebte und starb auf seinem Gut in Fischbachau Heino Hallhuber (1927–2021), Tänzer, Choreograph und Schauspieler, lebte in Fischbachau Peter Bauer (* 1967), Snowboarder, lebt in Fischbachau Benny Lauth (* 1981), Fußballspieler, begann in Fischbachau mit dem Vereinsfußballspielen

Weblinks

Gemeinde Fischbachau

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Miesbach Kategorie:Ersterwähnung 1078 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)