mini|Der Stern von Vergina gilt als Emblem der makedonischen Königsdynastie. Das Königreich Makedonien () war ein antikes Königreich im Norden des heutigen Griechenlands und wurde vermutlich im 7. Jahrhundert v. Chr. von der Dynastie der Argeaden gegründet. Den Höhepunkt seiner Geschichte stellt die Ausdehnung des Reiches unter Alexander dem Großen (356–323 v. Chr.) dar. Makedonien wurde 146 v. Chr. zur römischen Provinz Macedonia, was das Ende des Königreichs bedeutete.

Geschichte Makedonien am Rand der griechischen Welt (7. Jahrhundert v. Chr. bis 360 v. Chr.) mini|Makedonien während des Peloponnesischen Krieges mini|Trihemiobol aus Aegae, Ziegenbock, ca. 500-480 v. Chr.

Die als Makedonen bekannte antike Volksgruppe bewohnte die Region Makedonien spätestens seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. In dieser Zeit eroberten sie mehrere Gebiete in dieser Region (unter anderem Pieria, Bottiaia, Almopia, Mygdonia und Paionia). Die historische makedonische KönigslisteÜberliefert bei Herodot 8,137. reicht nicht weiter als bis ins siebte Jahrhundert v. Chr. zurück. Ob Herrscher wie Karanos, der in späteren Quellen als erster makedonischer König erwähnt wird, historisch sind, ist unklar, auch wenn die Dynastie der Argeaden, die er begründet haben soll, noch in historischer Zeit in Makedonien herrschte. Bis ins 4. Jahrhundert sahen sich die Argeaden in ihrem Reich zahlreichen Dynasten und Lokalkönigen gegenüber und beherrschten weite Teile Makedoniens daher allenfalls indirekt.

Im Vorfeld der Perserkriege (500–448 v. Chr.) wurde Makedonien dem persischen Großkönig Dareios I. tributpflichtig und unterwarf sich ihm. Nach dem Ende der Perserkriege, in denen Makedonien auf persischer Seite gekämpft hatte, erlangte der makedonische König Alexander I. für Makedonien die völlige Unabhängigkeit zurück. Zu Beginn des Peloponnesischen Krieges (431–404 v. Chr.) war Makedonien ein Verbündeter Athens. Als jedoch Potidaia vom Attischen Seebund abfiel, unterstützte der makedonische König Perdikkas II. diese Stadt sowie die übrigen chalkidischen Städte. Daraufhin kam es zu Konflikten mit Athen, die von Perdikkas’ Bruder Philipp unterstützt wurden. Wenig später schlossen Makedonien und Athen jedoch ein neues Bündnis. Während Perdikkas’ Herrschaft wechselte die politische Lage noch mehrmals. Als Archelaos I. im Jahre 413 v. Chr. König von Makedonien wurde, legte er den Grundstein für die spätere Großmachtstellung Makedoniens. Der Staat Makedonien war bis zu Archelaos’ Amtsantritt nur schlecht geführt worden und seine Organisation war nur rein systematisch. Archelaos leitete eine Reihe innerer Reformen ein und verbesserte die Verwaltung, das Militär und den Handel erheblich. Er versuchte, die Macht der Krone zu vergrößern, ließ eine Unmenge hochwertiger Münzen prägen, verbesserte die Organisation seines Militärs und baute die kulturellen Kontakte zu den Griechen aus. 392 v. Chr. wurde Amyntas III. makedonischer König und führte Kriege gegen die Illyrer, deren Invasionen Makedonien nur knapp überstand. Mittlerweile war auch der chalkidische Bund zu einem erheblichen Machtfaktor in Nordgriechenland geworden und es kam zu Grenzstreitigkeiten mit Makedonien (Erster Olynthischer Krieg). Makedonien verbündete sich nun mit Sparta und der chalkidische Bund musste im Jahre 379 v. Chr. kapitulieren. Die meisten Städte der Chalkidike wurde in das makedonische Reich eingegliedert.

Vormacht in Griechenland (359 v. Chr. bis 337 v. Chr.) mini|Makedonien zum Zeitpunkt von Philipps Tod 359 v. Chr. bestieg Philipp II. den Thron von Makedonien. Ihm gelang es in den gut 20 Jahren seiner Regierungszeit, einerseits innenpolitisch die bis dahin eher fragile Position des makedonischen Königtums zu stärken, andererseits außenpolitisch Makedonien zur Großmacht im griechischen Raum und darüber hinaus zu machen. Er brach die Macht anderer Thronprätendenten und der hinter ihnen stehenden Gruppierungen und sicherte sich die Loyalität der Hochadligen und Kleinkönige Obermakedoniens (beispielsweise in der Lynkestis und der Elimiotis). Philipp zwang diese Regionen, die zuvor vielfach eine eigene Politik betrieben hatten, zur Unterwerfung unter das makedonische Königtum. Sie mussten ihre Kinder als Geiseln stellen, die am Hof des Argeaden gemeinsam mit seinen eigenen Nachkommen erzogen wurden; viele von ihnen folgten später Alexander dem Großen nach Persien.

Der Einfall der Phoker in Thessalien (Dritter Heiliger Krieg) ermöglichte Philipp II., sich an dem daraus resultierenden Krieg zu beteiligen und so in Mittelgriechenland Fuß zu fassen. Der Hilferuf der Thessalier war also ein willkommener Vorwand, um makedonische Truppen nach Zentralgriechenland zu verlegen. Philipp II. gelang es, die Phoker in der Schlacht auf dem Krokusfeld zu besiegen, woraufhin Makedonien in die Amphiktyonische Liga aufgenommen wurde. Durch die Aufnahme in diesen religiösen Verband wurde Makedonien praktisch in die Gemeinschaft der Griechen aufgenommen und konnte somit seine Herrschaft bis nach Thessalien ausdehnen.

In den 370er Jahren v. Chr. war es den Städten auf der Chalkidike gelungen, ihr Bündnis zu erneuern und der Chalkidische Bund gewann wieder an Einfluss. Jedoch lag er inmitten des makedonischen Herrschaftsbereiches und wurde 349 v. Chr. erneut in das makedonische Reich eingegliedert (Zweiter Olynthischer Krieg). Der Sieg Philipps im zweiten olynthischen Krieg war eine wichtige Zwischenstation des Machtausbaus des Königreichs Makedonien über ganz Griechenland. Wie groß die Machtstellung der Makedonen in Griechenland zu dieser Zeit bereits war, konnte man 339 v. Chr. an der Beteiligung am vierten heiligen Krieg erkennen, in dem Philipp II. zum Anführer der Amphiktyonischen Staaten gegen Amfissa ernannt wurde.

Parallel zu dem Ausbau seiner militärischen, aber auch politischen Macht in den südlicheren Teilen Griechenlands gelang es Philipp auch, sich gegen die westlichen, nördlichen und östlichen Nachbarn Makedoniens zur Wehr zu setzen. Die Illyrer wurden besiegt und zurückgedrängt, die Thraker verloren ihre Autonomie sogar gänzlich und wurden in das makedonische Reich einverleibt. Dadurch gefährdete er die Interessen Athens, dem insbesondere daran gelegen war, den Getreidehandel durch den Bosporus weiterhin kontrollieren zu können. Die Belagerung Byzantions wurde zum Auslöser einer Kriegserklärung durch Athen. Im August 338 v. Chr. vernichtete Philipp II. mit seinem Heer die alliierten griechischen Heere Thebens, Athens und anderer Stadtstaaten (Schlacht von Chaironeia), wodurch es ihm möglich war, die politische Landschaft Griechenlands nach seinen Vorstellungen neu zu gestalten.

Das Alexanderreich (336–323 v. Chr.) mini|Das Alexanderreich

336 v. Chr. wurde Philipp II. ermordet und sein Sohn Alexander III., der bereits an der Schlacht von Chaironeia beteiligt gewesen war, neuer König von Makedonien. Schon Alexanders Vater Philipp hatte Pläne für einen Angriff auf die Perser geschmiedet, angeblich um Rache für die Invasion Griechenlands (Perserkriege) rund 150 Jahre zuvor zu nehmen. Allerdings dürften letztlich eher machtpolitische Gründe den Ausschlag gegeben haben. Alexander setzte die Pläne seines Vaters fort und startete im Frühjahr 334 v. Chr. seinen Feldzug gegen das persische Achämenidenreich, das von Großkönig Dareios III. regiert wurde. Das ursprüngliche Ziel des Persienfeldzugs war eigentlich nur die Eroberung der Westküste Kleinasiens, doch als Alexander dieses Ziel bereits im ersten Jahr erreichte, beschloss er seine Expansion fortzusetzen und eroberte den gesamten Westteil des Achämenidenreichs. Danach eroberte Alexander, dessen Ansehen bei den Griechen und Makedonen rapide anstieg, Phönizien und Palästina, von wo aus er nach Ägypten marschierte, das er ohne Gegenwehr einnahm, da die Ägypter ihn als Befreier von Persien sahen.

Während Alexander 331 v. Chr. Babylon einnahm, nutzten die Spartiaten seine Abwesenheit, um sich vergeblich gegen die makedonische Herrschaft zu erheben, wurden aber von seinem in Griechenland zurückgelassenen Stellvertreter Antipatros besiegt (Schlacht von Megalopolis). 330 v. Chr. wurde das Achämenidenreich endgültig von Alexander besiegt. Nun begann er das Perserreich zu sichern, indem er einen Rachefeldzug gegen Bessos, den Mörder des Achämenidenkönigs, führte, da er die Unterstützung der persischen Adligen brauchte. Nachdem Bessos 329 v. Chr. gekreuzigt worden war, schlug Alexander eine sogdische Revolte nieder und eroberte das gesamte Perserreich. Nun versuchte Alexander sein Imperium weiter nach Osten auszudehnen und marschierte 326 v. Chr. in indische Territorien (die allerdings nicht im heutigen Staat Indien, sondern eher in Afghanistan und Pakistan lagen). Nun weigerten sich jedoch irgendwann die Männer Alexanders weiterzugehen und erzwangen die Umkehr in Richtung Westen. 323 v. Chr. starb Alexander in Babylon.

Die Diadochenzeit (322–281 v. Chr.) mini|Diadochenreiche

Nach dem Tod Alexanders des Großen erhob sich Athen gegen die makedonische Herrschaft in Griechenland (Lamischer Krieg). Athen gewann schnell weitere Verbündete, die jedoch 322 v. Chr. von Makedonien bezwungen wurden, womit Makedonien seine Machtposition in Griechenland behielt. 321 v. Chr. folgte der erste Diadochenkrieg, in dem es um die Herrschaft über das von Alexander eroberte Weltreich ging. Die Gefährten Alexanders im Asienfeldzug, die als seine „Diadochen“ (Nachfolger) bezeichnet werden, begannen um die Regentschaft zu streiten. Auf der einen Seite standen die legitimierten Vertreter des makedonischen Königtums, welche die Reichseinheit wahren wollten. Auf der anderen Seite standen die Opponenten, welche die Regentschaft über das Alexanderreich beanspruchten. Schon nach dem zweiten Diadochenkrieg 316 v. Chr. hatten sich fünf Diadochen eigene Herrschaftsgebiete im Raum des Alexanderreichs eingerichtet, formell bestand die Reichseinheit aber noch fort. Im vierten Diadochenkrieg 307 v. Chr. war das Alexanderreich faktisch zerfallen. 281 v. Chr. endete der sechste und letzte Diadochenkrieg. Als Ergebnis der Kämpfe hatten sich drei große Nachfolgestaaten gebildet: das Ptolemäerreich in Ägypten, das Seleukidenreich in Asien und das Königreich Makedonien, das von den Antigoniden übernommen wurde.

Machtkämpfe der Nachfolgestaaten des Alexanderreiches (280–216 v. Chr.)