miniatur|hochkant|Frank Horace Hahn Frank Horace Hahn (geboren 26. April 1925 in Berlin; gestorben 29. Januar 2013 in Cambridge) war ein deutschstämmiger britischer Wirtschaftswissenschaftler.Hahn, Frank Horace. In: Mark Blaug (Hrsg.): Who's who in Economics. 3. Aufl. Elgar, Cheltenham 1999, S. 478f., ISBN 1-85898-886-1.
Leben Frank Hahns Eltern flohen 1933 in die Tschechoslowakei und von dort 1938 nach Großbritannien. Hahn war von 1943 bis 1945 Soldat in den tschechischen Exilstreitkräften und danach bis 1951 Soldat der British Army.
Bei Nicholas Kaldor und Lionel Robbins studierte er Wirtschaftswissenschaften an der London School of Economics. Als Lecturer gehörte er ab 1948 zum wissenschaftlichen Personal der University of Birmingham, ehe er 1960 an die University of Cambridge weiterzog. 1967 kehrte er an die London School of Economics zurück, wo er zum ordentlichen Professor berufen worden war. Fünf Jahre später wechselte er erneut zur University of Cambridge, wo er bis zu seiner Emeritierung 1992 blieb. 1990 bis 1996 war er Professor an der Universität Siena, wo er das Doktorenprogramm verantwortete. Italien blieb anschließend sein Hauptwohnsitz.
Hahn trug mit grundlegenden Arbeiten zum Verständnis und der Fortentwicklung der allgemeinen Gleichgewichtstheorie und der Geldtheorie bei. Ausgehend von der These John Richard Hicks’, ein ökonomisches Modell müsse möglichst viele Elemente des wirtschaftlichen Prozesses abbilden, setzte er sich mit den Möglichkeiten und Limiten der Theorien auseinander. Dabei erwies er sich als Kritiker aller wirtschaftswissenschaftlichen Schulen und versuchte, jeweils Schwächen zu identifizieren.
Beiträge leistete Hahn neben der Grundlage der allgemeinen Gleichgewichtstheorie insbesondere zu Stabilität von Gleichgewichten, der Geldtheorie in sequentiellen Ökonomien und der Berücksichtigung von Wirtschaftswachstum im Modell. In etlichen Arbeiten war er dabei Koautor renommierter Wissenschaftler, darunter finden sich Namen wie Kenneth Arrow, Robert M. Solow, Takashi Negishi oder Robin Matthews.
1968 diente Hahn als Präsident der Econometric Society sowie zwischen 1986 und 1989 als Präsident der Royal Economic Society. 1974 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt, 1975 in die British Academy und 1988 in die National Academy of Sciences.
Frank Hahn verstarb am 29. Januar 2013 nach einer kurzen Erkrankung. Abgerufen am 31. Januar 2013
Veröffentlichungen (Auswahl)
(Hrsg., mit Frank P. R. Brechling): The theory of interest rates. Macmillan, London 1965. (Hrsg.): Readings in the theory of growth. Macmillan, London 1971, ISBN 0-333-10299-1. (mit Kenneth J. Arrow): General competitive analysis (= Mathematical economics texts, Bd. 6). Holden-Day, San Francisco 1971, ISBN 0-8162-0275-3. (Hrsg., mit Martin Hollis): Philosophy and economic theory. Oxford University Press, Oxford 1979, ISBN 0-19-875042-0. Money and inflation. Blackwell, Oxford 1982, ISBN 0-631-12917-0. Equilibrium and macroeconomics. Blackwell, Oxford 1984, ISBN 0-631-13482-4. Money, growth and stability. MIT Press, Cambridge, Mass. 1985, ISBN 0-262-08156-3. Aspects of monetary theory. Westdeutscher Verlag, Opladen 1989, ISBN 3-531-08368-6. Marshalls "Principles" in der Sicht moderner Theorie. Verlag Wirtschaft und Finanzen, Düsseldorf 1989. (Hrsg.): The economics of missing markets, information, and games. Clarendon Press, Oxford 1990, ISBN 0-19-828615-5. (mit Robert Solow): A critical essay on modern macroeconomic theory. Blackwell, Oxford 1995, ISBN 0-631-13483-2. (mit Fabio Petri): General equilibrium. Routledge, London 2002, ISBN 978-0-415-29691-5.
Festschrift
Partha Dasgupta (Hrsg.): Economic analysis of markets and games. Essays in honor of Frank Hahn. MIT Press, Cambridge, Mass. 1992, ISBN 0-262-04127-8.
Literatur Heinz-Peter Spahn: Hahn, Frank Horace. In: Harald Hagemann, Claus-Dieter Krohn (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Emigration nach 1933. Band 1: Adler–Lehmann. Saur, München 1999, ISBN 3-598-11284-X, S. 221–225. Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München : Saur, 1983, ISBN 3-598-10089-2, S. 450
Weblinks Frank Hahn bei newschool.edu
Einzelnachweise
Kategorie:Ökonom (21. Jahrhundert) Kategorie:Ökonom (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der British Academy Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Hochschullehrer (London School of Economics and Political Science) Kategorie:Deutscher Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann