Die Scottish Professional Championship war ein professionelles Snookerturnier ohne Einfluss auf die Snookerweltrangliste. Erstmals in den 1940ern und 1950ern ausgetragen, wurde es als eine der nationalen Profimeisterschaften der 1980er-Jahre bekannt. 2011 fand eine einmalige Neuauflage statt. Harry Stokes ist mit vier Titeln Rekordsieger, John Rea spielte bei der Ausgabe 1989 ein Maximum Break.
Das Turnier ist nicht zu verwechseln mit der schottischen Snooker-Meisterschaft auf Amateurebene.
Geschichte
Bereits in den 1940ern und 1950ern fanden einige Ausgaben einer Scottish Professional Championship statt. Meist nahmen daran nur wenige Spieler teil, die häufig zudem eigentlich Amateure waren. Der Schotte Walter Donaldson, der in dieser Zeit zwei Mal die professionelle Snookerweltmeisterschaft gewann, nahm nie teil. Ausgetragen im K.-o.-System, fanden die Turniere hauptsächlich in Edinburgh, manchmal auch in Glasgow, statt. Zwischen 1980 und 1983 gab es die ersten vier Auflagen an verschiedenen Orten Schottlands. Harry Stokes konnte das Turnier vier Mal gewinnen und stand ein weiteres Mal im Finale.
Zu einer Neuauflage des Turnieres kam es ab 1980, als nach Jahren der Flaute sukzessive wieder einige Schotten Profispieler wurden. Nach einer Erstausgabe mit nur zwei Teilnehmern entwickelte sich das Turnier bald zu einem regelmäßig ausgetragenen Turnier mit etwa acht Teilnehmern pro Ausgabe, das an verschiedenen Orten in Schottland ausgetragen wurde. Nur noch ein weiteres Mal, 1984, gab es ein Turnier mit nur zwei Teilnehmern. Maßgeblich an dieser Entwicklung war Bert Demarco, der als Promoter das Turnier nach 1980 unter seine Fittiche nahm, als Spieler mitunter aber auch selbst teilnahm. Von 1985 bis 1989 war das Turnier zudem von der World Professional Billiards & Snooker Association, dem Weltverband, mit je 1.000 Pfund Sterling je Teilnehmer subventioniert. Mit Murdo MacLeod und Stephen Hendry gab es zwei Spieler, die erneut drei Titel gewinnen konnten, zwei weitere gewann Eddie Sinclair. Bei der Ausgabe 1989 spielte John Rea zudem ein Maximum Break, das erst siebente offiziell anerkannte 147er-Break der Geschichte. Trotz dieses Höhepunktes wurde das Turnier nach dieser Ausgabe eingestellt, vor allem, weil die WPBSA-Subventionierung ausgelaufen war.
Nach 22 Jahren erlebte das Turnier zum zweiten Mal eine Neuauflage. Neben allen schottischen Profispielern erhielten diesmal auch einige schottische Amateure die Möglichkeit zur Teilnahme. Am Ende siegte Weltmeister John Higgins. Es blieb aber bei dieser einzigen Neuauflage, danach wurde das Turnier wieder eingestellt.
Sieger Jahr Austragungsort Sieger Ergebnis Finalist Sponsor Saison Scottish Professional Championship – Non-ranking-Turner (Challenge) März 1946 Edinburgh – BA&CC Match Hall R. C. T. Martin 4:2 James O’Brien – – Dez. 1946 R. C. T. Martin 4:0 Joe Camp 1948 Willie Newman 6:2 R. C. T. Martin 1949 Edinburgh Harry Stokes 11:4 Willie Newman 1951 Edinburgh – Nile Rooms Eddie Brown 11:9 Harry Stokes 1952 Edinburgh Harry Stokes 11:4 Eddie Brown 1953 Glasgow – Union Club Harry Stokes 11:8 Eddie Brown 1954 unbekannt Harry Stokes 11:5 R. C. T. Martin 1980 Cumbernauld – Cumbernauld Theatre Eddie Sinclair 11:6 Chris Ross 1979/80 1981 Ian Black 11:7 Matt Gibson 1980/81 1982 Dunfermline – Glen Pavillon Eddie Sinclair 11:7 Ian Black Tartan Bitter, Daily Record 1981/82 1983 Glasgow – University of Glasgow Murdo MacLeod 11:9 Eddie Sinclair – 1983/84 1984 unbekannt Murdo MacLeod 8:7 Eddie Sinclair 1985 Edinburgh – Marco’s Leisure Centre Murdo MacLeod 10:2 Eddie Sinclair 1984/85 1986 Stephen Hendry 10:5 Matt Gibson Canada Dry 1985/86 1987 Glasgow – Steve Davis Club Stephen Hendry 10:7 Jim Donnelly People’s Cars 1986/87 1988 Edinburgh – Marco’s Leisure Centre Stephen Hendry 10:4 Murdo MacLeod Swish 1987/88 1989 John Rea 9:7 Murdo MacLeod – 1988/89 2011 Clydebank – Lucky Break Snooker Club John Higgins 6:1 Anthony McGill 2010/11
Einzelnachweise
Kategorie:Erstveranstaltung 1946 Kategorie:Letzte Veranstaltung 2011