miniatur|Rudi Bach auf einer Fotografie von Nicola Perscheid Rudi Bach (Pseudonym Idur Rivus; * 20. Januar 1886 als Anton Bach in Hamburg; † wahrscheinlich Mitte/Ende September 1942 im KZ Auschwitz) war ein deutscher Schauspieler, Drehbuchautor und Filmregisseur.

Leben Der Sohn des Versicherungsbeamten Otto Bach und seiner Frau Helene, geb. Wahle,Staatsarchiv Hamburg, Geburtsregister Standesamt Hamburg III, Nr. 402/1886 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig). besuchte die Volksschule und das Untergymnasium in Wien. Anschließend ging er nach eigener Aussage auf eine Malakademie und ein Konservatorium. Mit 17 Jahren begann er seine künstlerische Laufbahn als Schauspieler beim Schmierentheater. Später sah man ihn auch unter der Leitung von Josef Jarno am Theater in der Josefstadt und an Montis Operettentheater in Berlin, wo er als erster Komiker eine Anstellung fand. Am Theater des Westens setzte man ihn nicht nur erneut als Komiker ein, sondern ließ ihn bis 1922 auch Stücke inszenieren. Danach versuchte sich Bach am Kabarett.

Im Jahre 1912 kam Rudi Bach erstmals mit dem Film in Berührung und inszenierte in den knapp zehn folgenden Jahren nach eigenen Angaben 108 Lustspiele und 46 Dramen. Nebenbei trat er auch als Schauspieler vor die Kamera. Ein Großteil seiner Arbeiten waren Kurzfilme. So initiierte er beispielsweise zu Beginn seiner Karriere die beliebte Purzel-Lustspielreihe. Mit einer Hannoveraner Produktion beendete Bach 1922 seine umfangreiche Leinwandkarriere.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte Rudi Bach, der jüdischer Herkunft war, zunächst in die Tschechoslowakei und dann nach Frankreich. Nach der deutschen Einnahme Frankreichs wurde er im Sammellager Drancy interniert und am 18. September 1942 in das KZ Auschwitz deportiert. Von den insgesamt 922 Deportierten wurden nur 31 Männer zur Zwangsarbeit selektiert, sodass der 56-jährige Bach aller Wahrscheinlichkeit nach kurz nach seiner Ankunft in Auschwitz ermordet wurde.

Rudi Bach, der gelegentlich auch unter dem Pseudonym Idur Rivus gearbeitet hat, gilt unter anderem als Entdecker von Lissy Arna. Ab 1910 war er mit Ludmilla Richter verheiratet.Wiener Stadt- und Landesarchiv, Trauungsbuch der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Nr. 92/1910 (vgl. Eintrag auf GenTeam, anmeldepflichtig).

Filmografie (als Regisseur) 1912: Purzel & Co. 1912: Purzel in der Sommerfrische 1912: Purzel als Tennisspieler 1912: Purzel als Schornsteinfeger 1912: Purzel als Radfahrer 1912: Purzel als Erbe 1913: Purzel als Ehemann 1918: Wenn die rote Heide blüht 1918: Schnurzel soll sich verloben 1919: Arme kleine Eva 1919: Sanatorium zum Amor (auch Drehbuch) 1919: Lissys Flimmerkur 1919: Lissys Brautnacht 1919: Herrin ihrer Tat (auch Drehbuch) 1919: Die Dienerschaft läßt bitten 1920: Wallys Pech 1920: Wallys Hauslehrer 1920: Wally, die Stütze 1920: Wallys Verlobung 1920: Wally, die Perle 1920: Tom Black, der Verbrecherfürst (4 Teile) 1920: Meernixe 1920: Ottchen macht alles 1920: Expreßheirat 1920: Das Gastmahl des Satans 1920: Das Geheimnis von Schloß Totenstein 1920: Die Gespenster-Wally 1921: Arme kleine Eva, 2. Teil 1921: Söhne der Hölle 1921: Der Held des Tages 1922: Die büßende Magdalena

Filmografie (als Schauspieler) 1912: Purzel als Tennisspieler 1912: Die Papierspur 1918: Wenn die rote Heide blüht 1918: Tausend und eine Frau 1919: Sanatorium zum Amor 1919: Die Dienerschaft läßt bitten 1921: Schnurzel als Modell

Literatur Hans Richter (Hrsg.): Filmstern 1922. Hans Hermann Richter Verlag, Berlin-Wilmersdorf 1921/22, S. 10. Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926, S. 11.

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Einzelnachweise

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