mini|306px|Erzherzog Karl, Generalissimus des österreichischen Heeres 1809, in der Schlacht bei Aspern, Gemälde von Johann Peter Krafft (1780–1856) Die Schlacht bei Regensburg ist eine zusammenfassende Bezeichnung für eine Reihe zusammenhängender Gefechte und Schlachten im fünften Koalitionskrieg zwischen dem 19. und 23. April 1809. Im Verlauf dieser Kämpfe am Beginn des österreichisch-französischen Krieges von 1809 wurde die österreichische Armee von französisch geführten Truppen der Staaten des Rheinbundes unter Führung von Kaiser Napoleon I. entscheidend geschlagen und musste daraufhin nach Österreich zurückweichen. Im Verlauf der Kämpfe kam es zu größeren Gefechten bei Arnhofen und Offenstetten,heute Ortsteile von Abensberg Kirchdorf, Siegenburg, Rohr, Rottenburg, Pfeffenhausen, Pfaffenhofen an der Ilm, Peisingbei Bad Abbach Langquaid,in den zeitgenössischen Berichten häufig „Langwied“ oder „Langwaid“ geschrieben Thann,heutiger Name Herrnwahlthann Teugn, Dünzling und Hausen (siehe Schlacht bei Teugn-Hausen),in der deutschsprachigen Literatur ist die Bezeichnung „Schlacht bei Teugn-Hausen“ für die Gefechte am 19. April 1805 bei diesen Orten nicht gebräuchlich. Landshut, Eggmühl und Regensburg.

Da diese Gefechte räumlich zwar weit verteilt, aber zum Teil gleichzeitig stattfanden, eng zusammenhingen und sich gegenseitig bedingten und beeinflussten, können sie nicht voneinander getrennt beschrieben werden.was in Lexika häufig geschieht Der französische General Pelet, der an den Kämpfen selbst teilnahm, bezeichnete sie als „komplizierte fünftägige Schlacht“ südlich der Donau.General Pelet: Kaiser Napoleons Feldzug in Deutschland 1809. 1824, Bd. 2, S. 90f In der deutschsprachigen Literatur werden die Gefechte deshalb meist zusammenhängend als „Feldzug von Regensburg“ dargestellt.Lossau: Feldzüge der Jahre 1809 und 1812 (= Charakteristik der Kriege Napoleons. Band III)K.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. ÖMZ 1862/63 (1865), Bd. 1Schneidawind: Der Krieg Österreichs gegen Frankreich im Jahre 1809. 1842, Bd. 1Welden: Der Krieg von 1809. 1872. Die Schlacht von Abensberg am 20. April 1809 und die Schlacht von Eggmühl am 22. April waren die größten Einzelgefechte im Verlauf des Feldzuges. Das Ende des Feldzuges war die Erstürmung der Stadt Regensburg am Abend des 23. April. Dabei kam es auch zur Beschießung der bayerischen Kleinstadt Stadtamhof durch österreichische Artillerie und zu Straßenkämpfen, in deren Folge Stadtamhof völlig zerstört wurde. In den Darstellungen, die diese Gefechte getrennt beschreiben bzw. auflisten, wird häufig ausschließlich dieser abschließende Kampf um die Städte Regensburg und Stadtamhof, sowie der Kampf um die Steinerne Brücke verbunden mit dem Übergang über die Donau als die Schlacht von Regensburg bezeichnet.

Vorgeschichte Politische Vorgeschichte Nach dem Frieden von Tilsit befanden sich nur noch Frankreich und Großbritannien miteinander im Krieg. Als dann der Aufstand gegen die französische Herrschaft in Spanien 1808 für manche überraschend sichtbar machte, dass das französische Heer keineswegs unbesiegbar war,„Alethinos“ (i.e. J.G. Pahl): Der Krieg in Teutschland im Jahre 1809 und dessen Resultate. 1810, S. 27 f. versuchte Österreich, das die Niederlage von 1805 und die schmerzlichen Friedensbedingungen keineswegs vergessen hatte, seine fast abgebrochenen Kontakte mit England wieder neu zu beleben. Infolgedessen eskalierten bald wieder die diplomatischen Spannungen zwischen Österreich und Frankreich, die in Paris noch durch Agentenberichte verstärkt wurden, nach denen in der Adria der Handel mit englischen Waren (siehe Kontinentalsperre) keineswegs so streng eingeschränkt war wie von Napoleon gefordertÖsterreich bemühte sich im Herbst 1809 durch indirekte Sondierungen beim englischen Hof um den Abschluss eines „Seefriedens“Alethinos: Der Krieg in Teutschland im Jahre 1809 und dessen Resultate. 1810, S. 24. und im Hafen von Triest sogar Schiffe mit spanischer Flagge anlegen durften.d. h. Schiffe, welche die Flagge der bourbonische Könige von Spanien zeigten.Alison: History of Europe 1789–1815. 1839, vol. VII, S. 224

Die Spannungen wurden auf dem Kongress von Erfurt öffentlich sichtbar. Während einer feierlichen Audienz am 15. August 1808, auf der Kaiser Napoleon eigentlich ganz Europa seinen „Friedenswillen“ demonstrieren wollte, erklärte er dem österreichischen Botschafter Metternich in kränkender Form seinen „Unmut“ über Österreich. Beim Abschluss des Kongresses überreichte er dem österreichischen Bevollmächtigten, General Vincent, einen Brief an Kaiser Franz, in dem er diesen eindringlich vor jedem Schritt warnte, der „seine Besorgnis erwecken“ oder der einer „Diversion zu Gunsten Großbritanniens ähnlich sehen könnte“.Häusser: Deutsche Geschichte 1786–1815. 1856, Bd. 3, S. 247., 315 ff.Pelet: Kaiser Napoleons Feldzug in Deutschland 1809. 1824, Bd. 1, S. 272 ff. Kurz darauf brach Napoleon nach Spanien auf, um dort mit 300.000 Mann den Aufstand gegen die französische Herrschaft niederzuschlagen (siehe Napoleonische Kriege auf der Iberischen Halbinsel). Als dort aber der erhoffte schnelle Erfolg ausblieb, mehrten sich auch in Mitteleuropa die Zeichen für einen erneuten Krieg. Daher kehrte Napoleon im Januar vorzeitig nach Paris zurück und forderte die mit ihm im Rheinbund militärisch verbündeten Fürsten auf, gemäß der Rheinbundakte ihre Truppenkontingente bereitzuhalten, die sie im Kriegsfall zu stellen hatten, um Frankreich zu unterstützen. Von dieser Forderung war auch Regensburg betroffen, denn mit seinem damaligen Landesherren Karl Theodor von Dalberg war auch das Fürstentum Regensburg Mitglied im Rheinbund und damit Napoleon zum Beistand verpflichtet.Häusser: Deutsche Geschichte 1786–1815. 1856, Bd. 3, S. 319–326

Truppenaufstellungen Nach der Reorganisation des Heeres, die der österreichische Erzherzog Karl nach der Niederlage von 1805 durchgeführt hatte, besaß das österreichische Heer im Februar 1809 eine Stärke von insgesamt etwa 330.000 bis 340.000 Mann.einschließlich der Truppen in Tirol, Italien, Galizien und auf dem Balkan etc.Schneidawind: Der Krieg Österreichs im Jahre 1809. 1842, S. 24.Groß-Hoffinger: Erzherzog Karl von Österreich. 1846, S. 340.Rothenburg: Die Waffentaten der Österreicher 1809. 1838, S. 7.Lossau: Feldzüge der Jahre 1809 und 1812 (= Charakteristik der Kriege Napoleons. Band III) 1847, S. 9.K.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. ÖMZ 1862/63 (1865), Bd. 1, S. 167 ff. Die österreichische Hauptarmee, mit der Erzherzog Karl als Generalissimus in Bayern einmarschieren sollte, besaß eine Stärke von etwa 200.000 Mann und war in sechs Armeekorps untergliedert.die Korps entsprachen in ihrer Gliederung in etwa den damaligen französischen Armeekorps. Die als Elite geltenden Grenadiere und Kürassiere waren in zwei besonderen „Reservecorps“ zusammengefasst. Diese besaßen somit in etwa die Funktion der französischen „Garde“, hatten aber jeweils nur die Stärke von großen DivisionenSchneidawind: Carl, Erzherzog von Österreich. 1840, Bd. 2, S. 83. Absicht des Erzherzogs war es, die französische „Armee in Deutschland“ (auf Französisch „Armée d’Allemagne“in manchen Darstellungen auch „Armée de Rhin“ genannt.Pelet: Kaiser Napoleons Feldzüge in Deutschland 1809. 1824, Bd. 1, S. 132.) unter Marschall Davout zu schlagen, bevor Napoleon mit frischen Truppen den Rhein überqueren konnte.Lossau: Feldzüge der Jahre 1809 und 1812 (= Charakteristik der Kriege Napoleons. Band III) 1847, S. 10. Allerdings vollzogen sich Vorbereitung und Aufmarsch des österreichischen Heeres, das noch nicht vollständig auf Etatstärke gebracht worden war, so langsam, dass die dadurch vorgewarnte französische Armee ausreichend Zeit fand, sich in Süddeutschland zu konzentrieren. Dies wiederum erzwang eine Änderung der österreichischen Pläne, so dass es schließlich sogar fast Mitte April wurde, bis es mit knapp 150.000 MannSchneidawind: Carl, Erzherzog von Österreich. 1840, Bd. 2, S. 96.K.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. ÖMZ 1862/63 (1865), Bd. 1, S. 229. den Inn unter der Führung von Erzherzog Karl überschreiten konnte. Weitere 50.000 Mann marschierten unter der Führung von General der KavallerieDienstgrad unsicher. Nach der Neuen Deutschen Biographie wurde er erst 1809 zum Feldmarschalleutnant befördert. In der übrigen Literatur wird er sowohl als FML als auch als „General der Kavallerie“ tituliert. Da Bellegarde Oberkommandierender der österreichischen Truppen in der Oberpfalz war, der Kommandierende General des II. Armeekorps aber den Rang eines Feldzeugmeisters besaß, hatte er wahrscheinlich doch höheren Rang. Graf Bellegarde in die Oberpfalz ein.Lossau: Feldzüge der Jahre 1809 und 1812 (= Charakteristik der Kriege Napoleons. Band III) 1847, S. 14 ff.

Auf der anderen Seite hatte die französische Armee in Deutschland (siehe Hauptartikel Grande Armée) im März 1809 eine Stärke von rund 140.000 Mann. Hinzu kamen noch die Truppenkontingente (115.000 Mann), welche die Rheinbundstaaten im Kriegsfall an Kaiser Napoleon zu stellen hatten.Groß-Hoffinger: Erzherzog Karl von Österreich. 1846, S. 340. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich allerdings noch weitere Truppen auf dem Marsch nach Bayern, die jedoch erst nach dem Kriegsausbruch ihre vorgegebenen Ziele erreichten.K.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. ÖMZ 1862/63 (1865), Bd. 1, S. 233.Lossau: Feldzüge der Jahre 1809 und 1812 (= Charakteristik der Kriege Napoleons. Band III), S. 8 ff. Während des Aprils wurde bei Hanau schließlich noch ein besonderes Armeekorps zusammengestellt, das kurz darauf unter General Junot als „Observationkorps an der Elbe“ die Deckung des Königreichs Westphalen gegen Preußen übernahm.K.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. ÖMZ 1862/63 (1865), Bd. 1, S. 232.

Da im Frühjahr 1809 ein großer Teil des französischen Heeres in den Krieg in Spanien verwickelt war, bestand die Armee, die Napoleon im April in Süddeutschland versammelt hatte, zu einem großen Teil aus Truppen der Rheinbund-Staaten.Pelet: Kaiser Napoleons Feldzug in Deutschland 1809. 1824, Bd. 2, S. 296ffK.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. ÖMZ 1862/63 (1865), Bd. 1, S. 233. Das 7. Armeekorps unter Marschall Lefebvre rekrutierte sich aus den drei bayerischen Divisionen (32.000 Mann) und das 8. Armeekorps unter Marschall Augereau bestand zu Beginn des Krieges nur aus der württembergischen Division (13.000 Mann) unter General Vandamme. Das 4. Armeekorps unter Marschall Massena, der über vier Divisionen verfügte, setzte sich zu einem beträchtlichen Teil aus dem badischen, nassauischen und hessischen Kontingent zusammen. Auch das 3. Armeekorps von Marschall Davout, der bisherige Kern der „Armée d’Allemagne“, besaß neben drei französischen Divisionen auch eine Division aus Truppen der kleinen Rheinbundfürsten. Am 9. April 1809, dem Tag der österreichischen Kriegserklärung, verfügte Kaiser Napoleon in Bayern zwischen Augsburg und Amberg über ein einsatzbereites Heer von 198.000 Mann mit 330 Geschützen. In dieser Gesamtzahl sind somit die französischen und die Rheinbund-Truppen in Norddeutschland, in Sachsen, in den preußischen Festungen oder im Herzogtum Warschau nicht mit einberechnet.Lossau: Feldzüge der Jahre 1809 und 1812 (= Charakteristik der Kriege Napoleons. Band III) 1847, S. 8 ff., 16.K.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. ÖMZ 1862/63 (1865), Bd. 1, S. 233.

Militärische Vorgeschichte mini|Aufmarsch der österreichischen und der französischen Armee bis Mitte April 1809