American Horror Story ist eine US-amerikanische Horror-Fernsehserie, die auf einer Idee von Ryan Murphy und Brad Falchuk basiert. Die Serie startete am 5. Oktober 2011 auf dem US-Kabelsender FX. In Deutschland wird die Serie seit dem 9. November 2011 auf dem Pay-TV-Sender FOX ausgestrahlt. Die Ausstrahlung im deutschen frei empfangbaren Fernsehen startete am 7. März 2013 bei sixx. Die erste Staffel wurde im deutschsprachigen Raum zunächst unter dem Titel American Horror Story – Die dunkle Seite in Dir veröffentlicht.

FX verlängerte die Serie nach Ausstrahlung der neunten Staffel bereits um eine 13. Staffel.Garantiert bis 2023: Gruseln mit «American Horror Story», abgerufen am 9. Januar 2020.

Handlung Allgemein Spezielles Merkmal der Serie ist die Anthologie, bei der die einzelnen Staffeln nicht mit einer durchgehenden Handlung konzipiert sind. Jede Staffel erzählt eine in sich abgeschlossene Handlung. Dabei ist zwar ein Großteil der Besetzung stets wiederkehrend, bis auf wenige Ausnahmen werden jedoch komplett andere Charaktere verkörpert (siehe Besetzung und Synchronisation). Außerdem sind der Handlungsort und die Zeit der Handlung der verschiedenen Staffeln stark abweichend. Wie Ryan Murphy, einer der Schöpfer der Serie, in einem Interview erklärte, sollen tatsächlich aber zwischen allen Staffeln Verbindungen existieren.http://www.ew.com/article/2014/10/31/ryan-murphy-american-horror-story-connectedhttp://www.moviepilot.de/news/american-horror-story-alle-staffeln-miteinander-verbunden-138229 Erstmals deutlich wird dies in der vierten Staffel Freak Show, in welcher die Vorgeschichte der Figur Pepper aus Asylum eine Nebenhandlung ist. In der zehnten Folge endet dieser Handlungsstrang mit ihrer Einweisung in Briarcliff. Ferner wird gezeigt, dass der deutsche Arzt Hans Gruber Elsa Mars’ Beine amputiert hat; Gruber ist unter seinem Decknamen Arthur Arden in Asylum der in Briarcliff praktizierende Arzt. In der fünften Staffel, Hotel, sucht die von Lady Gaga gespielte Countess in den 1920er Jahren Charles Montgomery, den Erbauer des Murder House aus der ersten Staffel, in eben jenem auf. Eine entscheidende inhaltliche Parallele ist, dass beiden namensgebenden Gebäuden die gleiche Eigenschaft zuteilwird, wonach Menschen, die auf ihrem jeweiligen Grundstück sterben, fortan als Geister an dieses gebunden sind. Ferner haben die Charaktere Billie Dean Howard (aus Murder House) und die Hexe Queenie (aus Coven) kurze Auftritte in der fünften Staffel. Das koloniale Farmhaus in Roanoke, welches der Haupthandlungsort der sechsten Staffel ist, wurde von Edward Philippe Mott erbaut, dessen letzter Nachfahre Dandy Mott mehrere Jahrhunderte später der Hauptantagonist in Freak Show ist. Lana Winters aus Asylum tritt zudem in der letzten Folge der sechsten Staffel auf. In der siebten Staffel Cult hat der mordende Clown Twisty aus Freak Show mehrere Auftritte in Form einer Horror-Comic-Serie, welche von seinen 60 Jahre vorher stattfindenden Morden aus der vierten Staffel inspiriert ist. In der letzten Folge wird zudem erneut die Journalistin Lana Winters erwähnt, tritt diesmal aber nicht auf.

Es gibt zudem kleinere Parallelen zwischen Charakteren unterschiedlicher Staffeln, die von der gleichen Darstellerin gespielt werden. Sowohl Schwester Jude (Asylum) als auch Elsa Mars (Freak Show) – beide gespielt von Jessica Lange – haben eine Schwäche für den Film Im Zeichen des Kreuzes. Die Figuren Billie Dean Howard (Murder House) und Cordelia Foxx (Coven) – jeweils Sarah Paulson – nehmen zu unterschiedlichen Gelegenheiten die Geister des Hotel Cortez als Schreie in dessen Wänden wahr.

Den endgültigen Bruch mit dem Anthologie-Format der vorherigen Staffeln markiert die achte Staffel Apocalypse. Sie führt Handlungsstränge aus Murder House (hauptsächlich der mittlerweile erwachsene Michael Langdon, welcher zum Ende der ersten Staffel als Antichrist identifiziert wurde) und Coven (der namensgebende Hexenzirkel kehrt als Gegenspieler Langdons zurück und ferner wird dessen Mythologie hier um ein männliches Pendant erweitert) fort und verknüpft sie miteinander. In einer Folge gibt es zudem eine Rückblende ins Hotel Cortez aus der fünften Staffel, wo die Hexe Queenie wie oben erwähnt ermordet wurde; eine weitere spielt fast ausschließlich im Murder House und führt die Handlungsstränge der Figuren der ersten Staffel fort. Des Weiteren enthält Apocalypse Querverweise zu Asylum, Roanoke und Cult.

Die neunte Staffel, 1984, scheint erstmals mit diesem Format bewusst zu brechen: Eine zentrale Figur ist der real existierende Serienmörder Richard Ramírez, welcher zuvor in Hotel entsprechend seiner echten Biografie (im Jahr 2013 starb Ramírez an Leukämie) als Geist auftauchte. 1984 porträtiert ihn als devoten Jünger Satans, welcher in Ritualen, die denen Michael Langdons in Apocalypse ähneln, mehrfach dem Tod entrinnt. Gleichzeitig überlebt diese Version von Ramirez bis mindestens ins Jahr 2019, was seiner Inkarnation aus Hotel widerspricht. Eine Erklärung hierfür wird nicht gegeben. 1984 enthält zudem einen direkten Verweis auf Asylum und indirekte Anspielungen auf Cult (Margaret Booth ist die zwischenzeitliche Eigentümerin von Briar Cliff Manor sowie diverser Immobilien von Kultführern, welche Kai Anderson in der siebten Staffel beeinflusst haben).

Geister Ein übernatürliches Element, welches in gleich sechs Staffeln – Murder House, Hotel, Roanoke, 1984 sowie indirekt in Apocalypse und in deutlich kleinerem Umfang in Coven – eine tragende Rolle spielt, ist das Phänomen, dass die oft namensgebenden Handlungsorte Menschen, welche dort sterben, als Geister an diese binden. Die Geister treten dabei in normal erscheinender menschlicher Form auf und können mit den Lebenden normal interagieren (wenngleich sie auch auf eigene Entscheidung verborgen bleiben können). Sie können regulär durch Gewalt „getötet“ werden, erscheinen allerdings nach kurzer Zeit unverletzt von neuem. Wiederkehrende Handlungselemente sind dabei einzelne Figuren, welche sich ihres eigenen Ablebens zunächst nicht bewusst sind sowie die häufig in gewaltvollen Morden resultierenden Schwierigkeiten der Geister, ihr Schicksal zu akzeptieren. Besagte Staffeln enden häufig damit, dass die meisten als Geist reinkarnierten Figuren eine neue, positive Bestimmung für ihr Dasein finden.

Halloween Herauszustellen sind ebenfalls die Folgen, welche an Halloween spielen. Hierbei sind bestimmte Motive über alle Staffeln, außer Staffel 7, gleich. An Halloween verschwinden in diesen Staffeln die Grenzen zwischen Dies- und Jenseits, weshalb es Geistern möglich ist, im Diesseits an allen möglichen Orten aufzutreten. So können die verfluchten Geister aus dem „Murder House“ aus Staffel 1 an Halloween das Haus verlassen. Freak Show (Staffel vier) etabliert, dass es für die namensgebenden Freaks lebensgefährlich ist, an Halloween vor Publikum aufzutreten, da sie von einem bösen Geist ins Jenseits gezerrt werden können. In Hotel hingegen ist Halloween der Tag, an welchem im namensgebenden Hotel Cortez die Teufelsnacht stattfindet; ein Anlass, bei dem sich die Geister verschiedener bekannter Serienmörder zu einer Feier treffen und nur an diesem Abend als Geister erscheinen können. Spätere Staffeln verzichten hingegen auf Halloween als ein besonderes Handlungselement.

Populäre Fantheorie Eine populäre Fantheorie strengt die Vermutung an, jede Staffel der Serie würde für einen der neun Höllenkreise stehen. So würden die Protagonisten jeder Staffel jeweils für eine Sünde bestraft werden. Schöpfer Ryan Murphy bezeichnete die Theorie als „interessant“, jedoch müsste die zehnte Staffel in der Hölle selbst spielen, um sie zu bestätigen.American Horror Story season 9: Release date, theme, cast and everything you need to know, digitalspy.com, abgerufen am 29. März 2019 (englisch)

Staffel 1 (Murder House)

Die erste Staffel der Serie spielt in der Gegenwart und erzählt die Geschichte der Familie Harmon. Vivien Harmon, ihr Ehemann Ben und ihre Tochter Violet beziehen in Los Angeles ein altes Haus. Die Familie hatte sich entschieden, von Boston wegzuziehen, um einen Neustart zu beginnen, nachdem Ben eine Affäre mit einer Studentin eingegangen war und die Ehe beinahe daran gescheitert wäre. Die Familie ahnt jedoch nicht, dass ihr neues Haus eine dunkle Vergangenheit hat. Erbaut worden ist es in den 1920er Jahren von einem reichen Arzt für seine Frau. Als er drogensüchtig wird, veranlasst sie aus Angst vor dem finanziellen Ruin, dass ihr Mann im Keller des Hauses illegale Abtreibungen vornehmen kann. Der Freund einer Patientin tötet aus Rache für eine solche Abtreibung das Kind des Ehepaars. Dem „Frankenstein-Komplex“ verfallen, verstümmelt der Arzt den toten Körper seines Kindes, in der Hoffnung, es ins Leben zurückbringen zu können. Als er seiner Frau mitteilt, dass es ihm tatsächlich auch gelungen sei und sie im Kinderzimmer nachsehen könne, findet sie dort ihr Kind, welches nunmehr einer Kreatur gleicht. Die Hausbesitzerin erschießt daraufhin erst ihren Mann und dann sich selbst. Dies ist der Beginn einer langen Reihe von Todesfällen, die sich in dem Haus seitdem ereignet haben. Wer auf dem Grundstück stirbt, wird zum Geist und ist ewig – außer am Tag von Halloween – an das Gebäude gebunden.

Zunächst weiß die Familie Harmon nichts über diesen Hintergrund. Besonders oft werden sie von ihrer Nachbarin Constance und deren Tochter Adelaide, die das Down-Syndrom hat, besucht. Der Psychiater Ben, der sich eine Praxis aufbauen will, betreut zu Beginn den jugendlichen Tate, der an Gewaltphantasien leidet. Schnell freundet sich Violet, die an ihrer neuen Schule eine Außenseiterin ist, mit Tate an, was Ben deutlich missfällt. Wie sich später herausstellt, ist Tate der Sohn von Constance und ebenfalls ein Geist. Violet ist von dieser Erkenntnis so entsetzt, dass sie in Panik einen Selbstmordversuch begeht. Es stellt sich außerdem heraus, dass die Vorbesitzer des Hauses, ein homosexuelles Paar, von Tate ermordet worden sind, der bei der Tat einen schwarzen Latexanzug getragen hat. Vivien schläft mit Tate in der Illusion, ihr Mann Ben trage eben jenen Latexanzug. Kurze Zeit später ist sie mit Zwillingen schwanger.

Ben wird zunehmend von seiner alten Affäre bedrängt. Seine Studentin ist schwanger und beschließt, das Kind zu behalten und dies auch Bens Frau mitzuteilen. Doch dann erscheint ein fremder Mann, der Ben immer wieder bedrängt, das Haus zu verlassen. Der Mann, der von schweren Verbrennungsnarben gezeichnet ist, behauptet, selbst in dem Haus gewohnt und unabsichtlich seine ganze Familie verbrannt zu haben. In Wahrheit hat sich seine Frau samt den beiden Töchtern selbst verbrannt, nachdem er sie für Constance hat verlassen wollen. Der Fremde erschlägt Bens ehemalige Geliebte, als diese bei Ben zu Hause auftaucht, nachdem Ben sie bei einer geplanten Verabredung hat sitzen lassen, und vergräbt sie im Garten, woraufhin auch sie zum Geist wird. Die Spannungen zwischen Ben und Vivien nehmen zu, als sich herausstellt, dass Ben nur einen der beiden ungeborenen Zwillinge gezeugt hat. Violet entdeckt im Keller des Hauses ihre eigene Leiche. Sie ist bei ihrem Selbstmordversuch gestorben und ebenfalls ein Geist, ohne dies bemerkt zu haben. Tate hatte ihre Leiche im Keller versteckt, um ihr den Schock zu ersparen. Ben entdeckt, dass es sich bei der Gestalt im schwarzen Latexanzug um Tate handelt, der nicht nur seine Frau vergewaltigt, sondern auch die Vorbesitzer getötet hat. Violet wendet sich aus diesem Grund endgültig von Tate ab.