Heinbockel ist eine Gemeinde im Landkreis Stade in Niedersachsen. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Himmelpforten hat. Sie besteht aus den Ortsteilen Heinbockel und Hagenah. Sie hat etwa 1493 Einwohner, wovon etwa 804 auf Heinbockel und 689 auf Hagenah entfallen.
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1204 unter der Bezeichnung Heyenbokele. Aus dem Stader Stadtbuch geht hervor, dass es in Heinbockel 1349 bereits drei Höfe gegeben haben muss.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren vermutlich drei der damals sieben Heinbockler Höfe durch marodierende Truppen niedergebrannt worden. In der Folge fielen die Höfe an den Obristen Livfeld. Im 17. Jahrhundert wechselte Heinbockel mehrfach den Gutsherren. Zu den bekannten Besitzern gehörten Generalmajor von Arentsen und Generalmajor Mohr, der das Dorf für 3100 Reichstaler erwarb. 1691 wird eine Generalmajorin von Wrangel als Gutsherrin genannt. Später fiel das Dorf an den Kanzleirat Spilker in Stade.
1818 hatte Heinbockel 34 Häuser und 169 Einwohner.
Zwischen 1850 und 1877 wanderten 25 Einwohner aus Heinbockel nach Amerika aus.
An den Kriegen gegen Dänemark und Österreich sowie am Deutsch-Französischen Krieg beteiligten sich Einwohner Heinbockels. Am Deutsch-Dänischen Krieg und am Deutschen Krieg nahm jeweils ein Heinbockler teil, am Deutsch-Französischen Krieg zwei. Alle Teilnehmer kehrten nach Heinbockel zurück.
Vom 1. Januar bis zum 20. März 1920 war eine Kompanie der Eisernen Division in Heinbockel einquartiert.
Das Kriegerehrenmal in Heinbockel wurde 1921 eingeweiht.
Eingemeindungen Am 1. Juli 1972 wurde die Nachbargemeinde Hagenah eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr198719921997200220072012Einwohner8179201213157615351492 (jeweils zum 31. Dezember)LSKN-Online
Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Heinbockel besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1001 und 2000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.
Die letzte Kommunalwahl am 12. September 2021 ergab das folgende Ergebnis:
Partei/Wählergruppe Stimmenanteil Sitze FWG Gemeinde Heinbockel 62,86 % 7 CDU 37,14 % 4
+ Vorherige Wahlergebnisse Wahljahr WG CDU SPDGesamt2016Gemeinde Heinbockel – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 7. April 2017.74 –11 Sitze 2011 7 4 –11 Sitze 2006 4 5 211 Sitze 2001 4 6 111 Sitze ________________WG: Wählergemeinschaft Heinbockel/Hagenah
Bürgermeister Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Andreas Haack (WG Heinbockel/Hagenah) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode., abgerufen am 7. April 2017.
+ Amtsinhaber 2006–2026 Andreas Haack (WG) 1998–2006 Heinz Meyer (CDU) 1988–1998 Heinrich Heins (WG)1984–1987Wilhelm Buhr1949–1984Johann Behrens1948August Tiedemann1947Jürgen Tamke1946Johann Brinkmann1945Johann Borstelmann1933–1945Carsten Behrens1932–1933Johann Hinrichs1928–1932Claus Schradieck1918–1928Hinrich Meyer1883–1918Johann Heinsn.VHinrich Behrens1883Johann Heins1875Johann Tiedemann1855Heinrich Behrens, sen.
Wappen Das Wappen wurde 1948 vom Gemeinderat beschlossen und am 2. Februar 1949 durch das Niedersächsische Innenministerium verliehen.
Blasonierung: „In Gold auf grünem Schildfuß belegt mit einer goldenen Urne ein schwarzes Hünengrab.“
Das Wappen wurde von dem heraldischen Berater Landschaftsrat von Holleufer entworfen und gestaltet. Die Gemeinde hat das noch gut erhaltenes Steinkammergrab in ihrer Gemarkung in ihr Wappen aufgenommen. Die Urne weist auf weitere frühgeschichtliche Funde und die alte Besiedlung des Gemeindegebietes hin.Wappenangaben auf der Internetseite der Samtgemeinde
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Erwähnenswert ist die regional bekannte Diskothek Musikladen Heinbockel, die ein Treffpunkt für Jugendliche und Erwachsene aus der Umgebung ist. Gaststätten gibt es in Heinbockel und Hagenah.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Wichtige Unternehmen, insbesondere in Hagenah, sind die Tiefbaufirma HMH (Helmut Meyer Hagenah) und der Landmaschinenhandel NEWTEC direkt an der B 74.
Verkehr Die Kreisstraße 57 verbindet den Ort mit der Bundesstraße 73 im Norden und die Bundesstraße 74 im Süden, die beide bei Stade zusammenlaufen und ebenfalls weiteren Anschluss Richtung Hamburg bieten. Nach Oldendorf Richtung Westen führt die Kreisstraße 72.
Literatur Bernhard Hellwege: Heinbockeler Chronik. 1989
Weblinks
Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Stade