Das Oberpfälzische Hügelland (auch: Oberpfälzisches Hügel- und Bergland oder Oberpfälzer Bruchschollenland) ist eine größtenteils in der Oberpfalz gelegene, herzynisch verlaufende Senken-Hügellandschaft zwischen dem Oberpfälzisch-Bayerischen Wald im (Nord-)Osten und der Frankenalb im (Süd-)Westen. Die in Nordwest-Südost-Richtung etwa 100 km lange, jedoch nur zwischen 7 und 35 km breite Senke nimmt eine Fläche von gut 2.000 km² ein; bekannteste Orte sind (von Nordwest nach Südost) Weiden (Ostrand), Amberg und Schwandorf.

Naturräumliche Zuordnung und Gliederung Das Oberpfälzische Hügelland ist die südöstliche, zur Donau entwässernde der zwei Haupteinheiten der Haupteinheitengruppe Oberpfälzisch-Obermainisches Hügelland. Letztere wird landläufig dem Südwestdeutschen Stufenland zugerechnet, jedoch zunehmend als eigenständige parallele Großregion 2. Ordnung angesehen.

Da von den Einzelblättern 1:200.000 zum Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands nur die Blätter 164 Regensburg und 165/166 Cham erschienen sind, nicht jedoch das Blatt 154/155 Bayreuth, existiert nur für den Südteil der Landschaft eine Feingliederung.

Folgende Unterlandschaften sind für den Südteil ausgewiesen: (zu 07 Oberpfälzisch-Obermainisches Hügelland) 070 Oberpfälzisches Hügelland (Oberpfälzer Bruchschollenland, 2004,9 km²) 070.0 Sulzbach-Amberg-Freihöls-Bodenwöhrer KreidebuchtBezeichnung auf Blatt 164 Regensburg (auf Blatt 165/166 Cham: Bodenwöhrer Bucht) 070.00 Rodinger Winkel 070.000 Rodinger Regental 070.001 Trübenbacher Kreidesenke 070.01 Rodinger Forst 070.02 Neubauer Senke 070.03 Einsiedler Forst 070.04 Bodenwöhrer Senke (Brucker SenkeBezeichnung auf Blatt 165/166 Cham) 070.05 Freihölser Senke 070.06 Östliche Amberg-Sulzbacher Kreidebucht 070.07 Nordwestliche Amberg-Sulzbacher Kreidebucht 070.1 Pennading-Schmidgaden-Stulln-Weidinger Graben 070.10 Lintacher Rücken 070.11 Thann-Pennadinger Ausraummulde 070.12 Pennading-Schmidgadener Graben 070.13 Wolfringer Rücken 070.14 Stulln-Weidinger Graben 070.15 Schwarzenfelder Klosterberg 070.16 Traunrichter Granitrücken 070.2 Hahnbacher Sattel und Hahnbacher Mulde 070.20 Großalbershofer Rücken 070.21 Poppenrichter Rücken 070.22 Ostflanke der Hahnbacher Mulde 070.220 Mariahilfberg 070.221 Mimbacher Rücken 070.23 Raigering-Aschacher Hucken 070.24 Krumbachtal 070.25 Hahnbacher Mulde 070.3 Restberge des Pittersberger Sattels 070.30 Pittersberger Restsattel 070.31 Schwandorfer Weinberg 070.32 Wackersdorf-Meldauer Höhenzug 070.4 Pittersberger Ausraummulde 070.40 Schwandorfer Bucht 070.41 Nittenauer Bucht 070.5 Südliches Oberpfälzer Bruchschollenland 070.50 Alte Naabrinnen im Norden und im Zentrum der Einheit 070.500 Maxhütte-Haidhofer Platte 070.501 Raffa-Platte 070.502 Wolfsegger Platte 070.503 Regendorfer Platte 070.504 Blümelberg 070.505 Hainsacker-Karether Platte 070.51 Unteres Regental 070.52 Wutzelhofener Trockental 070.53 Saller- und Sallerner Berg 070.54 Keilbergplatte

Im Nordteil befinden sich unter anderem folgende Untereinheiten: Vilsecker Kreidegrund Weidener Becken Kohlberger Höhenrücken Hirschau-Schnaittenbacher Senke (Hirschau-Schnaittenbacher Mulde)

Das Bundesamt für Naturschutz fasst die Teile des Oberpfälzischen Hügellandes nördlich der durch das Hereinragen des Naabgebirges von Osten entstandenen Engstelle unter der Bezeichnung Grafenwöhrer Hügel- und Bergland zusammen.

Geographie und Geologie Das oberpfälzische Hügelland ist ein in nicht geringen Anteilen bewaldetes Gebiet, dessen Fläche von etwa 2000 km² zu etwa 5 % unter Schutz steht (FFH, Vogelschutzgebiete). Insgesamt liegen knapp 1 % des Gebietes in Naturschutzgebieten.

Vom nördlicher gelegenen Obermainischen Hügelland wird es durch die Europäische Hauptwasserscheide, die hier die Einzugsgebiete von Main und Naab separiert, getrennt. Im Osten wird es durch den Oberpfälzer Wald, im Süden durch den Fluss Regen und die Stadt Roding, im Westen durch die Fränkische Alb begrenzt. Der nördliche Teil bis zur Stadt Amberg im Süden trägt auch den Namen Grafenwöhrer Hügel- und Bergland.

Der Großteil dieser Kulturlandschaft liegt in der Oberpfalz, ein kleiner Teil im äußersten Norden in Oberfranken. Die Höhe des Hügellandes liegt im Durchschnitt zwischen 400 und 500 m ü. NN. Tektonisch ist die Landschaft durch herzynische Störungen, wie der Freihunger Störung, geprägt.

Die wenig reliefierten Flächen sind nur geringfügig durch die Flussläufe zerschnitten. Lediglich in den höheren Lagen haben sich die sonst etwa 30 bis 50 m tiefen Täler bis zu 100 m eingetieft. Der Untergrund besteht aus unterschiedlichen Materialien, jedoch im nördlichen Teil meist aus Rotliegend, Buntsandstein, Keuper und Dogger, vereinzelt auch Basalt. Neben den genannten Materialien stellen ausgedehnte Kreide- und Tertiär-Ablagerungen die Gesteinsarten des Südteils dar. Es kommen jedoch praktisch fast alle Gesteinsarten seit dem Perm vor.

Die auffällige Engstelle bei Amberg hängt damit zusammen, dass der Pfahl die hercynisch verlaufenden Störungen, die die Bruchschollen nach Gesteinsalter von Südwest nach Nordost gruppieren, sehr spitzwinkelig schneidet.

Flora und Fauna Wichtige Pflanzenarten sind Kiefer, Heidekraut, Heidel- und Preiselbeeren. Neben Forst- und Landwirtschaft gibt es in den Niederungen Teichwirtschaft. Die Feuchtbiotope sind von besonderer Bedeutung, wie zum Beispiel die Weiherkette nördlich von Pittersberg, die sich durch sehr wertvolle faunistische und floristische Vorkommen auszeichnet. Das Gebiet dient auch als wichtiger Rückzugsraum für Amphibien aller Arten.

Einzelnachweise Emil Meynen, Josef Schmithüsen (Herausgeber): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).

Dietrich-Jürgen Manske: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 164 Regensburg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1981. → Online-Karte (PDF; 4,8 MB)

Klaus Müller-Hohenstein: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 165/166 Cham. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1973. → Online-Karte (PDF; 4,4 MB)

Quellen und Weblinks Landschaftssteckbriefe des BfN: Oberpfälzisches Hügelland Truppenübungsplatz Grafenwöhr Naabtal zwischen Wernberg und Maxhütte (nur z. T. im Oberpfälzischen Hügelland)

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