Citroën Total World Rally Team180px Name Citroën Total Abu Dhabi WRT Unternehmen Citroën Unternehmenssitz Frankreichborder|18px|link=Frankreich|Frankreich Versailles Teamchef Frankreichborder|18px|link=Frankreich|Frankreich Pierre Budar Techn. Direktor Frankreichborder|18px|link=Frankreich|Frankreich Christophe Besse Saison 2018 Fahrer Vereinigtes Konigreich20px|link=Vereinigtes Königreich|Vereinigtes Königreich Kris MeekeNorwegen20px|link=Norwegen|Norwegen Mads ØstbergVereinigte Arabische Emirateborder|18px|link=Vereinigte Arabische Emirate|Vereinigte Arabische Emirate Khalid Al-Qassimi Beifahrer Irlandborder|18px|link=Irland|Irland Paul NagleSchweden20px|link=Schweden|Schweden Jonas AnderssonVereinigtes Konigreich20px|link=Vereinigtes Königreich|Vereinigtes Königreich Chris Patterson Fahrzeug Citroën DS3 WRC Reifen Michelin WM-Position 2 Statistik Erster Rallye-Weltmeisterschaftslauf Rallye Katalonien 1998 Konstrukteurs-WM 82003, 2004, 2005, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 Fahrer-WM 92004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 Rallyesiege 93 Position Saison 2014 2 Stand: nach 9 von 13 Weltmeisterschaftsläufen 2014
Das Citroën Total World Rally Team (das „Total“ steht für das französische Mineralölunternehmen) war das Werksteam der Motorsportabteilung Citroën Racing des französischen Automobilherstellers Citroën, der nach dem Firmengründer André Citroën benannt wurde und sich von Saison 2003 bis 2019 in der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft engagierte. Das Team hieß ab 2013 Citroën Total Abu Dhabi WRT. Mit 93 WRC-Siegen ist Citroën bis zum Jahr 2014 der erfolgreichste Automobilhersteller in der Rallyegeschichte.wrc.com: Citroën Total Abu Dhabi WRT, 26. August 2014
Vorgeschichte mini|links|Citroën ZX Rally Raid beim 14. ICCCR Citroen World Meeting Rom
Bereits in den 1950er und 1960er Jahren war die Marke im Motorsport aktiv. So gewann beispielsweise Paul Coltelloni in einem Citroën ID 19 die prestigeträchtige Rallye Monte Carlo 1959 und Pauli Toivonen im DS 21 die Monte 1966.
Citroën Sport stieg 1986 erstmals mit einem Gruppe B Citroën BX 4TC in die Rallye-Weltmeisterschaft ein. Das neu entwickelte Fahrzeug konnte allerdings nur bei drei Läufen der Gruppe B-Meisterschaft eingesetzt werden. Die Gruppe B stand nach einigen tragischen Unfällen bereits in der Kritik und wurde im Laufe dieser Saison, nach dem tödlichen Unfall von Henri Toivonen im Lancia Delta S4 bei der Rallye Korsika, endgültig verboten. Daraufhin zog sich das Citroën-Team aus der Rallye-Weltmeisterschaft zurück.
Mit der Markteinführung des Citroën ZX 1991 begann sich Citroën Sport in einer anderen Art des Rallyesports zu betätigen. Nachdem Citroën mit dem ZX Rally Raid die Rallye-Raid-Konstrukteursmeisterschaft 1991, 1994, 1995, 1996 und 1997 gewonnen hatte, in diesem Zeitraum die Rallye Paris-Dakar viermal gewann, zog es sich aus dieser Motorsportart zurück und begann mit den Vorbereitungen zum Aufbau eines neuen Rallyefahrzeuges.
Der als ZX-Nachfolger eingeführte Citroën Xsara sollte als frontgetriebenes Kit-Car in der bis-2000 cm³-Hubraumklasse (damals Kl.-A7) in der französischen Rallyemeisterschaft eingesetzt werden.
1998–2000: Vereinzelte WM-Teilnahmen mit dem Kitcar mini|Jesús Puras bei der Rallye Cantabria 1998
In der französischen Meisterschaft stellte sich das Fahrzeug als gelungene und konkurrenzfähige Konstruktion heraus. Da der Xsara gleich ab den ersten Einsätzen bei den französischen Rallyes von Sieg zu Sieg fuhr, drei davon auch zur Rallye-Europameisterschaft gehörten, beschloss man das Engagement auszudehnen.
Zunächst startete das Team ab der Rallye-Weltmeisterschaft 1998 mit den zweiradgetriebenen Citroën Xsara Kitcars bei den Asphaltrallyes der Weltmeisterschaft ohne bei der Konstrukteursweltmeisterschaft eingetragen zu sein.
Beim ersten Einsatz in der Weltmeisterschaft bei der Rallye Katalonien belegte Philippe Bugalski mit dem ungefähr 280 PS leistenden mit 2-Liter-Saugmotor und Vorderradantrieb ausgestatteten Xsara den Klassensieg und den fünften Gesamtrang hinter vier Turbo-Allradfahrzeugen der seit der Saison 1997 ausgeschriebenen WRC-Klasse. Er schied auf Korsika nach einer Kollision mit einer gebrochenen Radaufhängung und bei der Rallye San Remo nach einem Unfall aus. Sein Teamkollege Jesús Puras nahm 1998 an zwei WM-Rallyes teil ohne das Ziel zu erreichen.
In der Saison 1999 nahmen Philippe Bugalski und Jesús Puras wieder an drei WM-Asphaltrallyes im Xsara Kitcar teil. Bei der Rallye Katalonien errang Philippe Bugalski diesmal den Gesamtsieg vor den stärkeren World Rally Cars. Bei der Rallye Korsika gelang Bugalski und Puras ein Doppelsieg. Es begann sich bei den etablierten Werksteams Unzufriedenheit mit der Situation breit zu machen. Die Stimmen der Eine-Reglementänderung-Fordernden wurden immer lauter. So sagte, der damalige Ford-Werkspilot, Colin McRae:
„Sogar meine Großmutter hätte gute Chancen die Rallye Korsika in einem Xsara Kitcar zu gewinnen.“
Bei der Rallye San Remo schieden sowohl Bugalski als auch Puras aus. Trotzdem wurden für die Fahrzeuge der Klasse-A7 Luftmengenbegrenzer verpflichtend eingeführt. Citroën Sport zog sich mit dem Xsara Kitcar daraufhin aus der Teilnahme an Rallye-Weltmeisterschaftsläufen der Saison 2000 zurück.
Wie oben erwähnt, nahm das Team parallel dazu mit dem Xsara Kitcar an der französischen Rallyemeisterschaft teil, dort gewann Philippe Bugalski 1998 und 1999 den Meistertitel. Unter dem Namen Citroën Hispania setzte Citroën Sport das Xsara Kitcar auch drei Jahre lang in der spanischen Rallyemeisterschaft ein. Jesús Puras gewann den Titel mit diesem Fahrzeug 1998, 1999 und 2000.
Ebenso baute Citroën Sport in der nächstniedrigeren Klasse Citroën Saxo Kitcars als Kundenfahrzeuge auf. Ein junger Nachwuchsfahrer begann damit im, zur Jugendförderung geschaffenen Team, Équipe de France FFSA bei drei WM-Läufen 1999 „Weltmeisterschaftsluft zu schnuppern“. Der schon damals durch beeindruckende Wertungsprüfungszeiten für Aufsehen sorgende Sébastien Loeb sollte später noch von sich reden machen.
2000–2001: Xsara T4 und Saxo Super 1600 Im Jahr 2000 reagierte das Team auf die Restriktionen gegen die Kitcars. Da der Konzernbruder Peugeot ab diesem Jahr mit dem Peugeot 206 WRC in der Weltmeisterschaft um den Fahrer- und Herstellertitel fuhr, die es letztendlich mit Marcus Grönholm auch beide gewann, wollte man Peugeot keine Konkurrenz machen und setzte den, nach dem Reglement der Klasse-A8, neu entwickelten Xsara T4 nur bei der französischen Rallyemeisterschaft ein.
Bugalski gewann damit jede Rallye, an der er teilnahm, inklusive der als Rallye-EM-Lauf ausgetragenen Rallye Deutschland und den dritten französischen Meistertitel in Folge. Nebenher fuhr er auch drei WM-Rallyes im privat eingesetzten Saxo. Loeb startete, ebenfalls mit einem privat eingesetzten Saxo, bei zwei WM-Läufen und wurde vom Citroën-Team, zur Ausbildung im Xsara Kitcar, bei einer einzelnen EM-Rallye eingesetzt, welche er auch gewann.
Ab der Rallye-Weltmeisterschaft 2001 verstärkte Citroën Sport sein Engagement in der Rallye-Weltmeisterschaft. Das Team verzichtete weiterhin auf die volle Teilnahme und beteiligte sich auch nicht an der Hersteller-Weltmeisterschaft. Es setzte aber erstmals, mit Allradantrieb und Turboaufladung ausgestattete, Citroën Xsara T4-Fahrzeuge der WRC-Klasse (A8) ein. Beim ersten Auftritt dieses Fahrzeuges in Katalonien zeigten Puras und Bugalski schon die zukünftige Konkurrenzfähigkeit des Xsara auf, bevor sie an erster und zweiter Stelle liegend ausschieden. Jesús Puras erzielte später bei der Rallye Korsika seinen ersten Gesamtsieg in der Rallye-Weltmeisterschaft.
mini|Sébastien Loeb im Citroën Saxo S1600 bei der Rallye Finnland 2001
Mit dem Citroën Saxo VTS Super 1600 startete das Team bei der, im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaft, einmalig ausgetragenen Weltmeisterschaft für Super 1600-Fahrzeuge. Als hoffnungsvollster Citroën-Nachwuchsfahrer bestritt Loeb den größten Teil der Saison in dieser Serie, aus der 2002 die Rallye-Juniorenweltmeisterschaft hervorging. Im Citroën Saxo S1600 gewann er seine Klasse bei allen fünf gefahrenen Rallyes, darunter die Rallye Katalonien, die Rallye Griechenland, die Rallye Finnland, die Rallye Korsika und die Rallye Großbritannien. Bei der Rallye San Remo ging er hingegen nicht in der Super-1600-Klasse an den Start. Sein Teamchef und Mentor Guy Fréquelin ermöglichte ihm, zur Belohnung für seine hervorragenden Leistungen, stattdessen seinen ersten Einsatz im Citroën Xsara T4 bei der San Remo Rallye.Sébastien Loeb im Portrait (Motorsport-Magazin.com am 2. November 2006) Loeb erzielte auf Anhieb vier Wertungsprüfungs-Bestzeiten und musste sich am Ende der Rallye nur um wenige Sekunden dem absoluten Asphaltspezialisten und Favoriten Gilles Panizzi im Peugeot 206 WRC geschlagen geben. Dennoch erzielte er mit dem zweiten Platz sein bisher bestes Ergebnis in der Weltmeisterschaft sowie seine ersten WRC-Punkte. Am Ende der Saison stand mit deutlichem Punktevorsprung der Titel in der Super 1600-WM zu Buche.
Loeb war neben seinem S1600-WM-Einsatz 2001, für das Citroën-Team weiterhin, im immer noch bei nationalen Bewerben eingesetzten, Citroën Xsara Kit Car in der französischen Rallye-Meisterschaft auf Asphalt aktiv. Dort gewann Loeb alle sechs Rallyes, bei denen er das Ziel erreichte, und wurde mit großem Punktevorsprung französischer Meister.Profil von Sébastien Loeb, rallybase.nl abgerufen am 21. September 2011
2002 Das Citroën Xsara WRC mini|links|Citroën Xsara WRC bei der Rallye Finnland 2002
Nach wie vor stieg das Team nicht voll in die Rallye-Weltmeisterschaft ein. Es startete bei acht von vierzehn Rallyes, um die 2002er Version des Xsara, die ab nun den Zusatz World Rally Car (WRC) trug, für die eventuell volle WM-Teilnahme ab 2003 zu testen. Schon bei der ersten Rallye in Monte Carlo zeigte der junge Loeb erneut sein Talent auf. Bei seinem ersten Einsatz im Xsara WRC absolvierte Loeb die Rallye zwar als schnellster Pilot, jedoch erhielt er wegen eines verbotenen Reifenwechsels nachträglich eine Zeitstrafe und fiel somit auf den zweiten Platz hinter Tommi Mäkinen zurück. Bugalski wurde bei der Rallye Katalonien Gesamtdritter. Auch ihr in dieser Saison zum ersten Mal eingesetzter Teamkollege Thomas Rådström erzielte bei der Safari Rallye den dritten Gesamtrang. Nachdem Loeb zwischenzeitlich nur durchschnittliche Ergebnisse eingefahren hatte, konnte er im August bei der Rallye Deutschland seinen ersten WRC-Sieg feiern.
mini|Daniel Solà 2001 bei der Rallye de Avilés
In der inzwischen Rallye-Juniorenweltmeisterschaft genannten Super 1600-Klasse erzielte der Spanier Daniel Solà, mit drei Siegen in fünf Rennen, den Junioren-Titel 2002 in einem vom Citroën-Team unterstützten Saxo S1600., abgerufen am 21. November 2011.
Bilanz des Citroën Total WRT 2003 Erstes Jahr und erster Titel In der Saison 2003 nahm die Marke – ab jetzt als das Citroën Total World Rally Team – zum ersten Mal an allen Läufen der Rallye-Weltmeisterschaft teil. Zu dieser Zeit bestanden typische Werksteams der Rallye-WM aus drei Fahrzeugen. Zusätzlich zu den erfahrenen Werksfahrern Carlos Sainz senior und Colin McRae wurde also auch ein drittes Fahrzeug für den „hausgemachten“ Sébastien Loeb gestellt. Beim ersten Einsatz des Citroën Total World Rally Team in Monte Carlo gelang gleich ein Citroën-Dreifachsieg. Loeb konnte sich vor seinen Teamkollegen McRae und Sainz den zweiten Gesamtsieg seiner Karriere sichern. Bei der Rallye Schweden erreichte kein Citroën-Pilot das Podest. Dort gewann der finnische Peugeot-Werksfahrer und amtierende Weltmeister Marcus Grönholm.
Bei der darauf folgenden Rallye Türkei holte Carlos Sainz den Sieg und wurde bei der Rallye Argentinien und auch in Griechenland und auf Korsika Zweiter. Colin McRae erreichte im Lauf der Saison als beste Ergebnisse noch vier Mal den vierten Platz und beendete die Saison auf dem siebten Gesamtrang.