mini|St. Walburgis und St. Nikolaus

Beyerberg ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Ehingen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Beyerberg hat eine Fläche von 18,477 km². Sie ist in 1555 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11.882,63 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Brunn, Ehrenschwinden, Friedrichsthal, Hüttlingen und Kaltenkreuth.

Geografie Südlich des Pfarrdorfs verläuft der Löchergraben (im Unterlauf Lentersheimer Mühlgraben genannt), ein linker Zufluss der Wörnitz. Der Ort liegt in einer hügeligen Landschaft bestehend aus Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand. Hervorzuheben ist eine Linde beim Friedhof, die als Naturdenkmal geschützt ist. Im Westen werden die Flurgebiete Schlierfeld und Weidig genannt, im Südosten Espan. 0,5 km nordwestlich liegt das Waldgebiet Ochsenschlag. 1 km nördlich erhebt sich der Hüttlinger Berg, 0,5 km nordöstlich der Kappelbuck und 0,75 km östlich der Bazenberg.

Die Staatsstraße 2248 führt nach Burk (3 km nordwestlich) bzw. nach Ehingen (4 km südöstlich). Die Kreisstraße AN 50 verläuft nach Ammelbruch (3,5 km südwestlich) bzw. nach Kaltenkreuth (2,1 km nordöstlich). Die AN 51 verläuft nach Grüb (2,6 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Schlierberg (1,8 km westlich).

Geschichte Die erste schriftliche Erwähnung als „predium in Burberch“ findet sich in einem Vertrag des Jahres 1188 zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Konrad und Alfons Tochter Berengaria vereinbart wurde. Dieses Landgut, das in Beyerberg vermutet wird,Peter Wanner: Der staufisch-kastilische Ehepakt des Jahres 1188. Erkenntnisse aus Anlass einiger „kleiner“ Stadtteils- und Gemeindejubiläen 2013. In: Christhard Schrenk/Peter Wanner (Hrsg.): heilbronnica 6. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte. Heilbronn 2016, S. 453–460, hier: S. 458–459. PDF 366 kB. gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe niemals geschlossen.

1448/55 kaufte das Kloster Heilsbronn mehrere Güter von Otthansen, von Wilhelm, Ulrich und Peter Feyrer, alle zu Beyerberg gesessen. Im Jahr 1483 kaufte das Kloster dort einen Hof von Erhard von Schlierberg und Hainz Heußner von Matzmannsdorf, 1512 einen weiteren Hof von Stephan Walther, 1516 einen Hof von Georg Hammer und 1517 zwei Güter von Michael Hammer.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 500. Auch die Benediktinerabtei Auhausen besaß seit Abt Georg Truchseß (frühes 16. Jahrhundert) ein Gut zu „Peuerperckh“.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt, 63 (1969/70), S. 149. Die schrecklichen Bevölkerungsverluste durch den Dreißigjährigen Krieg halfen zahlreiche Exulantenfamilien aus Österreich auszugleichen, die als Glaubensvertriebene hier eine neue Heimat fanden.

Beyerberg lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Wassertrüdingen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Wassertrüdingen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Beyerberg 67 Anwesen. Außerdem gab es ein Forsthaus, eine Kirche, ein Pfarrhaus und ein Hirten-, Schul- und Flurerhaus, die der Kommune gehörten. Grundherren waren ansbachische Ämter (43 Anwesen; Verwalteramt Auhausen: 1 Söldengut mit Wirtschaft; Vogtamt Bechhofen: 1 Gut; Verwalteramt Forndorf: 1 Wirtschaft, 7 Güter, 2 Gütlein, 1 Söldengut, 2 Sölden; Verwalteramt Heidenheim: 1 Sölde; Verwalteramt Waizendorf: 1 Schenkstatt, 4 ganze und 2 halbe Güter; Kastenamt Wassertrüdingen: 1 Ziegelhütte, 1 Söldengut, 1 Söldengütlein, 1 Haus mit Braustatt, 8 Häuser, 8 Halbhäuser) Oettingen-Spielberg (3 Anwesen; Oberamt Aufkirchen: 2 Halbsölden; Oberamt Dürrwangen: 1 Söldengut) das Herzogtum Württemberg (Oberamt Weiltingen: 5 Anwesen) die Reichsstadt Dinkelsbühl (4 Anwesen; Karmelitenkloster: 1 Gütlein; katholische Kirchenpflege: 1 Söldengut; Prädikaturpflege: 1 Söldengütlein; Siechenpflege: 1 Gütlein) das Hochstift Eichstätt (Kastenamt Ornbau: 9 Güter) die Deutsche Orden (2 Anwesen; Stadtvogteiamt Eschenbach: 1 Söldengut; Obervogtamt Oettingen: 1 Sölde) Freieigen (1 Gut).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 396–398. (= J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 324). Hiernach soll es nur 59 Untertansfamilien gegeben haben, von denen 37 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 551.

1806 kam Beyerberg an das Königreich Bayern. Infolge des Gemeindeedikts wurde 1809 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Beyerberg gebildet, zu dem bzw. zu der Brunn, Ehrenschwinden, Friedrichsthal, Hüttlingen und Kaltenkreuth gehörten.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 534. Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wassertrüdingen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wassertrüdingen (1919 in Finanzamt Wassertrüdingen umbenannt, 1932–1973 Finanzamt Gunzenhausen, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Wassertrüdingen (1879 in Amtsgericht Wassertrüdingen umbenannt), von 1956 bis 1970 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig und von 1970 bis 1973 das Amtsgericht Dinkelsbühl, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist. Die Gemeinde Beyerberg hatte 1964 eine Gebietsfläche von 15,356 km². Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Beyerberg an den Landkreis Ansbach.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 Beyerberg nach Ehingen eingemeindet.

Baudenkmäler In Beyerberg gibt es vier Baudenkmäler: Ehinger Straße 2: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche, ehemals St. Walburga und Nikolaus, unverputzte spätromanische Chorturmanlage mit angefügtem Langhaus von 1849/52, 14. Jahrhundert, Turmoktogon mit Zeltdach 1781/83; mit Ausstattung; Friedhofsmauer aus Werkstein. Ehinger Straße 3: Ehemalige Brauerei, zweigeschossiges verputztes Satteldachhaus zu sechs Achsen, giebelständig, 1. Hälfte 18. Jahrhundert Ehinger Straße 8: Ehemaliges Forsthaus, zweigeschossiges Walmdachgebäude mit spätbarocker Putzgliederung, 1. Viertel 19. Jahrhundert Grüber Straße 2: Wohnstallhaus, ehemals erdgeschossiger verputzter Walmdachbau, 18. Jahrhundert, Aufstockung 1892; Scheune, Massivbau mit tief heruntergezogenem Satteldach, gleichzeitig.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Beyerberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 539 624 666 646 676 696 690 663 659 666 653 640 655 636 649 628 612 595 585 842 769 700 619 625HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 113 119 148 139 146 134 126 132 131 Quelle Für die Gemeinde Beyerberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Brunn (S. 13), Ehrenschwinden (S. 21), Friedrichsthal (S. 27), Hüttlingen (S. 44) und Kaltenkreuth (S. 46).

Ort Beyerberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006 2016Einwohner 416 473 517 510 510 504 468 595 481 508 400 384 383Häuser 85 89 104 105 97 102 103 107 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Walburgis und St. Nikolaus. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Herz Jesu (Bechhofen) gepfarrt.

Kindergarten Der Ort hat einen Kindergarten mit einer Gruppe für bis zu 25 Kinder, dessen Träger die evangelisch-lutherische Kirche ist.

Persönlichkeiten Georg Albrecht Hamberger (1662–1716), Mathematiker und Physiker

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Ehingen, Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1809 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach