Progress (, deutsch Auglitten) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er liegt im Rajon Prawdinsk und gehört zur Prawdinskoje gorodskoje posselenije (Stadtgemeinde Prawdinsk).
Geographische Lage Progress liegt acht Kilometer nordöstlich der Rajonshauptstadt Prawdinsk und 1 Kilometer nördlich von Kurortnoje und ist auf einer Nebenstraße, die von der russischen Fernstraße R 514 abzweigt und nach Pessotschnoje führt, zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Geschichte Der einst Auglitten genannte Ort war bis 1945 ein Ortsteil des Gutsdorfs Althof und mit dieser in seiner Geschichte aufs Engste verbunden. Ab 1874 bestand ein eigener Amtsbezirk AlthofRolf Jehke, Amtsbezirk Althof/Wohnsdorf, der bis 1927 zum Landkreis Friedland, danach zum Landkreis Bartenstein (Ostpr.) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1928 wurde der Amtsbezirk aufgelöst und in den Nachbaramtsbezirk Wohnsdorf überführt.
Im Jahre 1945 kam Auglitten mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1950 die russische Bezeichnung Progress.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Bis 2009 war der Ort innerhalb der russischen Oblast Kaliningrad in den Druschbinski sowjet (Dorfsowjet Druschba) eingegliedert. Seither ist Progress – aufgrund einer Struktur- und VerwaltungsreformNach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 476 vom 21. Dezember 2004, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009 – eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft der Prawdinskoje gorodskoje posselenije (Stadtgemeinde Prawdinsk) im Rajon Prawdinsk.
Kirche Kirchengebäude In ProgressProgress - Auglitten im Ostpreußenportal finden sich heute nur noch Reste einer in der Ordenszeit erbauten Kirche. Es handelt sich um einen chorlosen Backsteinbau in erhöhter Lage über der Alle (russisch: Lawa). Das Gotteshaus wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. 1702 zerstörte ein Blitzschlag den Turm, der durch einen mit Holz verschalten Aufsatz ersetzt wurde.
Heute ist das ganze Gebäude in Verfall begriffen. Der Turm existiert nicht mehr, auch nicht das Dach, so dass im Innern Bäume und Sträucher wachsen. Es stehen nur noch die Außenwände sowie der Ostgiebel. Eine Instandsetzung der Kirche, die nicht mehr als solche genutzt werden kann, ist nicht in Aussicht.
Kirchengemeinde Schon in vorreformatorischer Zeit war Auglitten ein Kirchdorf. Von der Reformation bis 1945 bestand hier eine evangelische Pfarrei, die mit der Kirche in Schönwalde (russisch: Rasswet) verbunden war. Zum Sprengel Auglitten des Kirchspiels Auglitten-Schönwalde gehörten 17 Ortschaften. Es war in früherer Zeit in die Inspektion Wehlau eingegliedert, kam dann zum Kirchenkreis Friedland (Ostpr.), und danach bis 1945 zum Kirchenkreis Bartenstein innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.
Heute besteht in Progress keine Gemeinde mehr. Der Ort liegt im Einzugsbereich der beiden in den 1990er Jahren neu gegründeten Gemeinden Druschba (5 Kilometer) und Prawdinsk (8 Kilometer), die beide Filialgemeinden der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) sind. Sie sind der ebenfalls neu errichteten Propstei Kaliningrad der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) zugeordnet.
Kirchspielorte Zum Sprengel Auglitten im Kirchspiel Auglitten-Schönwalde gehörten vor 1945 folgende 18 Ortschaften: Name (bis 1947/1950) Russischer Name Name (bis 1947/1950) Russischer Name Agnesenhof Kurortnoje Herrendorf Krasny Kut Althof Kr. Bartenstein Pessotschnoje Hohenberg -- Angarben -- Hohenfelde Lugowoje Auglitten Progress Klein Wohnsdorf -- Bammeln -- Kummerau -- Bannitten -- Schönbaum Berjosowo Eulenhof -- Schöntritten Krasnoje (Groß) Wohnsdorf Kurortnoje Wilhelmshöhe Kr. Friedland/Bartenstein Owraschnoje Heinrichshof --
Pfarrer (bis 1945) Von der Reformation bis zum Jahre 1945 amtierten in Auglitten und Schönwalde 23 evangelische GeistlicheFriedwald Moeller, Altpreußisches Evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 18: NN., 1528 Johann Pauli, 1528–1533 NN., 1542 Jacob Eichler, bis 1569 Paul Streit, bis 1575 Andreas Donatus, bis 1609 Anton Sartorius, 1610–1617 Johann Jungius, 1617–1619 Friedrich von Lingen, 1641 Vitus Conradi, 1646 Johann Friedrich Weißermel, bis 1657 Johann Philipp Hain, 1689 Johann Tilesius, ab 1694 Johann Caspar Lock, bis 1742 Daniel Friedrich Glawe, 1743–1777 Samuel Heinrich Keber, 1777–1792 Friedrich David Lücking, ab 1799 Friedrich Adolf Günther, 1845–1865 Johann Constantin Wilhelm Wedemann, 1865–1879 Emil Carl Wilhelm Bourwieg, 1879–1886 August Julius Lucas, 1886–1890 Friedrich Wilhelm Müller, 1891–1930 Julius Matz, 1930–1945
Kirchenbücher Die Kirchenbücher des Pfarramts Auglitten-Schönwalde aus dem 17. bis 19. Jahrhundert haben den Krieg überdauert und werden im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Kreuzberg verwahrtChrista Stache, Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin, Teil 1: Die östlichen Kirchenprovinzen der Evangelischen Kirche der Union, Berlin, 1992³, S. 22: Taufen: 1636 bis 1847 (mit einigen Lücken) Trauungen: 1695 bis 1849 Beerdigungen: 1695 bis 1848 In der Zeit ab 1813 wurden die Kirchenbücher für Auglitten und Schönwalde getrennt geführt.
Einzelnachweise
Progress