Die verschollene Flotte (engl. Originaltitel The Lost Fleet) ist eine Romanreihe über eine Space Opera des amerikanischen Autors John G. Hemry alias Jack Campbell, die auf Grundlage der Anabasis die Geschichte einer im Feindgebiet abgeschnittenen Schlachtflotte erzählt.
Hintergründe In einer nicht näher datierten Zukunft haben sich mehrere große menschliche Sternennationen gebildet.
Die Allianz und ihre Verbündeten Neben der Allianz gibt es zwei kleinere Sternennationen, die zu den Verbündeten der Allianz zählen: Die Rift-Föderation und die Callas-Republik. Sie sind im Wesentlichen demokratisch geprägt und weisen alle Merkmale eines demokratischen Staatsgebildes auf: Wahlen, eine demokratisch gewählte Regierung und Rechte des Einzelnen.
Angeschlossen an die Infrastruktur der Allianz ist auch die Erde, die sich allerdings von früheren Zeiten und Kriegen nicht erholt hat, und die daher keine entscheidende Rolle spielt. Sie ist außerdem seit Jahrhunderten demilitarisiert und neutral.
Die Syndikatswelten Die Syndikatswelten (oft als Syndiks bezeichnet) tragen Anzeichen eines diktatorischen Staatengebildes mit einer großen Zahl von Großunternehmen, deren Einfluss jedoch unklar bleibt. Zu den Einrichtungen der Syndikatwelten gehören interne Sicherheitsorganisationen und ein Militär, das auch Aufruhr in der Bevölkerung unterdrücken soll.
Außerirdische Rassen Die am häufigsten auftretende außerirdische Rasse sind die Enigma, deren Erscheinungsbild zunächst unbekannt ist. Soweit Kontakt aufgenommen werden konnte, verwendeten sie stets künstlich generierte Bilder von Menschen, um zu kommunizieren. Sie leben von der Allianz aus gesehen hinter dem Territorium der Syndikatwelten und sind die wahren Erfinder der Hyperraumtechnologie.
Im achten Band trifft die Allianz-Flotte auf zwei weitere außerirdische Rassen, die Bärkühe und die Spinnenwölfe, und wird in deren Konflikt hineingezogen.
Der Krieg Der Krieg, der den Hintergrund der Romanreihe bildet, dauert zum Zeitpunkt der Handlung schon 100 Jahre an. Captain John Geary kämpfte in der ersten Schlacht – der Schlacht von Grendel – gegen die Syndiks. Der Überraschungsangriff wurde allerdings durch die Allianz zurückgeschlagen. Im Laufe des Krieges gab es zwar kurze Phasen des Waffenstillstands, allerdings flammten die Kämpfe danach wieder auf. Schwere Verluste auf beiden Seiten und Kriegsverbrechen zeichnen den Hintergrund des Verzweiflungsunternehmens, die die Allianz-Flotte in den Syndik-Raum geführt hat.
Technik Raumschiffe der Romanreihe sind in der Lage, mit konventionellem Antrieb ein Zehntel der Lichtgeschwindigkeit zu erreichen. Kriegsschiffe können auch bis auf das Doppelte beschleunigen. Höhere Geschwindigkeiten wären möglich, werden aber nicht eingesetzt, da die auftretenden „relativistischen“ Störungen von den Schiffssystemen nicht mehr sinnvoll kompensiert werden können und die Schiffe in einer Schlacht nicht präzise manövrieren könnten. Daneben gibt es den Sprungantrieb, der Raumschiffe befähigt, von Sprungpunkten in einem Sternensystem zu Sprungpunkten in einem anderen Sternensystem zu springen. Der Sprungantrieb hat eine nichtgenannte, technische Maximalreichweite an Lichtjahren, die er überspringen kann. Außerdem vergeht Zeit während des Sprungs. Kurze Sprünge dauern einige Tage, längere Wochen.
Die Hyperraumtore verbinden untereinander Sternensysteme. Technische Details bleibt der Autor hier aber schuldig.
Glaube In der Romanreihe selbst wird anstatt des Monotheismus nunmehr der Ahnenkult als praktizierte Religion dargestellt.
Handlungen der Romane Furchtlos Furchtlos (engl. Originaltitel Dauntless) ist der erste Roman der Reihe und am 9. November 2010 im Bastei Lübbe Verlag erschienen., Bastei Lübbe.
Der Roman setzt ohne Darstellung der Vergangenheit im Heimatsternensystem der Syndikatwelten ein. Die Flotte der Allianz und ihrer Verbündeten sollte den seit über hundert Jahren andauernden Krieg mit einem entscheidenden Schlag gegen das Heimatsystem der Syndiks beenden, indem sie die neue Technologie des Hypernets verwendet. Stattdessen geriet die Flotte in einen Hinterhalt und die Flucht der dezimierten Hauptstreitmacht mittels des Hypernets scheint aussichtslos. Der Befehlshaber der Allianz-Flotte verlässt sein Flaggschiff, um mit den Syndik-Befehlshabern zu verhandeln, wird aber von den Syndiks getötet.
Zuvor hatte er das Kommando über die Flotte noch an Captain John Geary (Spitzname Black Jack) übergeben; dieser hatte in einer Rettungskapsel 100 Jahre im Kälteschlaf verbracht und war von der Allianz-Flotte auf ihrem Weg gerettet worden. Es gelingt ihm, mit nahezu der gesamten Flotte aus dem Heimatsystem der Syndiks zu fliehen, indem er statt des Hypernets die frühere Standardprozedur für das interstellare Reisen verwendet, nämlich den Sprungpunkt des Systems anzusteuern, um von dort aus in ein nahegelegenes Sternensystem zu gelangen. Im System Corvus angelangt, muss Geary seine Autorität zunächst bei denjenigen Kapitänen durchsetzen, die mit seiner Vorgehensweise nicht einverstanden sind, noch tiefer in den Raum der Syndikatwelten vorzustoßen, anstatt den nächsten Weg nach Hause zu nehmen. Außerdem versucht er, die Vorräte der Flotte aufzustocken, sieht sich dabei aber mit einer Falle der Syndiks konfrontiert.
Das als Nächstes angesprungene Sternensystem Kaliban ist von den Syndiks schon vor Jahrzehnten aufgegeben worden. Geary beschließt daher, dass die Flotte einige Zeit in diesem System bleiben soll, um erstens dringend benötigte Rohstoffe aus alten Bergbauanlagen zu gewinnen und um zweitens mit der Flotte Manöver und Kampftaktiken zu trainieren. Bei der Inbetriebnahme der Anlagen stoßen sie auf Indizien für die Existenz einer unbekannten, nichtmenschlichen Intelligenz. Nach zwei Wochen trifft eine Streitmacht der Syndiks ein. Da die Allianz-Flotte zahlenmäßig überlegen ist, entschließt er sich, den Kampf aufzunehmen. In der anschließenden Schlacht wird die Flotte der Syndiks aufgrund eines überlegenen Manöverplans von Geary restlos ausgelöscht. Bei der Besprechung mit den Kommandeuren nach der Schlacht wird deutlich, dass eine Gruppe von Kapitänen Geary ablehnend gegenübersteht und seine weiteren Pläne nicht billigt. Trotzdem entschließt er sich, mit der Flotte ins System Sutrah und damit noch tiefer in den Syndikraum zu springen, anstatt zu versuchen, den kürzesten Weg nach Hause zu nehmen.Jack Campbell, Die Verschollene Flotte: Furchtlos, 1. Auflage 2009, Köln.
Black Jack Black Jack (engl. Originaltitel Fearless) ist der zweite Band der Romanreihe und wurde bei Bastei-Lübbe am 4. Februar 2011 veröffentlicht. https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/science-fiction-romane/die-verschollene-flotte-black-jack/id_3255177.
Beim Einflug in das Sternensystem Sutrah entdeckt die Flotte, dass sich auf dem fünften Planeten ein Lager mit Kriegsgefangenen der Allianz befindet. Unter den befreiten Gefangenen befindet sich Captain Falco, genannt Falco, der Kämpfer. Geary wird schnell klar, dass der ehrgeizige Falco ein Problem für ihn und die Flotte darstellt. In einem persönlichen Gespräch mit Falco treten die unterschiedlichen Vorstellungen der beiden hinsichtlich des weiteren Vorgehens klar zu Tage.
Während die Flotte Kurs auf einen der Sprungpunkte nimmt, um von dort aus in das System Strabo zu springen, nutzt Falco diese Gelegenheit, um auf ein anderes Schiff zu gelangen. Im System Strabo angekommen, muss Geary dann ohnmächtig zusehen, wie 39 Schiffe einen anderen Sprungpunkt als den von ihm vorgegebenen anfliegen, da es Falco gelungen ist, die Kommandeure dieser Schiffe auf seine Seite zu ziehen.
Die restlichen Schiffe der Flotte springen wie geplant ins System Cydoni. Dort stellt Geary ausgewählten Kommandeuren seinen Schlachtplan vor, um nach dem Sprung in das System Sancere die dortigen Raumschiffswerften anzugreifen und das Hypernetportal zu erobern. Als er sich in diesem Zusammenhang mit der Technologie der Hypernetportale beschäftigt, die schlimmstenfalls das Zerstörungspotential einer Supernova hat, kommt er zu der Schlussfolgerung, dass diese Technologie vermutlich nichtmenschlichen Ursprungs ist.
Nach der Ankunft im System Sancere beginnt die Flotte mit einem massiven Angriff auf die dortigen Einrichtungen, dem die Syndiks wenig entgegensetzen können. Auf dem Weg zum Hypernetportal wird klar, dass die Syndiks das Portal eher zerstören werden, als es der Allianz-Flotte zu überlassen. Beim Portal angekommen, kann Geary die Zerstörung zwar nicht verhindern, aber es gelingt ihm, deren Auswirkung auf ein Minimum zu beschränken. Danach kann die Flotte die Orbitalstationen plündern, um ihre Vorräte zu ergänzen.
Die letzten verbliebenen Kriegsschiffe der Syndiks versuchen, einen Teil der im System verstreuten Allianz-Flotte anzugreifen. Nachdem der Angriff abgewehrt worden ist, springt die Flotte in das System Ilion. Als Falco und seine Schiffe das System Sutrah verließen, hatte Geary ihnen noch die Nachricht übermitteln lassen, dass die Flotte im System Ilion auf sie warten würde. Im System Ilion macht sich die Flotte nun für die Ankunft der Schiffe bereit.
Als 13 überlebende Allianz-Schiffe endlich im System ankommen, werden sie von einigen Syndik-Schiffen verfolgt, die aber relativ mühelos zerstört werden können. Wenig später trifft die Hauptstreitmacht der Syndiks im System ein. In der anschließenden Schlacht bleibt die Allianz-Flotte siegreich, erleidet aber einige Verluste. Geary lässt Falco und einige Kapitäne in Arrest nehmen. Danach springt die Flotte zuerst ins System Tavika und von dort aus in das System Baldur.Jack Campbell, Die Verschollene Flotte: Black Jack, 1. Auflage 2011, Köln.
Fluchtpunkt Ixion Fluchtpunkt Ixion (engl. Originaltitel Courageous) ist der dritte Band der Reihe und erschien bei Bastei-Lübbe am 7. April 2011.https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/science-fiction-romane/die-verschollene-flotte-fluchtpunkt-ixion/id_3027110.
Nachdem die Flotte im System Baldur angekommen ist, erkennt Geary, dass die zuletzt aufgenommenen Vorräte aufgrund fehlerhafter Berechnungen nicht ausreichen. Auf dem Mond eines Gasriesen können die benötigten Materialien aber beschafft werden. Danach gibt er den Kommandeuren seine geplante weitere Reiseroute bekannt; dabei muss er feststellen, dass er trotz seiner bisherigen Erfolge nach wie vor erbitterte Gegner unter diesen hat. Im Anschluss springt die Flotte zunächst ins System Sendai. Da dieses System aber nur aus einem Schwarzen Loch besteht, springt die Flotte weiter ins System Daiquon.
Beim Austritt aus dem Sprungpunkt treffen sie auf Schiffe der Syndiks, die gerade dabei sind, diesen Sprungpunkt zu verminen. Die Allianz-Flotte kann diese Schiffe zwar ausschalten, verliert aber ebenfalls einige Einheiten. Da Geary davon ausgeht, dass sie auch an ihrem nächsten Ziel von den Syndiks erwartet werden, versucht er die Flotte, so gut es geht, darauf vorzubereiten und teilt den Kommandeuren seine Pläne mit. Nach der Besprechung bleibt ein Kommandeur zurück, der Geary eröffnet, dass er für eine Gruppe von Kommandeuren spricht: Sie würden vorbehaltlos hinter ihm stehen, falls er beabsichtigen sollte, nach der Rückkehr in den Allianzraum die Macht zu ergreifen.