Die Wallstraße ist eine Straße in Düsseldorf, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts angelegt wurde. Sie entstand auf dem „Wall“ der nach 1394 angelegten Stadtmauer und wurde nach dieser Stadtbefestigung benannt.

Geschichte und Lage mini|links|Ausschnitt mit Bereich der späteren Wallstraße mit Zitadelle Nachdem die Stadt im Südwesten durch die Errichtung der Zitadelle ab der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erweitert worden war, mussten auch die Wassergräben vor den Stadtmauern in diesem Bereich modifiziert werden. Die Stadtbefestigung im gesamten südlichen Bereich wurde ab Ende des 17. Jahrhunderts bei dem weiteren Ausbau der Festungsstadt neu angelegt und die Schutzanlagen besonders im südöstlichen Bereich nach Süden verschoben. Die bisherigen alten Befestigungswerke bestehend aus Wassergräben und Stadtmauer mit den Erdwällen verloren dadurch ihre Aufgabe blieben aber für einige Jahrzehnte weitgehend erhalten. Erst 1787, als man die Carlstadt anlegte, wurden Mauer und Wälle der alten Stadtbefestigung im Bereich der Wallstraße eingeebnet und die davor vorhandenen Wassergräben zugeschüttet.Düsseldorfer Geschichtsverein: Festschrift zum 600jährigen Jubiläum. 1888, S. 443. Hierbei entstand die beiderseitig bebaute Wallstraße, die zuerst „Auf’m Wall“ genannt wurde. Sie entwickelte sich zu einer Verkaufsstraße der Trödler und wurde später auch „Flohmarkt“ genannt. Die Kleine Kirche, die von der Berger Straße erschlossen wird, grenzt seit jeher an die Wallstraße an. Der Klostergarten der Kapuziner lag ebenfalls an der Wallstraße.Theo Lücker: Steine sprechen. Kleiner Wegweiser durch die Düsseldorfer Altstadt. Verlag Dieter T. Ewers, Düsseldorf 1977, Nr. 52, S. 102 [Die Wallstraße]

Der östliche Bereich der Wallstraße ab der Mittelstraße ist die südlichen Grenze zwischen der mittelalterlichen Altstadt und der Carlstadt.In: aktueller Stadtplan der Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie zeigt eine geschlossene Bebauung. Heinrich Ferber beschreibt die ursprüngliche Bebauung um 1890:

Bebauung mini|Wallstraße im Jahr 2012 Das Gebäude Wallstraße 11 verfügt über ein denkmalgeschütztes Tonnengewölbe, das aus dem 17. Jahrhundert stammt. Der Gewölbekeller ist ein Zeugnis aus der Zeit um 1696, als die ehemalige Walllinienstraße beidseitig bebaut wurde.vgl. Jörg Heimeshoff: Denkmalgeschützte Häuser in Düsseldorf. Nobel, Essen 2001, ISBN 3-922785-68-9, S. 248, 250. Das Tonnengewölbe wurde am 28. Dezember 1989 unter Denkmalschutz gestellt. Heinrich Ferber schreibt zur Geschichte des Hauses:Die Zeitangaben von H.Ferber, soweit sie Daten vor 1787 anführen, sind falsch. Wie auch von J. Heimeshoff für die Bauzeit angegeben, wurde die Südseite der Wallstraße erst um 1796 mit Häusern bebaut. Für den Abriss der alten Stadtmauer im Bereich Wallstraße wird in anderen Quellen „ab 1787“ angeführt.

Das Eckgebäude Wallstraße Nr. 29 a (oder auch Mittelstraße 11), wurde am 2. September 1983 unter Denkmalschutz gestellt. Weiteres zu diesem Haus unter Schneidersches Geschäftshaus.

Das Gebäude Wallstraße 29 b (oder auch Mittelstraße 8), stammt im Kern noch aus dem 18. Jahrhundert und war das ehemalige Abthaus des Düsseldorfer Kapuzinerklosters. Während alle Gebäude des Klosters an der Flinger Straße nach der Säkularisation Anfang 1800 abgerissen wurden, blieb dieses bestehen und wurde später umgebaut. Im Jahre 1854 wurden Schaufenster eingebaut. 1861 folgte ein Umbau im Inneren. 1882 wurde die Fassade nach Entwürfen des Architekten Anton Harte gestaltet. Am 7. Dezember 1984 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Das Gebäude wird dem Klassizismus zugeordnet. Architektonische Details sind dabei ein Triglyphenfries, Säulen, gegliederte Faschen, Giebel auf Konsolen und die Fensterverdachung:

miniatur|Volutengiebel, Haus 31 a (2012) Das Gebäude Wallstraße 31 a wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Im 19. Jahrhundert wurden Schaufenster eingebaut. Bemerkenswert ist insbesondere das Alter des Baus: „Es handelt sich wohl um das älteste erhaltene Haus an der Wallstraße“. Das dem Barock zugeschriebene Gebäude wurde am 8. März 1995 unter Denkmalschutz gestellt. Der Barock-Bau zeigt architektonische Details wie gegliederte Faschen, Gebälke und Volutengiebel mit Aufsatz:

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Bauwerk in der Altstadt (Düsseldorf) Kategorie:Bauwerk in der Carlstadt (Düsseldorf) Kategorie:Innerortsstraße in Düsseldorf Kategorie:Erbaut im 17. Jahrhundert