Harald „Harry“ Rupp (* 2. September 1952) ist ein deutscher Jurist und ehemaliger Nationalspieler des Deutschen Basketball Bundes (DBB). Als Basketball-Bundesligaspieler war Harald Rupp für zwei deutsche Basketballclubs, in Osnabrück und anschließend in Heidelberg, aktiv.

Leben Harald Rupp ist im Stadtteil Schinkel von Osnabrück aufgewachsen. Nach dem Abitur am Osnabrücker Gymnasium Carolinum und Ableistung des Militärdienstes begann Rupp ein Studium der Rechtswissenschaft, welches er mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat legte er auch das zweite Staatsexamen ab.

Harald Rupp ist seit 1983 im Heidelberger Stadtteil Kirchheim in einer Sozietät als Rechtsanwalt tätig. Er ist verheiratet und hat seit 1973 zusammen mit seiner Partnerin beziehungsweise seiner Familie seinen Lebensmittelpunkt in Heidelberg.

Spieler in zwei Basketball-Bundesliga-Vereinen VfL Osnabrück Mit dem Basketballsport wurde Harald Rupp, der im direkten Umfeld der Bremer Brücke, dem Fußballstadion des VfL Osnabrück, aufgewachsen ist, in der damaligen „Basketballhochburg“ Osnabrück zuerst als Schüler des Gymnasiums Carolinum konfrontiert.Rupp: Schlosswall immer Erlebnis. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 2. Oktober 2009, über Website NOZ, abgerufen am 14. Oktober 2015.

Beginn der Karriere In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre spielten eine Reihe von Schülern des humanistischen Gymnasiums in Osnabrücker Erst- und Zweitliga-Basketballmannschaften. Rupp, von Anfang an für den VfL Osnabrück aktiv, fiel den VfL-Erstligaspielern um den damaligen Kapitän der Basketballnationalmannschaft Klaus Weinand als dreizehnjähriger B-Jugendspieler wegen seines Talents und seines besonderen Interesses am Basketballsport auf. Als A-Jugendspieler entwickelte er sich zusammen mit seinem Mannschaftskameraden Eckhard Meyer zum Jugendnationalspieler des DBB. Im Sommer des Jahres 1968, zu Beginn der Vorbereitungsphase der Saison 1968/1969, berief VfL-Trainer Miloslav Kříž fünf junge Osnabrücker Nachwuchsspieler, jeweils ohne Erst- oder Zweitligaerfahrung, in das Bundesligateam, die sich sämtlich zu Stammspielern beim VfL beziehungsweise zu Bundesligaspielern in anderen deutschen Clubs entwickelten. Zu diesen VfL-Bundesligaspielern gehörte auch der damals sechzehnjährige Jugendspieler Harald Rupp.

Mitglied des VfL-Meisterteams Im Team des VfL Osnabrück bildete Harald Rupp am Ende der Saison 1968/1969, im Endspiel um die deutsche Basketballmeisterschaft und im DBB-Pokal-Finale, in beiden Spielen war der MTV Giessen der Finalgegner, mit den Nationalspielern Helmut Uhlig und Rassem Yahya sowie dem Jugendnationalspieler Michael Haferkamp, ein Schulkamerad vom Gymnasium Carolinum, den Backcourt. Beim VfL Osnabrück spielte er weiter in verschiedenen Spielzeiten mit den Nationalspielern Wilfried Böttger, Heinz Böttner, Egon Homm, Günter Kollmann, Ingbert Koppermann, Eckhard Meyer, Helmut Posern und Klaus Weinand sowie mit dem ČSSR-Nationalspieler Karel Baroch (Slavia Prag) und dem ehemaligen NBA-Profi Ralph Ogden (in der NBA bei San Francisco Warriors aktiv) zusammen.

Erfolge in Meisterschaft und Pokal 1969 Deutscher Basketballmeister (DBB) 1969 Finalist im Wettbewerb um den DBB-Pokal 1969 A-Jugend-Vizemeister des DBBRupp spielte am Tag des Finales im Wettbewerb um den DBB-Pokal 1969, am 15. Juni 1969 in Hamburg, zusammen mit Klaus Ansmann, Michael Haferkamp und Eckhard Meyer, direkt vor dem DBB-Pokal-Finale der Männer, um den DBB-Meistertitel der männlichen A-Jugend ebenfalls gegen den MTV Giessen [Trainer in dem A-Jugendfinale waren die Nationalspieler Bernd Röder (MTV Gießen) und der „Basketballer des Jahres 1969“ Helmut Uhlig (VfL Osnabrück).]. Die vier Jugendspieler des VfL, alle Jugendnationalspieler, gehörten als Stammspieler auch zum Team des Pokal-Finalisten.Pokalsieger und Vizemeister – MTV Giessen. Website LTi Giessen 46ers, Spiele/Tabelle/Berichte. Abgerufen 24. September 2011. 1970 Finalist im Wettbewerb um den DBB-Pokal

FIBA Europapokalteilnahme FIBA Europapokal der Landesmeister 1969/1970 (Runde eins):FIBA European Champions Cup 1969/1970 in der englischsprachigen WikipediaFIBA Champions Cup 1969–70 – VfL Osnabrück gegen Honved Budapest. Website Linguasport, Sport History and Statistik. Abgerufen 24. September 2011. VfL Osnabrück (FRG) – Budapisti Honvéd SE (HUN), am 6. November 1969 in Osnabrück 74:88 (35:42) und das Rückspiel am 13. November 1969 in Budapest 92:59 (48:32) FIBA Europapokal der Pokalsieger 1970/1971 (Achtelfinale):Men Basketball European Cup Winners Cup 1971 – VfL Osnabrück gegen Panathinaikos Athen. Website Todor66 by Todor Krastev. Sports Statistics, International Competitions Archive. Abgerufen 24. September 2011 (Website nicht verfügbar.).FIBA Champions Cup 1970-71 – VfL Osnabrück gegen Panathinaikos Athen. Website Linguasport, Sport History and Statistik. Abgerufen 24. September 2011. Panathinaikós AO Athína (GRE) – VfL Osnabrück (FRG), am 3. Dezember 1970 in Osnabrück 52:89 (22:38) und das Rückspiel am 10. Dezember 1970 im antiken Athener Panathinaikon-Stadion 89:73 (36:36)

USC Heidelberg Harald Rupp wechselte zum USC Heidelberg, in das Zentrum des Rhein-Neckar-Kreises, nachdem er vom Management des USC ein für ihn geeignet erscheinendes Angebot erhalten hatte. Ein Effekt des Wechsels nach Heidelberg war, dass er sein Engagement in der Basketball-Bundesliga sowie als Student der Rechtswissenschaften mit einem höheren Wirkungsgrad betreiben konnte. Die Wegezeiten zwischen seiner Wohnung in der Heidelberger Altstadt, der Juristischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und dem Trainingszentrum im Neuenheimer Feld waren kurz und verursachten stets nur einen geringen Zeitaufwand. Beim VfL Osnabrück konnte zum Beginn der Saison 1973/1974 der Weggang von Rupp nicht kompensiert werden, zumal in den beiden Jahren nach Gewinn der deutschen Basketballmeisterschaft 1969 bereits sechs Spieler des 1969er Meisterteams, darunter drei Spieler des Kernteams, den VfL verlassen hatten. Das VfL-Team spielte immer noch auf einem guten Liganiveau, konnte aber nie mehr an die sportlichen Erfolgen der zweiten Hälfte der 1960er Jahre anknüpfen.

Neu beim Rekordmeister Harald Rupp wechselte zur Saison 1973/1974 zum Rekordmeister des Deutschen Basketball Bundes. In der Spielzeit 1972/1973 waren die Basketballer der kurpfälzischen Residenzstadt am Neckar zum achten Mal Deutscher Basketballmeister des DBB geworden. Der A-Nationalspieler aus Osnabrück gehörte von Anfang an zu den wichtigen Leistungsträgern des USC, zusammen mit seinen Sportkameraden Dietrich Keller, Hans Riefling und Christoph Staiger aus dem fünfzigköpfigen „Olympiakader 1972“ des DBB. Trainiert wurde das USC-Team vom ehemaligen USC- beziehungsweise Nationalspieler Hans „Lambi“ Leciejewski. In der Saison 1973/1974 erreichte der USC Heidelberg das Finale der deutschen Basketballmeisterschaft, ebenso wie in der Folgesaison 1974/1975 unter US-Trainer Dick Stewart (Deutsche Basketballmeister wurden 1974 der SSV Hagen und 1975 der MTV Gießen.). – Dietrich Keller’s profile. Website Fiba, Archive Historical Data. Abgerufen 24. September 2011.

Einteilige Bundesliga In der ersten Spielzeit der neu gegründeten einteiligen Basketball-Bundesliga, 1975/1976, die Anforderungen an die Bundesligaspieler und deren Clubs änderten sich „dramatisch“, belegte der USC Heidelberg den vierten Rang. Rupp war 1977 dann an dem Gewinn eines der „klassischen Doubles“ des deutschen Basketballs, im Bereich des DBB, beteiligt. Nachdem das Team durch den ehemaligen Leverkusener Forward Reiner Frontzek, der auf seiner Position zu dem Kreis der leistungsstärksten Spieler in Europa gehörte, und den ebenso spielstarken US-amerikanischen Forward Hershell Lewis verstärkt wurde, gewann das neu formierte Team in der Saison 1976/1977 zum neunten Mal das Meisterschild des DBB und zum ersten Mal den Pokal des DBB (Frontzek und Lewis gehörten stets zu den allerbesten beziehungsweise erfolgreichsten Werfern in der BBL.). Website DBB. Abgerufen 14. Mai 2011.

In der Saison 1977/1978, die A-Nationalspieler Keller und Riefling hatten zum Ende der Vorsaison ihre Karriere als Bundesligaspieler beendet, beendete das Team des USC die BBL-Saison auf Rang zwei der Liga und konnte daneben den Wettbewerb um den DBB-Pokal erneut, zum zweiten Mal, gewinnen.

Abstieg und Karriereende Harald Rupp ist der einzige Spieler aus dem Kreis der „Meisterspieler des VfL Osnabrück“, die 1969 die deutsche Basketballmeisterschaft des DBB gewinnen konnten, der nach diesem Meisterschaftserfolg erneut eine deutsche Basketballmeisterschaft und/oder den DBB-Pokal gewinnen konnte. Rupp ist aber ebenso der einzige VfL-Meisterspieler des Jahres 1969, der zu einem Team gehörte, das den sportlich begründeten Abstieg aus der Basketball-Bundesliga erleben musste. Als Kapitän seines Teams erlebte er diese sportliche Entwicklung des USC Heidelberg, nachdem das USC-Team in der Saison 1978/1979 den sechsten Rang in der BBL erreichen konnte und danach nicht mehr an das erfolgreiche Erstligaspiel in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren anknüpfen konnte, in den Spielzeiten 1979/1980 und, nach einem Wiederaufstieg in die BBL, 1981/1982 gleich zwei Mal. Nach dem zweiten Abstieg aus der Basketball-Bundesliga beendete Harald Rupp 1982 beim USC Heidelberg seine Karriere als Bundesligaspieler – mangels fehlender sportlicher Perspektive, aber auch, um sich in einem höheren Maße auf die Anforderungen der angestrebten freiberuflichen Rechtsanwaltstätigkeit konzentrieren zu können.

Meisterschafts- und Pokalerfolge 1974 Vizemeister des DBB 1975 Vizemeister des DBB 1977 Deutscher Basketballmeister (DBB) 1977 DBB-Pokalsieger 1978 Rang 2 in der BBL („Vizemeister“) 1978 DBB-Pokalsieger

FIBA Europapokalteilnahme FIBA Europapokal der Landesmeister 1973/1974:Men Basketball European Champions Cup 1974 – USC Heidelberg. Website Todor66 by Todor Krastev. Sports Statistics, International Competitions Archive. Abgerufen 24. September 2011 (Website nicht verfügbar.). USC Heidelberg (FRG) gegen Sporting Lourenco Marques (POR), aus Maputo in Moçambique (Runde eins),Website Linguasport, Men Basketball European Champions Cup 1974 – USC Heidelberg. Sport History and Statistik. Abgerufen 24. September 2011. am 8. November 1973 in Heidelberg 85:65 (37:31) und das Rückspiel am 15. November in Porto (POR) 67:69 (26:31) USC Heidelberg (FRG) gegen Real Madrid CF (ESP) (Achtelfinale) – Real Madrid 1973/1974. Website Real Madrid, Baloncesto. Abgerufen 24. September 2011. – Real Madrid 1974/1975. Website Real Madrid, Baloncesto. Abgerufen 24. September 2011. am 29. November 1973 in Eppelheim 54:94 (31:46) und das Rückspiel am 6. Dezember 1973 in Madrid 120:48 (43:32)Zum Team des spanischen Basketballmeisters gehörte Walter Szczerbiak, 1949 in Hamburg geboren. Der Small Forward (1,97 m) wurde zur Saison 1973/1974 vom späteren Gewinner des Europapokals der Landesmeister 1974 verpflichtet und erzielte in Eppelheim gegen die Spieler des USC, in einem seiner ersten Spiele für Real Madrid, dreiunddreißig Punkte. Im Anschluss an dieses Europacupspiel wurde im Kreis der DBB-Basketballer darüber diskutiert, warum der US-amerikanische Spieler bei den Olympischen Sommerspielen 1972 nicht für die Nationalmannschaft des DBB gespielt hatte? Szczerbiak gilt als eine der bedeutendsten Spielerpersönlichkeiten des europäischen Basketballsports (1973 bis 1984). Er war zu seiner Zeit einer der „phänomenalen Werfer“ und „Super-Stars“ im Europacup-Wettbewerb. Website „Web oficial de la Asociacion de Jugadores del Real Madrid de Baloncesto – Leyendas Blancas“. Abgerufen 24. September 2011.Walter Szczerbiak (1967–1984) – The All Time-Player. Website Euroleague. Abgerufen 24. September 2011.

Spieler in den Nationalmannschaften des DBB