Niclas Füllkrug (* 9. Februar 1993 in Hannover) ist ein deutscher Fußballspieler. Der Stürmer steht bei West Ham United unter Vertrag und ist bis zum Ende der Saison 2026/27 an Werder Bremen ausgeliehen.

Vereinskarriere Juniorenfußball Füllkrug spielte acht Jahre lang im hannoverschen Stadtteil Ricklingen und wurde dabei zeitweise auch von seinem Vater trainiert, der beim TuS Ricklingen aktiv war. Bis dahin hatte er durchschnittlich 160 Tore pro Saison erzielt.Ricklinger F-Jugend räumt ab. Sechs Titel und 459 Tore in einer Saison Als er im Sommer 2006 im Alter von 13 Jahren zu Werder Bremen wechselte, schlug er Angebote von fünf anderen Bundesligisten, darunter Hannover 96 aus, weil Werder deutlich mehr für sich als Ausbildungsstätte geworben hatte.

Durch den Wechsel zu Werder Bremen konnte er anfänglich die halbe Woche noch zu Hause in Niedersachsen verbringen und kam für das verlängerte Wochenende zu den Hanseaten, bevor er schließlich ganz ins Werder-Internat zog.

Im Verein war Füllkrug in der Saison 2009/10 in der B-Jugend mit 17 Toren in 22 Spielen erfolgreich. Im Jahr darauf erzielte er zwölf Tore in 17 Spielen der A-Jugend und gab sechs Torvorlagen. Und noch ein Jahr später stand er mit 17 Jahren erstmals im Kader der vereinseigenen U23, die in der 3. Liga spielte. Dort wurde Füllkrug dann von Beginn der Saison 2011/12 an regelmäßig eingesetzt.

Werder Bremen So gelangen dem jungen Stürmer im Hinrundenverlauf vier Tore und eine Vorlage, an drei der Treffer beim 3:1 gegen den VfB Stuttgart II war er hierbei direkt beteiligt. In der Rückserie gehörte Füllkrug, der auch an der Wintervorbereitung im Januar 2012 im türkischen Belek teilgenommen hatte, zum Kader der Bundesligamannschaft von Trainer Thomas Schaaf. Für die U23 folgten so nur noch vier weitere Partien (zwei Scorerpunkte) und nach einer Serie von neun Niederlagen ab dem 30. Spieltag stieg man später als Tabellenletzter in die Regionalliga ab. Am 28. Januar 2012 gab Füllkrug im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen am 19. Spieltag, das mit 1:1 endete, nach einer Einwechslung sein Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse. Sein Premierentor war der Führungstreffer gegen Augsburg am 27. Spieltag, als er neben dem 11 Jahre älteren Markus Rosenberg auch erstmals von Beginn an auflief. Bereits im Februar 2012 unterschrieb der Angreifer seinen ersten Profivertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2015. Zur Spielzeit 2012/13 verpflichtete Werder Bremen neben Nils Petersen mit Joseph Akpala noch einen weiteren Mittelstürmer, woraufhin Trainer Schaaf den jungen Füllkrug auf die offensiven Außenbahnen verschob. Füllkrug kam nach wie vor häufig von der Bank, parallel hierzu spielte er viermal für die U23 in der Regionalliga, wobei er beispielsweise gegen den Goslarer SC dreimal traf.

Im Januar 2013 verletzte sich der Stürmer am rechten Knie und fiel für den Rest der Saison aus. In: waz.de, 28. Januar 2013. mini|hochkant=0.8|Füllkrug bei Werder Bremen, 2012

SpVgg Greuther Fürth Im August 2013 stand Füllkrug nach seiner Verletzung bei zwei Bundesligaspielen ohne Einsatz im Kader. Ende August 2013 wechselte er bis zum Ende der Saison 2013/14 auf Leihbasis in die 2. Bundesliga zur SpVgg Greuther Fürth. Für die Franken kam er im Saisonverlauf auf sechs Tore und einen Assist bei 13 Startelfmandaten. Allein beim 6:2-Auswärtssieg gegen Erzgebirge Aue gelangen ihm vier Treffer, darunter ein Hattrick in der ersten Halbzeit.Spielstatistik auf kicker.de Gemeinsam mit dem besten Torschützen der Mannschaft, Ilir Azemi, der 14 Saisontreffer verbuchen konnte, leistete der mittlerweile 21-Jährige seinen Beitrag zum Erreichen des dritten Tabellenrangs. Anschließend stand man dem Sechzehnten der Bundesliga, dem Hamburger SV, in der Relegation gegenüber. Nach einem torlosen Remis im Hinspiel trennte man sich von den Hanseaten mit 1:1, jedoch fand das Rückspiel in Fürth statt, weshalb Hamburg aufgrund der damals geltenden Auswärtstorregel die Relegation für sich entschied.

1. FC Nürnberg Zur Saison 2014/15 kehrte Füllkrug nicht nach Bremen zurück, sondern wechselte zum aus der Bundesliga abgestiegenen Rivalen aus der Nachbarstadt 1. FC Nürnberg.Niclas Füllkrug verstärkt den Club, fcn.de, 26. Juni 2014, abgerufen am 1. Juni 2018. Im Hinrundenverlauf konnte sich der Neuzugang einen Stammplatz auf dem linken Flügel erarbeiten und sich somit gegen Robert Koch und Timo Gebhart durchsetzen. Füllkrug trat hierbei besonders als Vorlagengeber in Erscheinung (sieben Assists), entschied aber auch beispielsweise mit zwei eigenen Toren das Auswärtsspiel in Aalen (2:1). Im März 2015 zog er sich einen Knorpelschaden im linken Knie zu und fiel wie schon zwei Jahre zuvor für den Rest der Saison aus.Füllkrug nach Knorpelschaden am Knie operiert. In: rp-online.de, 12. März 2015. Nach seiner Rückkehr blieb der Stürmer in der Spielzeit 2015/16 verletzungsfrei und erkämpfte sich unter Trainer René Weiler, der zuvor auf Danny Blum im Sturmzentrum gesetzt hatte, zum Ende der Hinserie hin wieder einen Stammplatz. Füllkrug erzielte im Saisonverlauf 15 Tore und bereitete vier weitere vor, beispielsweise gegen Union Berlin gelangen ihm drei Treffer. Wie schon mit dem regionalen Rivalen Fürth wurde der Angreifer in dieser Saison auch mit dem Glubb Dritter und traf in der Relegation auf den Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Einem 1:1 im Hinspiel folgte eine 0:1-Heimniederlage, weshalb die Rückkehr ins Oberhaus wieder verpasst wurde.

Hannover 96 Im Juli 2016 wechselte der Stürmer zweitligaintern in seine Heimatstadt zu Hannover 96. In seiner ersten Saison hatte Füllkrug einige Anlaufschwierigkeiten und es dauerte bis zum 13. Spieltag, bis er gegen Erzgebirge Aue überhaupt sein erstes Saisontor erzielte. Allerdings kam er auch nie über die Rolle des Jokers hinaus, da Coach Daniel Stendel dem späteren zweitbesten Torschützen der Liga, Martin Harnik, das Vertrauen schenkte. Dies sollte sich jedoch ändern, nachdem André Breitenreiter auf Stendel gefolgt war. Breitenreiter stellte Füllkrug vor allem in der Saisonendphase, in der Hannover ab dem 24. Spieltag kein Spiel mehr verlor, regelmäßig neben Harnik von Beginn an auf. Insgesamt erzielte der Neuzugang fünf Treffer und stieg mit Hannover in die Bundesliga auf. In der nachfolgenden Bundesligasaison war Füllkrug, der unter Breitenreiter weiterhin mit Harnik ein Sturmduo bildete, mit 14 Treffern Toptorschütze Hannovers und trug damit maßgeblich dazu bei, dass die Klasse gehalten wurde. Folglich weckte er, der gemeinsam mit zwei anderen Spielern hinter Nils Petersen der zweiteffektivste deutsche Stürmer der Liga gewesen war, das Interesse anderer Vereine; Borussia Mönchengladbach soll bereit gewesen sein, zwischen 15 und 20 Millionen Euro an Ablöse für einen Transfer im Sommer 2018 zu zahlen.Gladbach lässt nicht locker und erhöht Füllkrug-Offerte auf kicker.de, abgerufen am 29. Dezember 2018 Zu einem Wechsel kam es jedoch nicht und Füllkrug blieb in Hannover, verlängerte gar bis Juni 2022.Hannover 96: „Jeder weiß, dass ich diese Stadt liebe“: Füllkrug verlängert vorzeitig bei 96, 31. August 2018, abgerufen am 31. August 2018.

In der folgenden Saison absolvierte der Stürmer für Hannover 13 Spiele in der Liga, in denen er zwei Tore erzielte, bevor bei ihm erneut ein Knorpelschaden im rechten Knie festgestellt wurde. Füllkrug musste operiert werden und fiel damit bis zum 33. Spieltag aus.Füllkrug erfolgreich am Knie operiert. In: kicker.de, 27. Dezember 2018. Bis dahin hatte seine Mannschaft zeitweise achtmal in Folge verloren und stand schon vor dem Saisonende als Absteiger fest.

Rückkehr zu Werder Bremen Zur Saison 2019/20 kehrte Füllkrug aber dann zu Werder Bremen zurück. Nachdem er in den ersten vier Saisonspielen zweimal getroffen hatte, erlitt er Mitte September 2019 im Training einen Kreuzband- und Außenmeniskusriss am linken Knie.Schlimme Diagnose – Niclas Füllkrug fällt monatelang aus. in: nwzonline.de, 21. September 2019.Werder bis Saisonende definitiv ohne Füllkrug – Erneute Operation am Knie, transfermarkt.de, abgerufen am 23. Februar 2020 Anfang Juni 2020 stieg er wieder ins Mannschaftstraining ein; die später aufgrund der COVID-19-Pandemie für mehrere Wochen unterbrochene Saison lief zu diesem Zeitpunkt noch.Werder: Füllkrug kehrt ins Teamtraining zurück – „Kann noch sehr wertvoll sein“, transfermarkt.de, abgerufen am 4. Juni 2020 Am 13. Juni 2020 (31. Spieltag) kam er schließlich im Ligaspiel beim SC Paderborn wieder zum Einsatz und erzielte ein Tor beim 5:1-Sieg des SV Werder. Da die Mannschaft aber Sechzehnter geworden war, musste sie gegen Heidenheim um den Ligaverbleib spielen, was ihr letztendlich auch gelang.

Am 30. April 2021 wurde Füllkrug nach dem DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig zur Dopingkontrolle ausgewählt. Trotz Aufforderung durch den Dopingarzt ging er nach dem Spiel nicht unmittelbar in den Dopingkontrollraum, sondern zunächst in die Mannschaftskabine und erschien erst fünf Minuten später zur Kontrolle. Das Sportgericht des DFB wertete dieses Verhalten als Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien und sprach Geldstrafen in Höhe von 10.000 Euro gegen Füllkrug und 8.000 Euro gegen Werder Bremen aus. Große Teile dieser Spielzeit hatte der Stürmer verletzungsbedingt verpasst und lediglich sechs Saisontore beisteuern können. Diesmal konnte Werder Bremen den Abstieg nicht verhindern und musste die Bundesliga nach 40 Spielzeiten in Serie wieder verlassen.Ununterbrochen erstklassig: Die längsten Serien in der Bundesliga, diefalsche9.de, abgerufen am 1. September 2023 In der Zweitligasaison 2021/22 bildete Füllkrug gemeinsam mit seinem Sturmpartner Marvin Ducksch ein erfolgreiches Duo, das sich selbst den Spitznamen „Die hässlichen Vögel“ gabDucksch und Füllkrug: Die „hässlichen Vögel“ jetzt als Gegner, sportschau.de, abgerufen am 14. Januar 2024, und erzielte nach anfänglichen Problemen 19 Tore für Bremen. Dreimal traf er jeweils vier Spiele hintereinander mindestens einmal und kehrte mit Werder nach einer Saison in der 2. Liga in die Bundesliga zurück.

Bis zum 15. Spieltag der Saison 2022/23, auf den der WM-bedingte verfrühte Gang in die Winterpause folgte, schoss Füllkrug zehn Tore und war somit Deutschlands torgefährlichster Bundesligastürmer. Daraufhin erfolgte die erstmalige Berufung in den Kader der A-Nationalmannschaft, woraufhin er sowohl für das letzte Spiel gegen Oman vor der Weltmeisterschaft in Katar sowie auch das Turnier selbst berücksichtigt wurde. In der Rückrunde traf Füllkrug, der mit Deutschland bereits in der Vorrunde ausgeschieden war, weitere sechs Mal und wurde mit 16 Toren, darunter fünf Elfmeter in Folge ohne Fehlschuss, zusammen mit Christopher Nkunku von RB Leipzig Torschützenkönig. Somit stellten die beiden Stürmer einen neuen ligainternen Negativrekord auf. Bis dahin hatte die Mindestanzahl an Ligatoren, die zum Gewinn des Titels des Torschützenkönigs ausgereicht hatte, bei 17 Treffern gelegen (1988/89 gelang dies Thomas Allofs und Roland Wohlfarth, 1995/96 dann Fredi Bobic).Bundesliga winkt trauriger Rekord: Alte „Bestmarke“ steht schon seit 34 Jahren, tz.de, abgerufen am 1. September 2023

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