Die Perlgräser (Melica) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die etwa 96 Arten sind in den gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet.

Beschreibung

Vegetative Merkmale Die Perlgras-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen und erreichen Wuchshöhen von bis zu 1 Meter. Sie bilden Horste oder lockere Rasen, oft mit unterirdischen Ausläufern. Die Halme sind im vegetativen Bereich unverzweigt; die Knoten und Internodien sind meist kahl. Die einfachen Laubblätter sind flach oder gefaltet und bis zu 30 Zentimeter lang. Das Blatthäutchen ist ein häutiger Saum, der aber sehr kurz sein kann.

Generative Merkmale Der Blütenstand ist eine endständige Rispe oder Traube. Oft liegen die primären Verzweigungen des Blütenstandes der Achse an und so ist die Rispe im Umriss walzenförmig, seltener sind sie ausgebreitet (z. B. bei Melica uniflora). Die Ährchen enthalten eine bis sieben fertile Blüten und an der Spitze meist noch weitere sterile Blüten. Die Hüllspelzen sind beide fast gleich und oft etwa so lang wie das Ährchen. Die Deckspelzen der fertilen Blüten sind 7- bis 13-nervig, kahl oder am Rande behaart, am oberen Rand abgerundet oder spitz, aber meist ohne eine Granne (selten bis 12 mm lang begrannt). Die Vorspelzen sind zweinervig und kürzer oder so lang wie die Deckspelzen. Die Anzahl der Staubblätter ist meist drei. Die Karyopsen sind kahl.

Standorte Die Melica-Arten sind an unterschiedliche Standorte der gemäßigten Zone angepasst. Einige wie Melica nutans gedeihen in Wäldern.Torbjörn Tyler: Large-scale geographic patterns of genetic variation in Melica nutans, a widespread Eurasian woodland grass. In: Plant Systematics and Evolution, Band 236, Nr. 1, 2002, S. 73–87 Andere Arten wie Melica przewalskyi besiedeln lichtoffene Bereiche des Graslandes und Almen.F. Y. Gao, C. Z. Zhao: Pattern-controlling relationships of dominant species in degraded grassland of Melica przewalskyi. In: Chinese Journal of Ecology, Band 32, 2013, S. 271–278.Li-li Shi, Cheng-zhang Zhao, Jie-ping Fan, Jing Zhang, Jun-xia Zhang: Spatial patterns of soil moisture and vegetation coverage in Melica przewalskyi patches in degraded alpine grassland of Qilian Mountains, Northwest China. In: Chinese Journal of Ecology, Band 32, 2013, S. 285–291. Etliche europäische Arten wie Melica ciliata gedeihen in felsigem Gelände, was auf ihre Präferenz für chemische Bodeneigenschaften wie pH-Wert und Kationenzusammensetzung an Al und Mn zurückgeht.Germund Tyler: Soil solution chemistry controlling the field distribution of Melica ciliata L. In: Annals of Botany, Band 71, Nr. 4, 1993, S. 295–301 Einige wenige besiedeln höhere Gebirgsregionen.Werner Hempel: Zwei neue Melica‐Arten aus Tibet; mit 5 Abbildungen. In: Feddes Repertorium, Band 83, Nr. 1–2, 1972, S. 1–10. Weitere Arten mit einer hohen Silicat-Einlagerungsrate bevorzugen Küstengebiete.Teresa Mejia-Saules, Frank A. Bisby: Silica bodies and hooked papillae in lemmas of Melica species (Gramineae: Pooideae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, Band 141, Nr. 4, 2003, S. 447–463 (PDF).

Systematik und Verbreitung miniatur|Sektion Melica: Nickendes Perlgras (Melica nutans) mini|Sektion Melica: Buntes Perlgras (Melica picta) mini|Sektion Dalycum: Wimper-Perlgras (Melica ciliata) miniatur|Sektion Dalycum: Wimper-Perlgras (Melica ciliata) miniatur|Sektion Altimelica: Hohes Perlgras (Melica altissima) miniatur|Sektion Melicella: Melica stricta mini|Sektion Bromelica: Melica spectabilis miniatur|Sektion Husnotchloa: Einblütiges Perlgras (Melica uniflora)

Die Gattung Melica wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Typusart ist Melica nutans

Die Melica-Arten kommen in den gemäßigten Gebieten fast weltweit vor, fehlen aber in Australien. Einige Arten sind nur regional vertreten, so Melica persica im Iran, Pakistan, Afghanistan, Irak, Turkmenistan und Zentralasien.Hamed Zarif Ketabi, M. Dashti, G. R. Hosseini Bamrood: Autecology of Melica persica in Khorassan. In: Proceedings of the Fourth International Iran and Russia Conference. 2004 (PDF).

Es gibt weltweit 96 Melica-Arten. Die Gattung Melica wird in zwei Untergattungen untergliedert, die in Sektionen sowie Untersektionen weiter unterteilt werden:

Untergattung Melica: Sektion Melica: In Europa, Nordafrika und Vorderasien vorkommende Arten: Melica minor , kommt nur selten im Kaukasus vor. Nickendes Perlgras (Melica nutans ): Sie ist im gemäßigten und borealen Eurasien verbreitet. Buntes Perlgras (Melica picta ): Ihr Areal ist disjunkt in Mittel- und Osteuropa bis zum Kaukasus. In Zentral- und Ostasien vorkommende Arten: Melica grandiflora , kommt im gemäßigten Ostasien vor. Melica scabrosa , kommt im gemäßigten Ostasien von Tibet bis Korea vor. In Nordamerika vorkommende Arten: Melica mutica : Sie ist von Maryland und Florida westwärts bis Iowa und Texas verbreitet. Melica nitens , reicht von Minnesota bis Pennsylvania und südwestwärts bis Texas und Mexiko. Melica porteri : Sie ist von Colorado und Arizona bis zentralen Texas und ins nördliche Mexiko verbreitet. Sektion Agonomelica : In Zentral- und Ostasien vorkommende Arten: Melica longiligulata , mit Heimat in Sichuan. Melica onoei , weit verbreitet in Japan, Korea, Zentral- und Südchina sowie in Kaschmir. Melica przewalskyi , kommt in Zentralchina und in Tibet vor. Melica schuetzeana , in Zentral- und Südchina beheimatet. Melica taylori , kommt nur in Tibet vor. Melica virgata : Sie ist im südöstlichen Sibirien, in der Mongolei und in Zentralchina bis Tibet weitverbreitet. Melica yajiangensis : Sie gedeiht an Berghängen in Höhenlagen von etwa 2700 Metern nur in Sichuan vor. Sektion Dalycum : In Europa, Nordafrika und Vorderasien vorkommende Arten: Melica bocquetii , kommt nur in den Gebirgen Südspaniens vor. Wimper-Perlgras (Melica ciliata ): Sie ist in Süd- und Mitteleuropa, Nordafrika ostwärts bis zum Kaspischen Meer verbreitet. Melica cretica , in den Gebirgen des östlichen Mittelmeerraumes. Melica cupanii , kommt in den Gebirgen Süditaliens, Siziliens, Südspaniens und Nordafrikas vor. Melica jacquemontii : Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in den zentralasiatischen Gebirgen, westwärts bis Ostanatolien. Melica persica : Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in den zentralasiatischen Gebirgen und im iranischen Hochland, westwärts bis zur Levante und bis Südanatolien. Siebenbürgisches Perlgras (Melica transsilvanica ), kommt vom östlichen Süd- und Mitteleuropa bis Zentralasien vor. Melica trebinjensis , kommt sehr selten in der Herzegowina und in Albanien vor. In Südamerika verbreitete Art: Melica arzivencoi , mit Heimat Brasilien. In Südlichen Afrika verbreitete Arten: Melica decumbens : Sie ist in Südafrika und Lesotho verbreitet. Melica racemosa : Sie ist in Südafrika und Lesotho verbreitet. Sektion Altimelica In Europa, Nordafrika und Vorderasien vorkommende Art: Hohes Perlgras (Melica altissima ): Sie kommt von Österreich und Südosteuropa bis zum Kaukasus, Sibirien und Zentralasien vor. In Zentral- und Ostasien verbreitete Arten: Melica schafkati , ist ein Endemit des Tien-Schan. Melica turczaninowiana : Sie ist in der Mongolei, Nordkorea, Russlands Fernen Osten, im östlichen Sibirien und in den chinesischen Provinzen Hebei, Heilongjiang, Henan, Nei Mongol sowie Shanxi weitverbreitet. In Südamerika verbreitete Arten: Melica sarmentosa , mit Heimat in Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay und Bolivien. Melica scabra , verbreitet in Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Sektion Melicella : In Europa, Nordafrika und Vorderasien vorkommende Arten: Melica amethystina (Syn. Melica bauhinii ), kommt im westlichen Mittelmeergebiet vor. Mittelmeer-Perlgras (Melica minuta ), kommt im Mittelmeergebiet und auf den Kanarischen Inseln vor. In Zentral- und Ostasien verbreitete Arten: Melica kozlovii : Sie kommt von Qinghai bis in die Mongolei vor. Melica secunda : Sie kommt von Afghanistan bis ins nördliche China und in den westlichen Himalaja vor. Melica subflava : Sie gedeiht an grasigen Berghängen in Höhenlagen von etwa 3600 Metern nur in der chinesischen Provinz Qinghai. Melica tangutorum : Sie gedeiht in Höhenlagen von 1500 bis 3200 Metern in der Mongolei und in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai sowie Sichuan. Melica tibetica : Sie gedeiht in Höhenlagen von 3500 bis 4300 Metern in den chinesischen Provinzen Nei Mongol (Alxa Youqi), Qinghai, Sichuan sowie in Tibet. In der Neuen Welt verbreitete Arten: Melica montezumae : Sie kommt im westlichen Texas und im angrenzenden Mexiko vor. Melica stricta : Sie kommt in den US-Bundesstaaten Utah, Nevada, Oregon und Kalifornien vor. In Südamerika verbreitete Arten: Melica argentata : Sie kommt nur in Chile vor. Melica argyrea : Sie kommt in Argentinien, Uruguay und Brasilien vor. Melica bonariensis : Sie kommt nur in Argentinien vor. Melica brasiliana : Sie kommt in Argentinien, Brasilien und Uruguay vor. Melica brevicoronata : Sie kommt nur in Brasilien vor. Melica chilensis : Sie kommt in Argentinien und Bolivien vor. Melica commersonii : Sie kommt in Chile vor. Melica decipiens : Sie kommt in Argentinien, Brasilien und Uruguay vor. Melica eremophila : Sie kommt in Argentinien, Brasilien, Uruguay und Bolivien vor. Melica glabrescens : Sie kommt in Argentinien vor. Melica hunzikeri , kommt nur in Argentinien vor. Melica hyalina , mit Heimat in Argentinien, Brasilien und Uruguay. Melica lilloi , kommt nur in Argentinien vor. Melica longiflora , kommt nur in Chile vor. Melica mollis , kommt nur in Chile vor. Melica parodiana , kommt in Argentinien und in Uruguay vor. Melica patagonica , kommt nur in Argentinien vor. Melica paulsenii , ein Endemit Chiles. Melica poecilantha , kommt nur in Chile vor. Melica rigida , in Argentinien, Brasilien und Uruguay. Melica riograndensis , kommt nur in Brasilien vor. Melica spartinoides , kommt nur in Brasilien vor. Melica stuckertii , ist in Argentinien und Bolivien verbreitet. Melica tenuis , kommt in Argentinien, Brasilien und Uruguay vor. Melica violacea , ist in ihrer Verbreitung auf Chile beschränkt. Sektion Macrae : Melica macra , mit Heimat in Argentinien, Uruguay und Brasilien. Sektion Penicillaris : Melica penicillaris , kommt nur in Anatolien vor. Untergattung Bulbimelica : Sektion Bromelica : In Nordamerika verbreitete Arten: Melica aristata , ist an der Westküste der USA von Washington bis Südkalifornien verbreitet. Melica bulbosa , ist im gemäßigten westlichen Nordamerika verbreitet. Melica californica , kommt in Oregon und Kalifornien vor. Melica frutescens , wächst im südlichen Kalifornien, in Arizona und im angrenzenden Mexiko. Melica fugax , ihr Verbreitungsgebiet reicht von British Columbia bis Kalifornien und ostwärts bis Nevada und Idaho. Melica geyeri , kommt in Oregon und Kalifornien vor. Melica harfordii , wächst an der Pazifikküste von Vancouver Island bis Kalifornien. Melica hitchcockii : Dieser Endemit kommt nur in Alberta vor. Melica smithii , besitzt ein disjunktes Verbreitungsgebiet von British Columbia und Alberta südwärts bis Oregon und Wyoming einerseits und von den Großen Seen bis ins westliche Quebec andererseits. Melica spectabilis , kommt im westlichen Nordamerika vor. Melica subulata kommt im westlichen Nordamerika von den Aleuten und Alaska bis Kalifornien vor. In Südamerika verbreitete Art: Melica cepacea , ist die einzige Art der Sektion in Chile. Sektion Husnotchloa : In Europa, Nordafrika und Vorderasien vorkommende Arten: Melica rectiflora : Sie kommt nur auf dem Peloponnes, auf Kreta, Karpathos und Amorgos vor. Einblütiges Perlgras (Melica uniflora ): Sie ist im gemäßigten bis submeridionalen Europa sowie mit wenigen Vorposten in Nordwestafrika verbreitet und reicht im Osten bis zum Kaukasus und zum Elbrus-Gebirge. In Nordamerika verbreitete Arten: Melica imperfecta : Sie kommt im westlichen Nordamerika von Kalifornien und dem südlichen Nevada bis Baja California vor.