mini|Markuskirche

Die Markuskirche ist ein evangelisch-lutherischer Kirchenbau in Hannover-List. Sie ist Sitz der Superintendentur Amtsbereich Hannover-Mitte.

Geschichte Der Bau der Markuskirche wurde 1902 auf einem von der Stadt Hannover kostenlos zur Verfügung gestellten Grundstück in der Nähe des Lister Platzes begonnen. Mit dem Bau war der Architekt Otto Lüer beauftragt worden. Die Bauarbeiten stockten bald, da für den 70 m hohen Kirchturm ein stabiles Fundament notwendig war. Dazu wurden 400 Betonpfähle in den Untergrund mit Treibsand gerammt. Im Jahr 1906 wurde die Kirche eingeweiht.

Das Mosaik an der Südwestseite wurde von Kaiser Wilhelm II. gestiftet und zeigt den auferstandenen Christus als Weltenherrscher. Es wurde erst 1907 vollendet und der Kaiser reiste darauf eigens dafür an, um sich das Kunstwerk anzuschauen.

Mary von Waldersee stiftete den von Otto Lüer geschaffenen und mit einem Gemälde des auferstandenen Christus von Oscar Wichtendahl ausgestatteten Altar. VermutungenErnst Bohlius, Wolfgang Leonhardt (Hrsg.): „Die List.“ 700 Jahre Umschau aus der Dorf- und Stadtgeschichte, 1. Auflage, Norderstedt: Books on Demand, 2003, ISBN 3-8334-0276-8; Vorschau über Google-Bücher, dass der Altar später im Zweiten Weltkrieg vernichtet wurde, treffen nicht zu. Der Altaraufsatz stand bis 1967 in der Markuskirche und wurde erst dann aus dem Altarraum entfernt und eingelagert.

mini|links|Die neu erbaute Kirche, hier gesehen von der belebten Walderseestraße; Ansichtskarte Nr. 16 von Friedrich Astholz junior

mini|Ähnlicher Standpunkt im Jahr 2012

Die Kirche war ursprünglich, dem Zeitgeist entsprechend, im Stil der Neoromanik ausgemalt. Diese Bemalung wurde im Zweiten Weltkrieg bei den Luftangriffen auf Hannover vollständig zerstört und nicht wiederhergestellt, sondern mehrmals durch einfache Anstriche mit wechselnden Farben ersetzt. Um einen Eindruck von der Innengestaltung vor der Zerstörung zu bekommen, kann man aber z. B. in der Klosterkirche Marienwerder und auch in der nahe gelegenen kath. Kirche St. Elisabeth noch heute die Bemalung desselben Künstlers Oscar Wichtendahl (in der Kirchenchronik fälschlich mal als „Otto“, mal als „Oskar“ benannt) anschauen, der auch die Markuskirche ausmalte.

Gemeinde

mini|Konfirmations-Blatt der Gemeinde; 1914

Die Markuskirchengemeinde hat 2015 rund 3000 Mitglieder.Blickpunkt Februar bis April 2016, S. 37.

Die Kirche hat weit über die Gemeindegrenzen hinaus eine hohe Anziehungskraft, da neben den Gottesdiensten auch kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Autorenlesungen stattfinden. Die Markuskirche ist zudem als Musikkirche bekannt, da in ihr zahlreiche Konzerte veranstaltete werden. In der Kirchengemeinde besteht ein Kirchenchor.

Orgel Die Orgel der Markuskirche wurde in den Jahren 1958–1962 von der Orgelbaufirma Paul Ott erbaut. Die ursprüngliche Disposition (IV/P, 57 Register) entwarfen KMD Werner Immelmann und Oberlandeskirchenrat Rudolf Utermöhlen. Die Orgel war außer für Gemeindeaufgaben als Hochschulinstrument entworfen worden, auf dem die Studenten der damals im nahen Lister Turm untergebrachten Hochschule für Musik und Theater Hannover unterrichtet wurden. Nach einer Neuintonation 1974/75 durch die Firma Emil Hammer Orgelbau und die Renovierung und Umdisponierung durch die Firma Franz Rietzsch Orgelbau, Hemmingen, 1994 hat das Instrument heute 56 Register auf vier Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.Nähere Informationen zur Orgel

I Rückpositiv C–g3 Gedackt 8′ Quintade 8′ Prinzipal 4′ Rohrflöte 4′ Sesquialtera II ′ Gemshorn 2′ Sifflöte ′ Scharff IV 1′ Dulzian 16′ Dulzian 8′ Tremulant II Hauptwerk C–g3 Pommer 16′ Prinzipal 8′ Rohrflöte 8′ Oktave 4′ Koppelflöte 4′ Quinte ′ Oktave 2′ Mixtur V-VI ′ Scharf III ′ Trompete 16′ Trompete 8′ III Kronwerk C–g3 Spillgedackt 8′ Holzpfeife 8′ Prinzipal 4′ Nachthorn 4′ Nasat ′ Waldflöte 2′ Terz ′ Septime ′ Oktave 1′ None ′ Scharf IV ′ Trompete 8′ Trompete 4′ Tremulant IV Brustwerk C–g3 Holzgedackt 8′ Blockflöte 4′ Prinzipal 2′ Rohrflöte 2′ Quinte ′ Terz ′ Oktave 1′ Zimbel III ′ Vox humana 8′ Tremulant Pedalwerk C–f1 Untersatz 32′ Prinzipal 16′ Subbass 16′ Oktave 8′ Gedacktpommer 8′ Quinte ′ Oktave 4′ Bassflöte 4′ Mixtur VI ′ Nachthorn 2′ Posaune 16′ Trompete 8′ Trompete 4′ Koppeln: I/II, III/II, IV/II, I/P, II/P Sperrventile: HW ab, KW ab, RP ab, BW ab, P II ab, P I ab

Im Jahr 2025 wurde die Ott-Orgel mit einer aus dem Entstehungsjahr der Kirche datierenden Orgel aus Hildesheim erweitert. Diese Orgel wurde von Furtwängler & Hammer zeitgleich mit der nicht mehr erhaltenen ersten Orgel der Markuskirche in der Werkstatt in der Lister Straße Steinriede erbaut. Die Erweiterung ermöglicht es, „den original-deutschromantischen Klang der ersten Orgel wieder für die Markuskirche zurückzugewinnen und kombiniert mit dem jetzigen neobarocken Klang in einem Instrument erlebbar zu machen“.Hans Walter und Michael Kählke: Wir holen uns den Klang zurück, in: Blickpunkt. Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden Apostel-Markus Dreifaltigkeit, März-Mai 24, S. 28

Weitere Ansichten

Sonstiges 2015 installierte die Lichtkünstlerin Claudia Wissmann die Lichtskulptur Lichtgestalt an der Außenfassade über dem Haupteingang der Markuskirche. Seitdem ist das Werk fest installiert und in den Abend- und Nachtstunden täglich zu sehen. Zwischen Himmel und Hölle, Videoinstallationen von Jean-François Guiton, Lichtskulptur von Claudia Wissmann, Ausstellungsprogramm

Literatur o. V.: Die St. Markus-Kirche in Hannover, in: Deutsche Bauzeitung, 42. Jahrgang (1908), Nr. 20, S. 121–125; Digitalisat über archive.org Wolfgang Puschmann: Markuskirche, in: Hannovers Kirchen. 140 Kirchen in Stadt und Umland. Hrsg. von Wolfgang Puschmann. Hermannsburg: Ludwig-Harm-Haus 2005, ISBN 3-937301-35-6.

Weblinks

Offizielle Website Markuskirche im Denkmalatlas Niedersachsen

Einzelnachweise

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