mini|Lage der Straße zwischen Prenzlauer Berg und Weißensee
Die Michelangelostraße ist eine rund 860 Meter lange Straße im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow. Sie ist eine Hauptstraße im Verlauf des nördlichen Teils der C-Ringstraße in Verlängerung des Berliner Stadtringes und der Seestraße und schließt an die Ostseestraße an. Dieser dritte Stadtstraßenring liegt etwas außerhalb des S-Bahn-Ringes. In den Planungen ist eine Schließung des Rings nicht mehr enthalten.
Planung Ringstraße mini|links|Grünfläche der Straßensüdseite
In der Bezirksliste (2015) des Detailnetzes ist die Michelangelostraße unter der Straßennummer 41961 verzeichnet, zudem die Okstra-Klasse „G“ und im RBS (Regionales Bezugssystem) „STRA“. Nach dem Stadtentwicklungsplan (Straßenwesen) sind 860 Meter in der StEP-Kategorie II als übergeordnete Straßenverbindung aufgenommen, 120 Meter Fortsetzung sind nicht kategorisiert.Sachdatenanzeige im Detailnetz der Straßenabschnitte. FIS-Broker.
Im Hobrechtplan war innerhalb des Communicationswegs (Gürtelstraße) im Sektor XIII die Ringstruktur vorgegeben. Der heutige Straßenverlauf liegt zwischen der Weichbildgrenze zu Weißensee (jetzige Lehder-/ nördlich Gürtelstraße) und einem inneren Ringverlauf ungefähr im Zuge der heutigen Erich-Weinert-Straße.vergl. dazu den Nordosten (XIII) auf dem „Plan von Berlin und Umgegend bis Charlottenburg“ von 1862 im Artikel Hobrecht-Plan Die nachfolgenden Pläne ab 1890 enthalten zwischen diesen die Straße 40a im Ringverlauf.Überlagerung historischer Karten mit den aktuellen Kartenblatt Die Trasse der seit 1964 bestehenden Michelangelostraße war bis in die Mitte der 1950er Jahre lediglich durch die Hochspannungsmasten und die Elektrofernleitung der Golpa markiert, diese führte über dem Mittelstreifen der Ostseestraße zur Kreuzung Hohenschönhauser/Lichtenberger Straße und weiter in die Landsberger Chaussee. Bis zum Anfang der 1960er Jahre war die zum Ring geplante Straße 40a (Verlängerte Ostseestraße) nicht als Straße angelegt und Bestandteil der Kleingärten östlich der Greifswalder Straße.Stadtplan Berlin 1961. blocksignal.de Bis in die 1970er Jahre führte der Anfang der 1960er Jahre angelegte Straßenzug als einbahnige zweistreifige Verbindung zur Kniprodestraße.
Diese Brach- und Kleingartenfreifläche war in den 1940er/1950er Jahren für die Entsorgung der Innenstadttrümmer wichtiger als eine Straße. Von den Bauflächen der Stalinallee bestand anfangs eine „Trümmerbahn“. Die Fläche zwischen Oderbruchstraße und Kniprodestraße wurde von 1945 bis in die 1960er Jahre als Trümmerberg, später als Müllkippe genutzt. Die geplante Einbindung in den Ring wurde in den Nachkriegsjahren durch die Ablagerung von Trümmern aus der Innenstadt auf der Oderbruchkippe behindert. Der aus der Kippe gestaltete Volkspark Prenzlauer Berg und die bis an den Jüdischen Friedhof Weißensee reichenden Kleingartenkolonien liegen im Ringbereich. Für die hier liegenden Kleingärten und deren „Hauptweg“ zwischen Volkspark im Süden und Jüdischem Friedhof im Norden, bestanden noch bis nach der Wende Planungen, den Straßenzug als Stadtautobahn weiterzuführen.FNP Berlin in der Fassung der Neubekanntmachung vom 12. November 2009 (ABl. S. 2666), zuletzt geändert am 30. Juli 2013 (ABl. S. 1863) Südlich der um 1961 angelegten Straße wurde die Verkehrsreservefläche einer Stadtringstraße freigehalten. Die bereits von Hobrecht geplante Mittelpromenade wurde Mitte der 1970er Jahre in Fortsetzung der Mittelfläche der Ostseestraße bis zur Kniprodestraße fortgeführt, und parallel zur vorhandenen Straßenlage (ursprüngliche nördliche Fahrbahn) wurde die zweite (die südliche) Fahrbahn gebaut. Zwischen der Straße und den 1976–1978 errichteten Wohnhäusern der Großwohnsiedlung wurden als Übergangsnutzung Parkplätze vorgelagert und ein Baum- und Wiesenstreifen angelegt.
In der aktuellen „Fassung des FNP von 2015“FNP Berlin in der Fassung der Neubekanntmachung vom 5. Januar 2015 (ABl. S. 31) ist die Michelangelostraße immer noch als übergeordnete Straßenverbindung vorgesehen. In der Führung Seestraße, Bornholmer Straße, Wisbyer Straße, Ostseestraße ist die Michelangelostraße entsprechend ausgezeichnet. Von dieser ist ein FNP-Straßenzug in den „Hauptweg“ der Kleingartenkolonie (KGA „Neues Heim“) nördlich vom „Wohngebiet Altenescher Weg“ und dem Volkspark ausgewiesen. Am Rand der Gewerbefläche (Baugewerbehof und BSR) ist die zugehörige Wegmarkierung zum Südrand des Jüdischen Friedhofs angegeben und beansprucht Gelände der KGA „Grönland“, „Am Volkspark Prenzlauer Berg“ und „Langes Höhe“. Nach Überquerung der Bezirksgrenze zu Lichtenberg besteht Anschluss an den Weißenseer Weg. fbinter.stadt-berlin.de
Planungen Umfahrung Weißensee Nach Osten würde der (Seestraßen-)Ring nach ursprünglicher Planung durch den Volkspark Prenzlauer Berg führen. Zur Entlastung der den Ring kreuzenden Verbindung (Berliner Allee in Weißensee) war bereits seit 1935 eine Süd-/Nordführung ebenengleich durch den Jüdischen Friedhof geplant. Ein entsprechender Flächenstreifen war aus Pietätsgründen auf dem Gelände ohne Bestattungen freigehalten worden. Die Kriegsereignisse verhinderten die Verlängerung der Kniprodestraße (vorgesehen als Kniprodeallee) bis an die Buschallee.Stadtplan Berlin 1955. blocksignal.de
Die Fernverkehrsstraße verläuft über die Greifswalder Straße und Berliner Allee (1953–1991 Klement-Gottwald-Allee). Der besonders mit dem Neubau-Stadtbezirk Hohenschönhausen zunehmende Verkehr durch Weißensee brachte ein Wiederaufleben der Pläne. 1986 wurde wiederum als Fortsetzung der Ringstraße eine Hochstraße über den Jüdischen Friedhof Weißensee projektiert und die Bauvorbereitungen begonnen. Dieser Straßenbau war als Prestigeobjekt der „Partei- und Staatsführung“ der DDR zur 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 vorgesehen und hätte die Kniprodestraße mit der Hansastraße, die zur Großsiedlung Hohenschönhausen führt, verbunden. Zudem wäre der Anschluss über die Lichtenberger Straße als Ringfortführung nördlich um den Jüdischen Friedhof in den Weißenseer Weg nach Lichtenberg möglich geworden. Nach Zugeständnissen an die Jüdische Gemeinde in Berlin schien das Bauprojekt durchführbar. Die Entlastung Weißensees wäre durch eine solche Lösung aus Zeiten einer „autogerechten“ Stadt wünschenswert gewesen. Wegen der strikten Ablehnung durch die Adass Jisroel-Gemeinde Berlins wurde aber die Bauphase abgebrochen, weil die Möglichkeit bestand, dass auf der Freifläche während der NS-Zeit Bestattungen von ungemeldeten jüdischen Bürgern stattgefunden hatten. Die 1986 bereits getroffenen Bauvorbereitungen an der Indira-Gandhi-Straße wurden „zurückgebaut“. Der ursprünglich von Hobrecht geplante Ring von 1905 endet dadurch im Norden mit der Michelangelostraße am Volkspark Prenzlauer Berg. Der seit 1990 verstärkte West-Ost-Verkehr fließt somit Richtung Friedrichshain und nach Lichtenberg über die Kniprode- und Storkower Straße. Verblieben ist die Verlängerte Ostseestraße als Bezeichnung für den Fuß- und Fahrweg durch die Kleingärten nördlich des Volksparks und südlich des Jüdischen Friedhofs. Die offizielle Bezeichnung dieser KGA-Privatstraße ist „Hauptweg“.
Namensgebung mini|hochkant|Namensgebung 1964
In den 1960er Jahren wurde östlich der Ostseestraße die weitergehende Bebauung entlang des Stadtrings in Angriff genommen. Zunächst entstanden zwei QPb61-Bauten östlich der Greifswalder Straße. Die Kleingärten wurden beräumt, und wie an der Ostseestraße zwischen Gubitz- und Hosemannstraße begann der Bau von Q3A-Wohnblöcken. Der Verkehrsweg der Planstraße 40a XIII wurde als „Verlängerte Ostseestraße“ angelegt. Nach der amtlichen Recherche und einer Befragung von Bewohnern wurde der Straßenname zu Ehren des italienischen Malers und Bildhauers Michelangelo (1475–1564) gewählt. Dieser Straßenname nach einem Künstler passte sich den zuvor in der Weißenseer Nachbarschaft 1951 umbenannten Straßen nach Komponisten an (Komponistenviertel). Im 400. Todesjahr Michelangelos wurde am 18. Februar 1964 in einem feierlichen Akt das neue Straßenschild enthüllt.Michelangelostraße in Berlin. In: Neue Zeit, 19. Februar 1964, S. 6.
Nordseitenbebauung der 1960er Jahre mini|links|Bebauung der Straßennordseite mini|Wohnbau (QP64 und Q3A) im Jahr 1964 (Vom Ostblock nach Westen)
Mit dem Bau der Wohnhäuser im Bereich der Grenze zum Ortsteil (damals Stadtbezirk) Weißensee wurde die Michelangelostraße bis zur Kniprodestraße als zweistreifige Straße angelegt.Gebäudealter der Wohnbebauung: Umgebung Michelangelostraße. fbinter.stadt-berlin.de Bis dahin befanden sich bis an die Gürtelstraße Kleingärten und Ödland. Während der westliche Q3A–Wohnblock 1961 längs der Straße errichtet wurde, folgten acht querstehende und am Ostende weitere zwei Zehngeschosser der QP-Serie und hinter diesen parallel zur Kniprodestraße noch zwei Q3A-Zeilen. Jeder der 13 Wohnblöcke besteht aus fünfgeschossigen Häusern in Zeilenbau mit je fünf Häusern. Im Umfeld dieses 1961 bis 1968 errichteten Wohnquartiers entstanden an der Gürtelstraße zwei Kindergärten und darüber hinaus eine Poliklinik (seit 1990 Ärztehaus), ein kommunaler Wäschestützpunkt (Rewatex), später folgte ein Feierabendheim. Die Häuser entstanden im genossenschaftlichen Wohnungsbau im Rahmen des AWG-Programms. 1990 ging die AWG nach bundesdeutschen Genossenschaftsrecht in das Eigentum von drei Wohnungsbaugenossenschaften über., Wohngebiete in Pankow. WG Merkur eG. WBG Zentrum.
Die Michelangelostraße ist eigentlich nur an der Nordseite bebaut. Die südliche Straßenseite blieb unbebaut, die in den 1970er Jahren entstandenen Bauten liegen (einseitig) an der Hanns-Eisler-Straße. Die anliegenden Grünflächen waren Verkehrsreservefläche und kamen 2013 als Baureserveland zur Bebauungsverdichtung ins Gespräch,Bauplatz gibt es genug. In: Prenzlauerberg-Nachrichten.de, 29. Januar 2013. obwohl die Ringstraßenplanung Mitte der 2010er Jahre wohl noch nicht ganz aufgegeben war.Vierspurig durch die Kleingärten? kleingartenweb.de, 20. April 2001. Mit dem Ausbau von Kreuzungen für das Abbiegen voreinander wurde die Kreuzung an der Ostseestraße umgestaltet. Die Michelangelostraße erhielt eine südliche Richtungsfahrbahn. Mit der Aufhebung der Kleingartenanlagen im Neubaugebiet wurde der benötigte Straßenraum gewonnen. Gleichzeitig wurde jedoch eine Freifläche in der Breite für den Ausbau der Ringstraße reserviert (Verkehrsreservefläche).
Mühlenviertel mini|Michelangelostraße zu den WBS-70-Bauten der Hanns-Eisler-Straße
Das Quartier MühlenviertelMühlenviertel feiert 40. Geburtstag: Kiezakteure organisieren ein Fest. In: Berliner Woche, 11. Juli 2017. reklamiert sich als Kiez auf dem Mühlenberg (beispielsweise Mühlenberg-Center). An der Greifswalder Straße standen noch im 19. Jahrhundert sieben Windmühlen. Jedoch standen fast 30 Mühlen vorrangig auf dem Windmühlenberg. Dieser befand sich am Südrand von Prenzlauer Berg zwischen Schönhauser Allee und Prenzlauer Allee, begrenzt durch die Saarbrücker und die Belforter Straße, damals vor dem Prenzlauer Tor gelegen. Hier war durch die Kante des Barnims gegenüber der Spreeniederung von Kölln und Berlin der nötige Wind stärker.Ein Kiez stapelt hoch: Auf dem Gebiet des Mühlenkiezes drehten sich noch nie Windräder. In: Berliner Woche, 29. November 2017.
In der Berliner Stadtplanung der Lebensweltlich orientierten Räume (LOR) wird der als MühlenviertelLebensweltlich orientierte Räume (LOR) – Planungsräume: auf Planungsraum „Greifswalder Straße“ zentriert. fbinter.stadt-berlin.de zitierte Planungsraum (LOR: 03 06 14 29, wobei 03 = Pankow / 06 = nördlicher Prenzlauer Berg / 14 = Prenzlauer Berg Ost / 29 = Greifswalder Straße) von Greifswalder Straße, Weißensee, Kniprodestraße und Ringbahn begrenzt. Dabei sind „Mühlenkiez“ und Mühlenviertel mit dem Pankower LOR-Planungsraum „Greifswalder Straße“ identisch.Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) – Planungsräume. FIS-Broker (Geoportal Berlin). Die angrenzenden LOR-Räume sind: