Neuensalz ist eine Gemeinde im sächsischen Vogtlandkreis.

Geographie Geographische Lage mini|Talsperre Pöhl, Vorsperre Neuensalz Neuensalz liegt im Zentrum des Naturraumes Vogtland (Mittelvogtländisches Kuppenland) im sächsischen Teil des historischen Vogtlands. Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich der südliche Teil der Talsperre Pöhl mit der Vorsperre Neuensalz und der Vorsperre Thoßfell. Diese entstand durch Aufstauung der Trieb, einem Zufluss der Weißen Elster.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung mini|links|Ehemaliges Ferienheim bei Thoßfell (1979) Zu Neuensalz gehören die Ortsteile Altensalz, Gansgrün, Mechelgrün, Thoßfell, Zschockau, Voigtsgrün und Zobes.

Geschichte Der erstmals 1418 genannte Ort Neuensalz wurde 1438 als Nuwen Salcze bezeichnet. Untersuchungen an der Kapelle Neuensalz legten jedoch nahe, dass diese bereits Mitte des 12. Jahrhunderts auf den Festen einer heidnischen Opferstelle errichtet wurde. Wirtschaftlich bedeutsam war die seit 1493 belegbare Nutzung der in Altensalz zutage tretenden Solequellen durch die Saline Altensalz, von denen sich der Name von Altensalz und Neuensalz herleitet. Sie befanden sich am rechten Ufer der Trieb am ehemaligen Kirchsteig nach Gansgrün. Heute liegen sie zehn Meter unter dem Wasserspiegel der Talsperre Pöhl.

Die Grundherrschaft über Neuensalz lag bis ins 19. Jahrhundert beim örtlichen Rittergut. Ein Anteil des Orts gehörte zeitweise zum Rittergut Reusa und später zum Rittergut Thoßfell. Das Rittergut Neuensalz befand sich im 16. Jahrhundert im Eigentum der Familie von Tettau.´ 1885 erwarb Major Hanns Moritz von Zehmen das Rittergut Neuensalz und Zobes. Die verwitwete Elisabeth Christine von Zehmen, geb. von der Pforte verkaufte 1929 den Grundbesitz in Zobes an den Landwirt Georg Kurze. Sie behielt aber das „Schlössel“ sowie das Rittergut Neuensalz, dass sie ihrer Tochter Elisabeth v. Voights-Rhetz, geb. v. Zehmen übertrug. 1945 wurde William v. Voights-Rhetz im Rahmen der Bodenreform enteignet.

Neuensalz lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Plauen.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 76 f. 1856 wurde der Ort dem Gerichtsamt Plauen und 1875 der Amtshauptmannschaft Plauen angegliedert. Der Haltepunkt Neuensalz wurde am 1. Juni 1923 an der Bahnstrecke Lottengrün–Plauen eröffnet. Die Station befand sich einige Kilometer südwestlich des Orts. Der Haltepunkt ging am 27. September 1970 außer Betrieb. Einzig das Wohnhaus der Station in der „Bahnhofstraße“ ist erhalten geblieben.Der Haltepunkt Neuensalz auf www.sachsenschiene.net

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Neuensalz im Jahr 1952 zum Kreis Plauen-Land im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer „Landkreis Plauen“ fortgeführt wurde und 1996 im Vogtlandkreis aufging. Zwischen 1958 und 1964 erfolgte der Bau der Talsperre Pöhl mit den Vorsperren Thoßfell und Neuensalz.

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung AltensalzGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt 1. Januar 1972 Gansgrün 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Thoßfell MechelgrünStatistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen 1. Januar 1996 Thoßfell 1. Januar 1994 Voigtsgrün 1. Januar 1972 Zobes 1. Januar 1994 ZschockauDas Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943 1. Oktober 1934 Eingemeindung nach Mechelgrün

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1998: 2.448 1999: 2.429 2000: 2.421 2001: 2.400 2002: 2.415 2003: 2.408 2004: 2.414 2007: 2.367 2008: 2.365 2009: 2.360 2012: 2.252 2013: 2.235

Politik Gemeinderat

Nach der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: Interessengemeinschaft Freiwillige Feuerwehren (IG FFW): 8 Sitze Evangelische Kirche (EK): 2 Sitze Wählervereinigung Zobes (WVZ): 1 Sitz AfD: 1 Sitz (zwei Sitze werden mangels Kandidaten nicht besetzt) +letzte GemeinderatswahlenWahlvorschlag202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Interessengemeinschaft Freiwillige Feuerwehren855,7952,7531,7AfD119,7––––Evangelische Kirche215,1322,3321,4Wählervereinigung Zobes19,4110,7213,9Linke––19,718,0SPD–––4,6–5,4NPD––––111,7CDU––––18,0Wahlbeteiligung76,6 %69,9 %50,5 %

Bürgermeister Bürgermeister ist Carmen Künzel. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Carmen KünzelKünzel80,1201583,1200899,4200154,8

Kultur und Sehenswürdigkeiten

mini|links|Kapelle Neuensalz, heute Konzert- und Ausstellungszentrum Neuensalz teilt sich mit der Gemeinde Pöhl das Erholungsareal der Talsperre Pöhl. Die säkularisierte Kapelle Neuensalz ist heute ein Konzert- und Ausstellungszentrum. Im Ortsteil Altensalz birgt die 1214 vom Deutschen Ritterorden errichtete Kirche an der gotischen Holzdecke barocke Ornamentmalereien von ca. 1650. Im Ortsteil Mechelgrün befindet sich die Ruine der Wasserburg Mechelgrün.

Naturschutz

Wirtschaft und Infrastruktur Neuensalz liegt verkehrsgünstig an der BAB 72 und ist von der Anschlussstelle Plauen-Ost (7) über die B 173 zu erreichen. Ferner beginnt am westlichen Ortsrand von Neuensalz die B 169.

Im Ortsteil Thoßfell hatte die Gemeinde einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Herlasgrün–Falkenstein, in Neuensalz befand sich eine Station der stillgelegten Bahnstrecke Lottengrün–Plauen.

Neuensalz wird im vertakteten ÖPNV des Verkehrsverbunds Vogtland von mehreren Buslinien bedient. Die zweistündliche TaktBus-Linie 63 verbindet die Gemeinde mit Plauen, Treuen und Lengenfeld. Die RufBus-Linie 72 erschließt Altensalz und Voigtsgrün, die RufBus-Linie 74 Gansgrün. Mechelgrün wird von der stündlichen PlusBus-Linie 70 (Plauen – Rodewisch) bedient.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Heinrich von Beust (1778–1843), königlich-sächsischer Amtshauptmann und Besitzer der Rittergüter Neuensalz und Zobes Woldemar von Beust (1818–1898), königlich-sächsischer Kreishauptmann Helmut Zimmermann (Astronom) (1926–2011), Astronom

Literatur Hans-Heinz Emons, Hans-Henning Walter: Alte Salinen in Mitteleuropa. Zur Geschichte der Salzerzeugung vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1988.

Matthias Donath: „Schlösser und Herrenhäuser im Vogtland.“ edition Sächsische Zeitung, Meißen 2011, vgl. S. 169 und 173. G. A. Poenicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Nach der Natur neu aufgenommen von F. Heise, Architect, V. Section: Vogtländischer Kreis. Leipzig 1860, Rittergut Neuensalz, S. 7–8

Weblinks

Webseite der Gemeinde Neuensalz

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Vogtlandkreis Kategorie:Ersterwähnung 1418