Clara Arnheim, auch Klara (geboren 24. April 1865 in Berlin; gestorben 28. August 1942 im KZ TheresienstadtTodesfallanzeige auf den Namen Flora Arnheim, bei holocaust.cz), war eine deutsche Malerin und Illustratorin. Sie gehörte zu denjenigen Frauen in der Kunst, die Malerei als Beruf ausübten. In der Zeit des Nationalsozialismus als Jüdin verfolgt, wurde sie 1942 im Holocaust ermordet. mini|Clara Arnheim (links) mit ihrer Schwester Betty, um 1930 miniatur|Fischer beim Netzflicken auf Hiddensee miniatur|Alter Fischereihafen in Vitte Leben Clara Arnheim war Kunstschülerin u. a. von Franz SkarbinaAngela Rapp: Der Hiddensoer Künstlerinnenbund - Malweiber sind wir nicht, Berlin 2012, ISBN 978-3-00038-345-8. S. 55 in Berlin und Edmond Aman-Jean in Paris und wurde trotz familiärer und gesellschaftlicher Widerstände gegen die Frauenemanzipation eine Berufskünstlerin. Ihre Eltern waren der jüdische Arzt Adolf Arnheim und seine Frau Friederike.
Sie war Mitglied des Lyceum-Clubs Berlin, Vorstandsmitglied des Frauenkunstverbandes, Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen und im Deutschen Künstlerbund. (abgerufen am 27. Februar 2016)
An der 1914 aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig durchgeführten Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik (BUGRA) nahm sie mit zwei Grafiken teil, für die sie mit einer Goldmedaille prämiert wurde.
In der Sommerfrische der Insel Hiddensee tat sie sich Anfang der 1920er Jahre in Henni Lehmanns Blauer Scheune mit Elisabeth Andrae, Käthe Löwenthal, Katharina Bamberg und Elisabeth Büchsel zum „Hiddensoer Künstlerinnenbund“ zusammen und stellte gemeinsam aus. Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten und der Ächtung der Künstler als entartet und der Juden als rassisch minderwertig war das nach 1933 nicht mehr möglich.
Clara Arnheim, die sich als Erwachsene hatte evangelisch taufen lassenKatja Behling, Anke Manigold: Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900. Elisabeth Sandmann Verlag, München 2009, 3. Aufl. S. 42., erhielt wegen ihrer jüdischen Herkunft Berufsverbot und wurde systematisch von den Behörden drangsaliert, etwa indem man ihr Lebensmittelmarken vorenthielt. Teile der Hiddenseer Nachbarschaft solidarisierten sich jedoch mit ihr und versorgten sie heimlich. Im Alter von 77 Jahren wurde sie am 9. Juli 1942 von Berlin aus in das von den Nationalsozialisten sogenannte Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie einige Wochen später ermordet wurde.
Ihr jüngerer Bruder Fritz Arnheim war Historiker und Privatgelehrter.
Werke als Illustratorin (Auswahl)
Ehrungen Sowohl in Vitte auf Hiddensee als auch in Berlin-Charlottenburg wurde in Gedenken an Clara Arnheim ein Stolperstein verlegt.
Siehe auch Liste der vom NS-Regime verfolgten Kunstschaffenden der Bildenden Kunst
Literatur
Ruth Negendanck: Hiddensee. Die besondere Insel für Künstler. Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 2005, ISBN 978-3-88132-288-1. Marion Magas: Wie sich die Malweiber die Ostseeküste eroberten. Bloch, Berlin 2008, ISBN 978-3-00-023779-9. Katja Behling und Anke Manigold: Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900. Sandmann, München 2009, ISBN 978-3-938045-37-4. Cornelia Matz: Die Organisationsgeschichte der Künstlerinnen in Deutschland von 1867 bis 1933. Diss. 2001 Rezension bei sehepunkte, Ausgabe 6 (2006), Nr. 10. „Um uns ist ein Schöpfungstag“ Von der Künstlerkolonie bis heute. Kunstmuseum Ahrenshoop (Hrsg.), Ahrenshoop 2013, ISBN 978-3-9816136-0-5. Katja Behling: Clara Arnheim & Henni Lehmann. In: Dies. und Anke Manigold: Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900. Berlin, Insel 2013, ISBN 978-3-458-35925-8, S. 47–50. Ilka Wonschik: „Es war wohl ein anderer Stern, auf dem wir lebten …“: Künstlerinnen in Theresienstadt. Hentrich & Hentrich, Berlin 2014, ISBN 978-3-95565-026-1.
Weblinks
(mit Bildern) bei Seebad Hiddensee Gabriela Jaskulla: Deutschlandradio Kultur, 24. September 2011 Anette Schneider: Kalenderblatt Deutschlandfunk zum 75. Todestag. Bilder von Clara Arnheim auf artnet
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Künstler der Neuzeit Kategorie:Maler (Berlin) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Todesopfer im Ghetto Theresienstadt Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Person, für die in Berlin-Charlottenburg ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Person, für die in Mecklenburg-Vorpommern ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1865 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Frau