Unterfelden ist ein Gemeindeteil des Marktes Colmberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Unterfelden liegt in der Gemarkung Oberfelden.
Geografie Das Dorf liegt an der Altmühl. 0,4 km südlich des Ortes steht eine Gemeindeeiche, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist, 0,75 km nördlich liegt das Buchfeld, 1,5 km nordöstlich im Heiligenholz erhebt sich der Eichelberg (). Die Staatsstraße 2245 führt nach Oberhegenau (1,7 km nördlich). Die Staatsstraße 2250 führt nach Colmberg (1,8 km südöstlich) bzw. nach Geslau (5,2 km westlich).
Geschichte Der Ort wurde erstmals in einer Wildbannurkunde von Kaiser Otto III. für den Bischof Heinrich von Würzburg, ausgestellt am 1. Mai 1000, als „Ueldun“ genannt und als achtzehnter Grenzpunkt bezeichnet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 139.https://www.regesta-imperii.de/regesten/2-3-0-otto-iii/nr/1000-05-01_1_0_2_3_0_1111_1360.html (MGD O III. Nr. 358) Urkunde vom 1. Mai 1000 Bild mit Übersetzung
Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 wurden für Unterfelden 9 Mannschaften verzeichnet: 6 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg und 3 Anwesen dem Rittergut Jochsberg. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 705. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 wurden für Oberfelden 10 Mannschaften verzeichnet: 7 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg und 3 Anwesen dem Vogtamt Jochsberg.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 28. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 710.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Unterfelden 9 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Vogtamt Colmberg aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Kastenamt Colmberg: 1 Hof, 1 Halbhof, 1 Gut, 1 Köblergut, 1 Söldengütlein, 1 Häuslein; Vogtamt Jochsberg: 1 Hof, 1 Hof mit Wirtschaft, 1 Köblergut). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 918. Es gab 10 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 625.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1004f.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Unterfelden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Colmberg und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Colmberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Unterfelden in die neu gebildete Ruralgemeinde Oberfelden umgemeindet. Am 1. Juli 1972 wurde Unterfelden im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Colmberg eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 2: eingeschossiger Putzbau, Halbwalmdach, 17. Jahrhundert Haus Nr. 6: eingeschossiges Fachwerkhaus, 1699. Haus Nr. 9: Bauernhof; Wohnstallhaus, eingeschossiger Fachwerkbau mit Halbwalmdach, zweite Hälfte 17. Jahrhundert; Scheune, teilweise verschalter Holzständerbau, mit Fachwerkwänden und Steilsatteldach, Mitte 19. Jahrhundert, unter Verwendung älterer Bestandteile.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2020Einwohner 66 55 55 54 72 56 56 84 65 56 87 46 54HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 14 12 14 13 15 13 14 15 Quelle (Abgerufen am 24. September 2011). Die Einwohnerzahlen berufen sich im Abgleich mit der amtlichen Statistik vermutlich auf einen Einwohnerstand zwischen 2007 und 2008.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Maria (Auerbach) gepfarrt, seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Ursula (Colmberg) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Colmberg) Kategorie:Ersterwähnung 1000 Kategorie:Ort an der Altmühl