Dieter Quast (* 6. Mai 1928 in Heidelberg; † 21. November 2020 in Heidelberg) war ein deutscher Architekt.
Leben Dieter Quast studierte von 1949 bis 1953 Architektur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Herbert Hirche und wurde anschließend Assistent an dessen Lehrstuhl. Ab 1955 arbeitete Quast als selbständiger Architekt in Heidelberg. Einer seiner Schwerpunkte war die Sakralarchitektur, so entwarf er zahlreiche Kirchenbauten in Nordbaden. Sein Interesse dafür wurde bereits während des Studiums geweckt, als Otto Bartning ihn mit rund 50 jungen Kollegen aus der ganzen Bundesrepublik zu einem einwöchigen Kolloquium nach Darmstadt einlud. Wie andere Teilnehmer nahm er an einem von Bartning initiierten Wettbewerb für einen Kirchenneubau in Darmstadt teil. Sein Entwurf wurde von der Stadt angekauft. Ein weiterer Schwerpunkt war der Museumsbau. Er entwarf unter anderem zusammen mit Peter und Ursula Trint das Sprengel Museum in Hannover und baute des Karlsruher Schloss zum Badischen Landesmuseum um.
Quast war Mitglied im Bund Deutscher Architekten. Das Südwestdeutsche Archiv für Architektur und Ingenieurbau besitzt einen umfangreichen Bestand zum Werk des Architekten.
Er war der Vater von zwei Töchtern und zwei Söhnen, darunter der Schauspieler Michael Quast.
Werk mini|Kapelle zum Guten Hirten, Bühl-Sand mini|Lutherkirche Heidelberg 1957–1966: Wiederaufbau des Karlsruher Schlosses und Einrichtung des Badischen Landesmuseums 1961: Matthäuskirche in Baden-Baden-Steinbach 1963: Gnaden-Kapelle in Bühl-Neusatz (profaniert) 1965: Kapelle zum Guten Hirten in Bühl-SandBühl-Sand: evang. Kapelle »Zum guten Hirten« auf dem Sand, kirchbau.de 1964–1966: Lutherkirche in Heidelberg 1967–1968: Johanneskirche in Bühl 1975–1979, gemeinsam mit Peter Trint und Ursula Trint (Köln): Sprengel Museum Hannover (1. Bauabschnitt)Helmut Knocke, Hugo Thielen: Kurt-Schwitters-Platz. In: Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon. Handbuch und Stadtführer. 4. aktualisierte und erweiterte Auflage, zu Klampen, Springe 2007, ISBN 978-3-934920-53-8, S. 163f. 1984–1991: Sanierung und Ausbau des Fridericianums in Kassel zum multifunktionalen Ausstellungsgebäude (Documenta) und Ausbau der Orangerie zum Technikmuseum 1990–1991: Erweiterung des Kurpfälzischen Museums Heidelberg mit Neubau für den Heidelberger Kunstverein 1995–1998: Kultur- und Dokumentationszentrum deutscher Sinti und Roma in Heidelberg
Literatur Ulrich Coenen: Dieter Quast und der protestantische Sakralbau der 1960er Jahre in der Kirchengemeinde Bühl. Anmerkungen zu den Kirchen in Steinbach, Neusatz, Sand und Bühl. In: Bühler Jahrbuch 2018, hrsg. vom Stadtgeschichtlichen Institut der Stadt Bühl, S. 97–122.
Weblinks
Werkauswahl Quasts beim Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau, zuletzt abgerufen am 16. Dezember 2020. Ulrich Coenen: Ein halbes Jahrhundert Johanneskirche in Bühl. 14-teilige Serie in den Badischen Neuesten Nachrichten über die vier Kirchen von Dieter Quast in Mittelbaden (Steinbach, Neusatz, Sand und Bühl), erschienen zwischen dem 13. Januar und dem 21. März 2018.
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Heidelberg) Kategorie:Mitglied des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann