mini|Logo bis 2014
GOG.com (ehemals Good Old Games) ist eine mehrsprachige Vertriebsplattform für Computerspiele und Filme im Internet, verfolgt also das Vertriebsmodell der digitalen Distribution. GOG.com wurde im Jahr 2008 vom polnischen Unternehmen CD Projekt gestartet und wurde bis 2025 von GOG sp. z o.o., einem Schwesterunternehmen von CD Projekt, mit Sitz in Warschau geführt. 2025 wurde die Plattform an den Mitgründer Michał Kiciński verkauft.Übernahme: Spieleplattform GOG hat einen „neuen“ Besitzer, ComputerBase vom 29. Dezember 2025; Zugriff am 20. Januar 2026
Konzept GOG.com bietet hauptsächlich bekanntere, ältere PC-Spiele an, die es meist nicht mehr im Einzelhandel zu kaufen gibt und kann damit als ein Teil des Phänomens des Retrogamings betrachtet werden. Alle Spiele werden ausschließlich als Download angeboten, auf den letzten Stand gepatcht und für die Plattformen Windows XP, Windows Vista, Windows 7, Windows 8 sowie macOS (seit dem 18. Oktober 2012) und Linux (seit dem 19. August 2014)gog.com angepasst. Für die ab Februar 2011 neueingestellten Spiele wird die Kompatibilität zu Windows 7 garantiert, bei bereits zuvor verfügbaren Spielen ist diese nur teilweise gegeben. Seit dem Erscheinen von Windows 8 werden die meisten neu aufgenommenen Spiele auch für dieses System angepasst. Geschäftsidee hinter GOG.com ist, dass mit der Möglichkeit des preisgünstigen Vertriebs und Bereithaltung von Software über die Digitale Distribution auch der kommerzielle Vertrieb von „exotischer“ Software, wie Computerspiele, die inzwischen Abandonware sind, wieder ökonomisch sinnvoll wird.
Im Gegensatz zu anderen Online-Verkaufsplattformen – wie z. B. Steam – hat sich GOG.com der Philosophie verschrieben, alle angebotenen Spiele DRM-frei anzubieten, um den Kunden maximale Freiheiten in der Verwendung des gekauften Produkts zu bieten. Kunden sollen auch nicht durch Internet-Zwang oder die Notwendigkeit von speziellen Downloadmanagern oder -clients gegängelt werden. Da GOG.com auf Standard-Browser-Technologie setzt und keinen spezifischen Client voraussetzt, sind auch versteckte Beeinträchtigungen des Verbraucher- und Datenschutzes durch Informationsausspähung und -weitergabe – wie bei anderen Anbietern möglich – ausgeschlossen.
Zu Spielen wird generell zusätzliches Bonusmaterial wie Soundtracks (teilweise im verlustlosen FLAC-Format), Handbücher als PDF, Desktophintergründe und Entwicklungsinterviews angeboten. Auch ein Nutzer-Support gehört zum Gesamtpaket dazu. Das Angebot ist überwiegend englischsprachig, wird jedoch durch international mehrsprachig vertriebene Versionen von Spielen ausgebaut,gog.com: (englisch) eigens lokalisierte Versionen werden nicht angeboten.
Um ein Spiel zu erhalten, ist eine kostenlose Registrierung nötig, die auch für das Internetforum gültig ist. Alle erworbenen Spiele stehen dem Kunden jederzeit als Download zur Verfügung, auch falls die Spiele aus dem Vertrieb genommen werden. Es wird ein 30-Tage-Rückgaberecht geboten, jedoch keine Weiterverkaufsmöglichkeit, wie z. B. bei Green Man Gaming. Inzwischen bietet GOG.com Spiele auch als (unpersonalisierte) Lizenzschlüssel (Redeem Code) an, welche beliebig weitergegeben werden können (z. B. als Geschenk) und erst später einem GOG.com-Account dauerhaft zugeordnet werden. Die Bezahlung ist per VISA, Mastercard, Paysafecard, PayPal, Sofortüberweisung und einigen anderen digitalen Zahlungsdienstleistern möglich.
Technik Um Spiele, die für jahrzehntealte Hardware- und Softwareplattformen entwickelt wurden, auf modernen PC-Systemen zum Laufen zu bringen, verfolgt GOG.com mehrere Ansätze. Wo verfügbar und möglich, werden im Quellcode oder bei den Installationsskripten Kompatibilitätsanpassungen durchgeführt, wie z. B. bei Divine Divinity.forum post announcing the digital download version (englisch) Wo nicht verfügbar oder zu aufwendig, werden Emulatoren wie der MS-DOS-Emulator DOSBox oder der Scumm-Emulator ScummVM verwendet. Durch den Nebeneffekt der Applikationsvirtualisierung bei Emulatoren wird auch eine Spielenutzung unter anderen Betriebssystemen (z. B. Linux) möglich, da Emulatoren häufig plattformunabhängig entwickelt sind. Teilweise kommen notwendige Spiel-Patches auch aus der Spieler-Community selbst, sogenannte Fan- oder Community-Patches, so werden Spiele wie Planescape: Torment oder Arcanum: Von Dampfmaschinen und Magie erst durch diese technisch auf ein spielbares Niveau gehoben.
Geschichte 2008 wurde GOG.com unter dem Namen Good Old Games erstmals vorgestellt und begann, im Rahmen einer Betaphase Spiele anzubieten, die vor allem zwischen 1995 und 2000 erschienen waren, also am Ende der DOS- und zu Beginn der Windows-Ära. Es wurde ein einfaches Preisschema mit drei Standardpreisklassen eingeführt: Neben den sechs gratis erhältlichen Spielen wurden Downloads entweder für 5,99 USD oder für 9,99 USD angeboten, wobei in einigen Fällen ältere Titel einer Spieleserie auch in einem Downloadpaket gebündelt wurden. Ausnahmen von dieser Preisgestaltung bildeten Werbeaktionen, bei denen auf Spiele zu einem bestimmten Thema oder eines bestimmten Publishers über einen begrenzten Zeitraum ein Rabatt gewährt wurde. Diese Werbeaktionen finden auch heute noch beinahe jede Woche statt und gelten meist für den Zeitraum eines Wochenendes.
Umstrittene Werbeaktion 2010 Zum Abschluss der Beta-Phase im September 2010 wurde die Seite geschlossen und eine mehrdeutige Nachricht auf die Seite gestellt, wonach das Angebot „in seiner jetzigen Form“ nicht mehr weiterbestehen könne. Dies entpuppte sich zunächst durch Mitteilungen der Seitenbetreuer und später auch durch den Weiterbetrieb der Seite als eine im Internet kontrovers diskutierte Marketingaktion.
Relaunch nach Beta Am 23. September 2010 wurde die Website mit neuem Design gestartet und die Beta-Phase beendet. Während der Einführungspräsentation verkleideten sich der GOG Co-Gründer Marcin Iwinski und Direktor Guillaume Rambourg als Mönche um für ihre Sünden bei der umstrittenen Werbeaktion 2010 zu büßen.
Seit 2008 wurden bereits über 5,8 Millionen Spiele heruntergeladen, wobei erneute Downloads nicht gezählt wurden. Mehr als 50 % der Verkäufe wurden durch Kunden aus den Vereinigten Staaten erzielt. 2011 befanden sich über 300 Spiele im Sortiment, am 17. Januar 2013 wurde das 500ste Spiel in den Katalog aufgenommen. Das Angebot wird gewöhnlich dienstags, manchmal zusätzlich auch donnerstags, um ein bis zwei Titel erweitert.
Vollpreis-Spiele 2011 wurde als Versuch einer Konzepterweiterung das Spiel The Witcher 2: Assassins of Kings zum Vollpreis – aber ebenfalls ohne DRM – angeboten. Dieses Spiel wurde von der eigenen Entwicklungsabteilung CD Projekt Red entwickelt. Das Experiment war erfolgreich, einerseits wurden bis März 40.000 Einheiten verkauft, andererseits war der Anteil der DRM-freien GOG-Version an den erstellten Raubkopien des Spiels nur gering. Deshalb wurde Ende 2011 angekündigt, dass in Zukunft vermehrt neuere Spiele (frühe Windows-Ära) als auch Spiele in der Erstvermarktung (wie The Witcher 2) angeboten werden sollen.Plan for the Future Gets Some News! GOG.com; abgerufen am 27. März 2012.
SOPA-Boykott Im Januar 2012 sprach sich das ansonsten nach eigenen Angaben politisch neutral bleibende GOG gegen die umstrittenen Gesetzesentwürfe SOPA und PIPA in den Vereinigten Staaten aus und forderte Leser zum Einspruch bei Politikern auf, da diese ineffektiv gegen Urheberrechtsverstöße seien und die Freiheit des Internets einschränken würden, wodurch auch GOG.com betroffen werden könnte. SOPA sei digitaler Rechteverwaltung ähnlich. Komplettlösungen und Let’s Plays würden illegalisiert und nur ehrliche Kunden eingeschränkt, während Piraten de facto weiterhin über Peer-to-Peer-Netzwerke und One-Click-Hoster illegal an geschütztes Material gelangen könnten.GOG.com Joins Opposition to SOPA & PIPA. GOG.com; abgerufen am 14. Januar 2012.
Ausdehnung des Geschäftsfelds 2012 Nach der Ankündigung, das Sortiment von Good Old Games zukünftig um aktuelle Produkte erweitern zu wollen, erfolgte im März 2012 die Umstellung. Mit Trine, The Whispered World und Legend of Grimrock wurden die ersten aktuelleren Spiele anderer Unternehmen ins Sortiment aufgenommen. Da durch die Ausweitung des Geschäftsfelds die ursprünglich Bezeichnung des Portals (Good Old Games) hinfällig wurde, firmiert das Unternehmen seither ausschließlich unter dem Namen der Website-URL als GOG.com.Bigger. Fresher. Newer. See what’s new on GOG.com. GOG.com; abgerufen am 27. März 2012. Mit dem Verkauf von 17.000 Einheiten von Legend of Grimrock innerhalb eines Monates wurde das Modell des Absatzes auch von neuen Spieletiteln von Dritten als erfolgreich eingestuft und die Einführung weiterer Titel von unabhängigen Entwicklungsstudios angekündigt. Ab Oktober 2012 begann GOG.com macOS als zweite Plattform zu unterstützen, beginnend mit einem Angebot von 50 Titeln, welches inzwischen sukzessive erweitert worden ist.
System Shock 2
Am 13. Februar 2013 wurde bekannt, dass es nach jahrelanger Recherche gelungen war, einen durch besonders komplizierte Lizenzverhältnisse niemals wieder veröffentlichbar geglaubten Titel, System Shock 2, aus dem Zustand der Abandonware zu holen. System Shock 2 wurde am 14. Februar 2013 in einer aufbereiteten Version auf GOG.com in der deutsch- und englischsprachigen Fassung verfügbar, wobei das neu gegründete Studio Nightdive Studios, dessen Gründer Stephen Kick die Rechte privat gesichert hatte, eine wichtige Rolle spielte.
Rückgaberecht Am 9. Dezember 2013 führte GOG.com ein Rückgaberecht mit Kaufpreiserstattung bei technischen Problemen innerhalb von 30 Tagen ein oder falls ein gekauftes Spiel noch nicht heruntergeladen wurde.
2014 Im März 2014 gab Gog.com bekannt, in Zukunft auch Linux als Plattform unterstützen zu wollen. Es wurde angekündigt, anfangs Ubuntu und Mint zu bedienen. Zum angepeilten Start im Herbst 2014 sollten mindestens 100 Titel für die Plattform zur Verfügung stehen und dort nativ laufen. Hierunter sollten sowohl aktuelle Spiele fallen, die bereits auf GOG.com zu kaufen waren und offizielle Linux-Unterstützung durch den Hersteller beinhalten, als auch neue Titel, die erstmals auf GOG.com erscheinen.gog.com
Im Juli 2014 wurde von offizieller Seite die sofortige Unterstützung der Distributionen Ubuntu 14.04 LTS und Mint 17 für 50 Spiele bekannt gegeben. Die Spiele werden sowohl als Debian-Paket als auch als (plattformunabhängige) komprimierte Tarball-Archivdateien angeboten. GOG.com wollte bis zum Herbst weiterhin mindestens 100 Spiele für Linux anbieten. Als Begründung für den vorzeitigen Start gab man an, man sehe keinen Sinn darin, die Unterstützung zu verzögern, nur um der Öffentlichkeit eine schön aussehende Zahl präsentieren zu können. Mit dem Beginn der Unterstützung der Plattform wurde eine der am häufigsten geforderten Funktionen auf der Community Wishlist auf „completed“ gesetzt.gog.com Das Ziel der 100 unterstützten Spiele wurde im Oktober 2014 erreicht.Linux Update: We’ve reached the 100-title mark. GOG.com; abgerufen am 15. Oktober 2014.
Im August 2014 präsentierte GOG.com ein neues Design, bei dem Spielepreise in lokalen Währungen oder optional in US-Dollar angezeigt werden konnten. Preisdifferenzen für Titel, bei denen ein regionaler Preis fest vorgeschrieben war, wurden dabei durch sogenannten Store Credit ausgeglichen, der eine Gutschrift für zukünftige Käufe auf der Vertriebsplattform darstellte. Die Einführung lokaler Preise war zuvor bereits bei mehreren neuen Titeln vorgenommen worden. Zusätzlich wurden mit der Design-Überarbeitung mehrere neue Bezahlmethoden eingeführt.