Das Füsilier-Regiment „Fürst Karl-Anton von Hohenzollern“ (Hohenzollernsches) Nr. 40 war ein Infanterieverband der Preußischen Armee.

Geschichte Der Verband wurde am 26. Januar 1818 (Stiftungsdatum) durch König Friedrich Wilhelm III. per A.K.O. als 36. Infanterie-Regiment (4. Reserve-Regiment) aus Teilen der Garnisonsbataillone Nr. 19 bis 34, sowie verschiedener Infanterieregimentern aufgestellt. Mit dem Abschluss der Aufstellung wurde Major Franz Ludwig von Jenneret Baron von Beaufort-Belfort am 27. August 1817 zum ersten Regimentskommandeur ernannt. Es gliedert sich zu drei Bataillonen mit einem Etat von 1626 Mannschaften zuzüglich Offizieren und war zunächst in der Festung Luxemburg stationiert. Durch die Abgabe des bisherigen Füsilierbataillons formierte sich daraus der Verband ab 12. März 1820 unter der Bezeichnung 40. Infanterie-Regiment.

1820 Das Regiment wird mit Steinschlossgewehren aus französischer Fertigung ausgerüstet. Während in Musketierbataillonen die Offiziere Degen als Seitenwaffen tragen, werden in Füsilierbataillonen Säbel ausgegeben. Laut Schießvorschrift von 1817 stehen jedem Füsilier 24 bis 30 Patronen und ein Feuerstein pro Jahr zum Üben zu.

Am 5. April 1820 bezog das II. Bataillon die Reiterkaserne der Festung Luxemburg. Darüber hinaus am 17. Mai des gleichen Jahres die Theresia-Kaserne.

1821/29 König Friedrich Wilhelm III. besichtigt in Begleitung des Generaladjutanten Job von Witzleben am 24. Juni die Festung Luxemburg und das Regiment paradiert zum ersten Male vor dem Monarchen. 1829 verlieh der König dem 39. und 40. Infanterie-Regiment eigene Fahnen.

1830 Durch die Julirevolution in Frankreich sieht sich Preußen veranlasst Truppen an die Grenze zu verlegen. Das Regiment besetzt die Detachements und Außenwerke der Festung. Scharfe Munition wird ausgegeben sowie Losung und „Feldgeschrei“ festgesetzt. Von jedem Bataillon werden 15 Mann (ein Unteroffizier und 14 Mannschaften) zur Ausbildung als Hilfsartilleristen abkommandiert. Im Januar 1831 wird diese Zahl auf 35 Mann erhöht. Das Regiment stockt die Stammbesatzung durch Reserveeinheiten auf und kann gegen Ende des Jahres alle Außenwerke vollständig besetzen und die Armierung der Festung abschließen. Vom I. Bataillon besetzen ein Offizier und 60 Füsiliere das Reduit Fetschenhoff, ein Offizier und 60 Füsiliere das Wachthaus Ramigny und ein Offizier und 87 Soldaten das Reduit Neuperg.

1833 Das Regiment erhält die Order in seine neue Garnisonsstadt Mainz einzurücken. Am 18. und 19. April verlässt es die Festung Luxemburg und verlegt mit drei Kompanien des I. Bataillons nach Koblenz; das II. Bataillon und die 2. Kompanie werden auf der Festung Ehrenbreitstein untergebracht. Die Zeit bis zum Einzug in Mainz wird mit Exerzieren und Schießübungen verbracht. Durch die Aufstockungen des Regiments in den Jahren 1830/31 sind viele gut ausgebildete Soldaten an andere Truppenteile abgegeben worden. Die dafür eingezogenen Reserveeinheiten waren durchweg schlecht ausgebildet und mussten nun schnellstmöglich auf den Stand der Stammtruppen gebracht werden.

Am 19. beziehungsweise am 21. August ziehen die Bataillone in Parade und mit klingendem Spiel unter den Augen des Herzogs Ferdinand von Württemberg in die Festungsstadt Mainz ein.

1839 Preußen sieht sich veranlasst, wegen der Unruhen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden das VII. und VIII. Armee-Korps in Alarmbereitschaft zu versetzen. Durch A.K.O. vom 14. Februar wird befohlen, dass das Regiment sich auf Kriegsstärke zu setzen hat. Einige Offiziere des Regiments fahren per Dampfer nach Köln, um vom Kommando der Landwehr-Brigade die Reservekräfte des Regimentes in Stärke von 324 Mann abzuholen. Am 26. Februar marschierte das II. Bataillon des 38. Regimentes nach Saarlouis ab um Platz zu schaffen für die neueingezogenen Reservekräfte. Die Besatzung der Festung Mainz bestand zu diesem Zeitpunkt nur aus den Regimentern 35 und 40 sowie einer Eskadron Ulanen.

Da es zu keinen Feindseligkeiten kam, wurden bereits im April die ersten Reservisten wieder beurlaubt und am 28. Mai die Entlassung aller Reservekräfte verfügt.

Am 29. Oktober wechselte das Gouvernement über die Bundesfestung an Österreich. Kommandeur wurde Generalmajor Freiherr Quadt von Hüchtenbruck.

1843 Die Ausrüstung des Regimentes wird verbessert. Sukzessiv wird der Tschako durch den neuen Helm mit Spitze abgelöst. Die alten Tschakos werden aber noch lange Zeit aufgetragen oder zu Mützenschirmen und für Lederreparaturen verwandt. Ebenso wird der neue Waffenrock und eine geschlitzte Hose eingeführt. Die alten Uniformierungsteile werden ebenfalls noch aufgetragen oder den ausscheidenden Reservisten mitgegeben.

Die vorhandenen Gewehre werden gegen solche mit Perkussionszündung ausgetauscht oder wenn möglich, das Steinschloss gegen ein Perkussionsschloss gewechselt.

Ab dem 13. Juli wird durch A.K.O. ein neues, vereinfachtes Exerzierreglement getestet. Dabei werden viele umständliche Griffe (die auf die alten Waffen abgestimmt waren) weggelassen und insgesamt das Exerziertempo gesteigert. Ebenfalls probeweise wird das Turnen als Dienstunterrichtsfach eingeführt. Nach der gelungenen Testphase und der Ausbildung von Unteroffizieren zu Vorturnern durch zivile Turnlehrer, sowie der Errichtung von Turngeräten, wird ab 1845 das Turnen Dienstfach.

1844/45 Der Waffenrock ist nun das alleinige Dienstbekleidungsstück. Allerdings dürfen Offiziere den Überrock für zweitrangige Dienstangelegenheiten weiter nutzen. Ende des Jahres 1844 werden die letzten Steinschlosswaffen aus dem Bestand des Regimentes abgegeben. Die komplette Bewaffnung mit Perkussionswaffen, auch für die einzuberufene Kriegsreserve, ist damit abgeschlossen.

Am 2. Juni 1845 paradiert das Regiment vor Prinz Wilhelm. Als besondere Auszeichnung für die Füsiliere gilt dabei, dass das Regiment die Ehrenwache, bestehend aus 90 Mann, für die ebenfalls anwesende Königin Victoria von England stellt.

1848 Wegen der revolutionären Unruhen in Frankreich und Deutschland wird die Garnison in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Man erwartet einen Angriff auf die Pulvertürme und Zeughäuser. Am 4. März wird das Regiment auf Kriegsfuß gesetzt und beginnt damit, die Reserveeinheiten einzuziehen. Zeitgleich werden auch alle anderen Einheiten des VII. und VIII. Armeekorps mobilgemacht. Bei Auseinandersetzungen mit den Bürgern von Mainz werden am 21. Mai fünf Soldaten getötet und mehr als dreißig verwundet, darunter zwanzig Verwundete des 40. Regiments. Am 23. Mai wird ein Soldat des 35. Regiments mit einem Beil schwer verletzt. Daraufhin patrouillieren Österreicher und Preußen gemeinsam in starken Gruppen durch die Stadt. Soldaten wird der Besuch von Wirtshäusern unter strengster Strafe verboten und alle bewaffneten Bürger von Mainz werden arretiert. Am 25. Mai werden die fünf getöteten Soldaten mit militärischen Ehren bestattet. In der gesamten Preußischen Armee wird im Anschluss daran Geld für einen Gedenkstein gesammelt. Entgegen den Erwartungen kommt es während des Begräbnisses zu keinen Ausschreitungen und die Lage in der Stadt normalisiert sich wieder.

1849 Am Feldzug in Baden nahm das Regiment nicht teil. Lediglich einige Einheiten waren unter anderem damit beauftragt, die Badische Kriegskasse in Sicherheit zu bringen oder gefangene Aufständische in die Haft zu eskortieren.

1851 Das Regiment zieht am 15. Februar in die neue Garnison Saarlouis. Während den Offizieren das gesellige Leben des großstädtischen Mainz fehlt, finden die Soldaten Gefallen an der neuen Garnisonsstadt an der französischen Grenze. Die Exerzierplätze liegen alle in der Nähe der Kasernen und der allgemeine Festungsdienst wird in der Regel von einer Kompanie durchgeführt, was zur Folge hat, dass der einzelne Soldat mehr Freizeit zur Verfügung hat, als zuvor in Mainz.

1854 Die Besatzung von Saarlouis wird 1854 durch das II. Bataillon des 29. Infanterie-Regimentes verstärkt.

1857 Im Zuge der Heeresreform unter König Wilhelm I. wird dem Reserveregiment Nr. 40 ein III. Bataillon angegliedert. Das Regiment, welches bisher nur Festungs- und Garnisonsdienst versehen hat, wird nun ein Füsilier-Regiment mit Felddienstverwendungsfähigkeit.

1860/63 mini|Signum des Füsilier-Regiments „Fürst Karl-Anton von Hohenzollern“ (Hohenzollernsches) Nr. 40 in den Farben des Hauses Hohenzollern Durch A.K.O. erhält der Verband am 4. Juli 1860 die Bezeichnung Hohenzollernsches Füsilier-Regiment (Nr. 40). Die Klammer entfiel durch A.K.O. vom 7. Mai 1861. Im gleichen Jahr bezog das I. und II. Bataillon Trier als neue Garnison. Die Unterkünfte dort werden als bedeutend besser als in Saarlouis empfunden. Aus diesem Grund wechseln die Offiziere in einem festgelegten Rhythmus zwischen den Garnisonen, damit es zu keinen Reibereien kommt.

Am 17. März 1863 wird Fürst Karl Anton von Hohenzollern zum Militärgouverneur der Rheinprovinz ernannt. Das Regiment hat nun zum ersten Mal mit dem Mann dienstlich zu tun, dessen Namen es später tragen wird. Durch A.K.O. wird die Beschaffung von Füsiliergewehren angeordnet. Das Regiment verfügt im Anschluss daran 500 langgeschäftete und 481 kurzgeschäftete Füsiliergewehre des Modells M/60.

Deutsch-Dänischer Krieg 1864 Am Deutsch-Dänischen Krieg nimmt das Regiment nicht teil. Es hält während dieser Zeit ein dreiwöchiges Manöver in der Gegend um Simmern ab. In den folgenden Jahren werden die Manöver in der Gegend um St. Wendel abgehalten.

Deutscher Krieg 1866 Durch A.K.O. wurde am 5. Mai die Mobilmachung befohlen. Um 22:00 Uhr traf die Nachricht beim Regiment in Trier ein. Der 6. Mai wurde als erster Mobilmachungstag bestimmt und das Regiment begann sofort mit den notwendigen militärischen Vorbereitungen. Die Gewehre wurden ausgetauscht und die Bajonette angeschliffen und an die Mannschaften ausgegeben. Ab dem 9. Mai wurden die Regimentsreserven eingezogen und eingekleidet. Am 15. Mai trafen die letzten Reservisten ein. Am 16. Mai, zehn Tage nach dem Mobilmachungsbefehl war das Regiment abmarschbereit. Am 17. Mai erging die telegrafische Order nach Köln zu verlegen. Damit trat das Regiment von der 16. zur 15. Division unter dem Kommando des Generalleutnants von Canstein.

Am 30. Mai verlegten alle drei Bataillone per Eisenbahn nach Halle (Saale). Eine Kriegserklärung war bisher noch nicht erfolgt, allerdings lag bereits zu diesem Zeitpunkt der größte Teil des Heeres an der Grenze zu Schlesien und Sachsen. Aus den Truppen wurden insgesamt drei Armeen gebildet, jeweils unter dem Kommando des Kronprinzen, des Prinzen Friedrich Karl und des Generals der Infanterie Herwarth von Bittenfeld. Das Regiment verlegt nach Torgau. Am 14. Juni erklärt Preußen Sachsen den Krieg. Am 15. Juni wurde die Grenze überschritten und sächsischer Boden betreten. Das II. und III. Bataillon zogen am 18. Juli mit klingendem Spiel in Dresden ein. Das Regiment wurde in Dresden herzlich empfangen. Feindseligkeiten hatte es bis zu diesem Zeitpunkt keine gegeben. Die sächsischen Truppen waren hinter die österreichische Grenze gezogen worden. Das Regiment versah in der sächsischen Hauptstadt Wachtdienst, bis es vom II. Bataillon des Ostpreußischen Füsilier-Regiments Nr. 33 abgelöst wird. Bei Groß-Schönau wurde die Grenze zu Österreich überschritten. Das Regiment traf zu spät ein, um am ersten Gefecht bei Hühnerwasser noch aktiv werden zu können, und kümmerte sich um die verwundeten Kameraden. Gegen sechs Uhr abends wurden das I. und das II. Bataillon in ein Gefecht mit österreichischen Jägern verwickelt. Der Angriff wurde zurückgewiesen, allerdings fiel Hauptmann Moldenhawer an der Spitze seiner Füsiliere als einer der ersten des Regiments in diesem Krieg. Das Regiment nahm am 28. Juni ebenfalls an der Schlacht bei Münchengrätz, in der Nähe des dortigen Klosters, teil.

Am 2. Juli, einen Tag vor der Schlacht bei Königgrätz, lagerte das Regiment in der Nähe von Gitschin. Hier erhielt es auch Kenntnis vom Befehl des Prinzen Friedrich Karl: