mini|Porträt John Cluysenaar, gemalt von seinem Vater André vor 1939 John Cluysenaar (vollständig: John (Jean) Edmond Cluysenaar) (* 26. September 1899 in Uccle; † 31. Juli 1986 in Noville-sur-Mehaigne, Provinz Namur) war ein Bildhauer, Maler, Zeichner und Aquarellist.
Leben und Wirken
John Cluysenaar gehört zu der niederländisch/belgischen Linie der ursprünglich aus Tirol stammenden und später in Burtscheid tätigen Architektenfamilie Klausener. Da sein Vater André Cluysenaar seiner künstlerischen Begabung zunächst entgegenwirkte, bildete sich John autodidaktisch weiter. Mit 16 Jahren war er ohne Mittel in London und musste in diversen Berufen sein Geld verdienen. Es folgten von 1917 bis 1919 zwei Jahre Militärdienst in der belgischen Armee.
Die nächsten 20 Jahre widmete sich Cluysenaar der Bildhauerei. Im Jahr 1924 erhielt er den Prix de Rome und 1925 in Brüssel den Prix Godecharle für sein Werk Les Baiser. Nach 1925 unternahm er eine Studienreise durch Italien und Frankreich. Seine erste Einzelausstellung fand in London statt.
Nach dem Tod des Vaters gab er die Bildhauerei auf und ließ sich in London als Maler nieder. Es folgten Aufenthalte in Schottland und Irland, bis er 1955 nach Brüssel zurückkehrte. Mit Jacqueline Collier, seiner dritten Ehefrau zog er nach Noville-sur-Mehaigne, wo diese die 1989 gegründete John-Clysenaar-Fondation leitete. Seine Tochter Anne Cluysenaar; Anne Cluysenaar Poet. aus der Ehe mit der Malerin Sybil Fitzgerald Hewat wurde 1936 geboren und war als Dichterin tätig.Interview mit Anne Cluysenaar, Januar 2006. Sie wurde am 1. November 2014 von ihrem Stiefsohn ermordet.Todesnachricht und Nachruf Anne Cluysenaar
Stil Seine Porträtbüsten sind charaktervolle und lebendige Werke in impressionistischer Tradition. Sein individualistisches Wesen negierte alle Kunst-SchulenEine Zeitlang soll er Schüler des Marlborough Colleges gewesen sein. – artistsfootsteps.co.uk: (englisch) und Bindungen an die Gesellschaft. D. Derrey-Capon bezeichnete seinen intuitiven Stil als ein All over Painting. Seine Bilder veranschaulichen flüchtige Wahrnehmungen und improvisierte Gesten und seine Farben sind intensiv und pastos. Die Physiognomien faszinierten ihn. Das Resultat waren Entstellungen, Entpersonifizierungen, Deformierungen und Verzerrungen von Gesichtsdarstellungen, eine expressionistische Offenlegung seiner Impressionen. Derrey-Capon interpretierte diese primitive Ausdrucksform als Projektion seiner Ängste und Identitätssuche.Saur. Allgemeines Künstler Lexikon, Bd. 20, 1998.
Von ihm stammen Werke mit einer Rot oder Purpur – Weiß gesprenkelten Fläche, die im März und August 2010 zur Auktion kamen und einen Wert von 300.000 bis 500.000 Euro haben.
Auszeichnung 1981 Medaille der Stadt Brüssel
Werke (Auswahl) mini|hochkant|Prins de Ligne 1924 Les Baiser 1924 André Cluysenaar, Porträtbüste, Antwerpen 1924 Henri Victor Wolvens, Porträtbüste des Malers. Musée communal des beaux-arts in Ixelles. 1929 Eugène Larmans, Porträtbüste weibliche Aktskulptur in dreiviertel Ansicht bis zu den Knien.askart Figure tombale, weibliche SkulpturFigure tombale Prins de ligne, Statue in BrüsselPrins de ligne 1951 L'eveilL'eveil Souvenir, 38 cmSouvenir RythmeRythme Diane Huntress mit Bogen und Windspiel in AktionDiane huntress Büste Selbstporträt?John Cluysenaar um 1920 Sitzend Denkendeartnet.com: (englisch) Komposition in Rot Komposition in Purpur
Literatur Fanny Cluysenaar: Les Cluysenaar, une famille d'artistes. Weissenbruch, Brüssel 1928.
Weblinks
Fondation John Cluysenaar Arcadja Auktions Werke
Anmerkungen und Einzelnachweise
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