miniatur|Porträt Otto Schelper um 1880 miniatur|Otto Schelper, Portraitrelief von Max Lange, 1907 miniatur|Grabstätte Otto Schelper Otto Schelper, eigentlich Peter Johann Christian Otto Buck (* 10. April 1844 in Rostock; † 10. Januar 1906 in Leipzig) war ein deutscher Opernsänger (Bariton).
Leben Bereits im Alter von acht Jahren stand für den Sohn eines musikalischen Gerichtsbeamten fest, die Bühnenlaufbahn einzuschlagen. Nach Abschluss der Volksschule absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Kaufmann. Seine ganze Neigung gehörte jedoch dem Schauspiel und dem Gesang. Als der Rostocker Theaterdirektor Heinrich Behr 1860 nach Bremen wechselte, ging Schelper mit ihm an das dortige Stadttheater und ließ sich vom ersten Tenor Joseph Eichberger ausbilden. Während dieser Zeit trat er als Chorsänger auf. Schelper debütierte mit der Oper Martha von Friedrich von Flotow. Stationen seiner Sängerkarriere waren Köln (1864), Bremen (1867), die Berliner Hofbühne (1870/71) und wiederum Köln.
1876 wurde er für die Leipziger Bühne verpflichtet und blieb ihr bis zu seinem Tode treu. Gemäß seinem Wahlspruch: „Ein Mann muss männlich singen!“Neue Musik-Zeitung, 1895, Jg. 16, Nr. 3, feierte er als Heldenbariton, der jedoch auch mühelos Basspartien übernehmen konnte, große Erfolge. Mit seiner energischen Meisterschaft machte er sich besonders als Wagner-Interpret im tragisch-pathetischen Fach einen Namen, aber auch die leiseren, lyrischen Partien beherrschte er. Besonders gerühmt wurde sein darstellerisches Können, mit dem er seinen Rollen Leben einzuhauchen vermochte.
1878 sang er unter Angelo Neumann den Wotan und den Wanderer in der Leipziger Erstaufführung von Wagners Opernzyklus Der Ring des Nibelungen. 1881 gastierte er mit dieser Rolle in Berlin. 1882 sang Schelper als Mitglied von Neumanns wanderndem Wagner-Ensemble während einer Europatournee bei der Uraufführung des Ring-Zyklus in London. 1884 glänzte er unter Victor Ernst Nessler in der Rolle des Kirchdorfer bei der umjubelten Uraufführung der Oper Der Trompeter von Säckingen am Carolatheater. In den Münchener Mustervorstellungen von 1894 sang er mit größtem künstlerischen Erfolg den Alberich und den Kurvenal.Eugen Segnitz in N.M.Z 1906 S. 229. Auch als Konzertsänger konnte Schelper Erfolge feiern. 1875 trat er als Bass-Solist bei der deutschen Erstaufführung des Verdi-Requiems in Köln auf. Noch wenige Tage vor seinem Tod stand der Sänger in Leipzig auf der Bühne. Otto Schelper wurde auf dem Südfriedhof in Leipzig beerdigt. Freunde und Verehrer stifteten ihm 1907 ein künstlerisch aufwendiges Grabmal mit Portraitmedaillon, das der Bildhauer Max Lange schuf. Dort wurde auch seine Frau, die Koloratursopranistin Anna Schelper geborene Marek, beigesetztKatrin Löffler, Iris Schöpa, Heidrun Sprinz: Der Leipziger Südfriedhof, Edition Leipzig, Leipzig 2000, S. 72.
Kritiken
Tondokumente Otto Schelper hinterließ mindestens eine Aufnahme für Nicole Records (Leipzig 1903), auf der er das Trinklied des Falstaff aus Otto Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor" singt.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Opernsänger Kategorie:Bariton Kategorie:Bass Kategorie:Darstellender Künstler (Leipzig) Kategorie:Musiker (Leipzig) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Geboren 1844 Kategorie:Gestorben 1906 Kategorie:Mann