Grünbach (vogtländisch Grieboch) ist eine Gemeinde im Vogtlandkreis in Sachsen und ein staatlich anerkannter Erholungsort.
Geographie Grünbach liegt in rund 700 m ü. d. M. an einem Waldgebiet. Direkt bei Grünbach erhebt sich der Wendelstein (734 m), eine „Grauwackenquarzit“-Klippe. Die Weiße Göltzsch tangiert die Ortsflur im Osten in einem tief eingeschnittenen Tal. Dort befindet sich die „Göltzschbastei“. Im Ortsteil Muldenberg ist die Zwickauer Mulde zur Trinkwassertalsperre Muldenberg gestaut. Der höchste Punkt der Gemeinde findet sich etwa 842 m über dem Meeresspiegel am Westhang des Berges Kiel ().
Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören folgende Ortsteile: Siehdichfür (am 1. Juli 1948 eingemeindet)Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden, 1952, Herausgeber Ministerium des Innern des Landes Sachsen Muldenberg (am 1. März 1994 eingemeindet)
Nachbargemeinden
Geschichte Grünbach wurde erstmals 1524 als „newes dörfflein“ vor dem „grünen bächel“ erwähnt. 1532 wurde der Ort als „newe[s] dörfflein mit 8 Feuerstätten vor dem grünen Bächel“ erwähnt. Während anfangs Land- und Forstwirtschaft bestimmend waren, kam im 18. Jahrhundert die Handweberei auf und rund einhundert Jahre später, Ende des 19. Jahrhunderts, die Stickerei.
Der Ort gehörte bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Plauen.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 76 f. Nach 1856 gehörte Grünbach zum Gerichtsamt Falkenstein und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Auerbach. 1871 lebten in Grünbach 943 Personen in 100 Häusern.Generalübersicht sämmtlicher Ortschaften des Königreichs Sachsen nach der neuen Organisation der Behörden mit Angabe ihrer Einwohner- und Häuserzahl am 1. December 1871 zusammengestellt vom Königlich Sächsischen statistischen Bureau. S. 31. Dresden 1874 1880 lebten 1197 Grünbacher in 131 Häusern.Alphabetisches Verzeichniss der im Königreiche Sachsen belegenen Stadt- und Landgemeinden mit den zubehörigen, besonders benannten Wohnplätzen ... : nebst alphabetischem Register. Statistisches Landesamt 1884. S. 428
Zur DDR-Zeit bestand in Grünbach das FDGB-Erholungsheim „Druckersmühle“.
Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Grünbach im Jahr 1952 zum Kreis Auerbach im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Auerbach fortgeführt wurde und 1996 im Vogtlandkreis aufging.Historisches Ortsverzeichnis Sachsen.
Entwicklung der Einwohnerzahl (Stichtag ab 1971: 31. Dezember): Jahr 1871 18801910 1971 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2007 2008 2012 2013 2018 2021 Einwohner 943 11972396 2374 2085 2054 2098 2097 2069 1997 1975 1894 1881 1810 1787 1678 1674 1910 war Grünbach unter den 69 Kommunen der Amtshauptmannschaft Auerbach auf Rang 12 der Einwohnerstatistik.
Politik Gemeinderat
+GemeinderatswahlenJahrWahlbeteiligungInitiative Grünbach-Muldenberg (IGM)CDUErgebnis (% und Stimmen)SitzeErgebnis (% und Stimmen)Sitze202466,1 % (939 Wähler)56,0 % (1517)644,0 % (1190)4201962,9 % (904 Wähler)62,3 % (1602)637,7 % (968)4201454,3 % (890 Wähler)61,3 % (1591)638,7 % (1006)4
Bürgermeister Bürgermeister ist Ralf Kretzschmann. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2023Ralf Frieder KretzschmannKretzschmann62,72016Initiative Grünbach/Muldenberg94,4200997,62008Manfred Strobel77,32001Thomas RosenbaumBW85,8
Städtepartnerschaft Die Partnerstadt von Grünbach ist Goldkronach in Bayern.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Ortszentrum mit dem früheren Gasthof zum Wendelstein Die Felsenformation des Wendelsteins setzt sich aus mehreren Gruppen zusammen. Sie bildet einen Abschnitt des im Oberen Vogtland verbreiteten Hoher-Stein-Quarzits („Grauwackenquarzit“) der kambroordovizischen Schöneck-Formation.Max Schröder: Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte des Königreichs Sachsen. Nr. 144 Blatt Falkenstein. 2. Aufl., Leipzig 1915, S. 6.Werner Pälchen, Harald Walter (Hrsg.): Geologie von Sachsen. Stuttgart (Schweizerbart) 2008, ISBN 978-3-510-65239-6, S. 84. Die Felsen befinden sich im Wald westlich des Ortsrandes und tragen auf ihrem höchsten Punkt im südlichen Abschnitt ein Gipfelkreuz. Hier steht auch eine Granitsäule des historischen Messpunktes Nr. 142 der Königlich-Sächsischen Triangulirung.Gemeinde Grünbach: Wendelstein. auf www.gruenbach.de. Der Wendelstein ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Oberes Göltzschtal. Ein Ehrenmal genanntes Denkmal mit einem von einem Bildhauer gestalteten nach links gewendeten Adlerkopf und mehreren großen Gedenksteinen, in die Namenslisten eingemeißelt sind, erinnert an die Toten des Ersten Weltkrieges aus Grünbach. Friedhof mit Toranlage und Kapelle als bauliche Anlagen der Reformarchitektur. Felsgruppen mit Informationstafeln in den Waldungen östlich und südlich der Ortslage Grünbach, wie die Bastei (ehemalige „Bismarck-Bastei“) am Hang des Göltzschtales und der Schwarze Stein mit dem Fels Versteinerter Mönch. Floßplatz im Ortsteil Muldenberg (gelegentlich Schauvorführungen) mit Informationstafeln und zwei historischen Floßgräben. Talsperre Muldenberg
Naturschutz
Verkehr und Wirtschaft mini|Haltepunkt Grünbach (Vogtl.)
Verkehr Der Haltepunkt Grünbach (Vogtl.) liegt an der Bahnstrecke Falkenstein–Muldenberg, der Bahnhof Muldenberg an der Bahnstrecke Chemnitz–Adorf. Er ist seit der Eröffnung des Haltepunkts Muldenberg Floßplatz an der Bahnstrecke Chemnitz–Adorf ohne Personenhalt. Beide Haltepunkte werden von der Vogtlandbahn bedient.
Grünbach ist über die TaktBus-Linie 23 des Verkehrsverbunds Vogtland im Zweistundentakt mit Falkenstein, Muldenberg und Tannenbergsthal verbunden.
Wirtschaft Im Ort gibt es regionale Textilbetriebe, die sich vorwiegend mit der Gardinenherstellung befassen. Zudem existieren Handwerksbetriebe in den Bereichen Metallbau, Haus- und Elektrotechnik, Bauleistungen sowie Orthopädiebedarf und für die Versorgung mit Nahrungsgütern. Zudem gibt es Einzelhandels- und mehrere Beherbergungsbetriebe, medizinische und nahestehende Dienstleister sowie örtliche Finanz- und Versicherungsunternehmen. Der Verein Diakonie Auerbach e. V. unterhält hier eine sozialtherapeutische Wohnstätte.Gemeinde Grünbach: Gewerbe. auf www.gruenbach.de.
Grünbach war bis 2010 Höhenluftkurort und ist seitdem staatlich anerkannter Erholungsort.Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit über die Änderung der Liste der Sächsischen Kur- und Erholungsorte gemäß § 3 Abs. 5 Sächsisches Kurortegesetz (SächsKurG) vom 25. Oktober 2006 (SächsABl. S. 1012) auf: revosax.sachsen.deBekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte im Freistaat Sachsen gemäß § 3 Abs. 5 SächsKurG vom 13. Mai 2010 (SächsABl. S. 817) auf: revosax.sachsen.de
Ehemalige DDR-Betriebe in Grünbach Laut dem Stand 2017 sind für Grünbach (Sachsen) 10 Betriebe verzeichnet.
Grünbach (Sachsen) gehörte zu einem der Orte mit mehreren Volkseigenen-Betrieben (VEB). Der VEB war eine Grundlage der Zentralverwaltungswirtschaft sowie eine Rechtsform. Der Volkseigene Betrieb befand sich im sogenannten „Volkseigentum“ und unterstand direkt der DDR Partei- und Staatsführung.
Persönlichkeiten der Gemeinde Karl Hutschenreuter (1920–1996), Chirurg und Anästhesist, Anästhesiepionier in Jena sowie Ordinarius für Anästhesiologie in HomburgReinhard Larsen: Zum Tode von Karl Hutschenreuter. In: Der Anaesthesist. Band 45, 1996, S. 999. Siegfried Trommer (1938–2018), Politiker und Landrat des Landkreises Zschopau Dana Horáková (* 1947), tschechisch-deutsche Schriftstellerin Ulrich Thoß (* 1953), Fußballer
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Vogtlandkreis Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen Kategorie:Ehemaliger Kurort in Sachsen