Die Wiesenkeulen (Clavulinopsis, Syn. Donkella) sind eine Gattung aus der Familie der Keulchenverwandten (Clavariaceae) und umfassen Arten mit keulen- oder korallenförmigen und oft gelb gefärbten Fruchtkörpern. Sie besiedeln überwiegend Grünland, worauf auch der deutsche Trivialname „Wiesenkeulen“ Bezug nimmt.

Die Typusart der Gattung ist Clavulinopsis sulcata.

Merkmale Makroskopische Merkmale Die unverzweigten oder verzweigten Fruchtkörper wachsen einzeln, in Gruppen oder büschelig. Meist zeigen sie eine gelbe Farbe, wenngleich sich das Farbspektrum von Weiß, Grau über Gelb, Ocker bis hin zu Orange, Bräunlich erstreckt. Sie besitzen kein Hymenophor, das Sporenpulver ist weiß bis gelblich gefärbt.

Mikroskopische Merkmale Die monomitische Hyphenstruktur besteht aus mehr oder weniger angeschwollenen und dünnwandigen Pilzfäden. Die Septen besitzen in der Regel Schnallen, Sekundärsepten fehlen. Auch Zystiden gibt es keine. An den normalerweise 4-sporigen Basidien können auch jeweils 1–6 Sporen heranreifen. Während in den meisten Fällen Basalschnallen vorhanden sind, fehlen Sekundärsepten. Die elliptischen, birnförmigen oder subglobosen Sporen sind farblos, glatt oder seltener stachelig ornamentiert und oft mit einem großen Öltropfen gefüllt. Sie zeigen weder unter Zugabe von Iod eine Farbreaktion (inamyloid) noch lassen sich die Sporenwände mit Baumwollblau anfärben (acyanophil).

Ökologie Die Wiesenkeulen wachsen überwiegend auf Erde, selten auf Humus und kleinen Ästen. Sie leben saprobiontisch und besiedeln vorwiegend Grünland (Name!).

Arten Weltweit umfasst die Gattung 60 Arten, in Europa sind rund 20 Arten bekannt bzw. zu erwarten.

Wiesenkeulen (Clavulinopsis) in Europa Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Clavulinopsis cinereoidesbeschrieben als "cineroides" Clavulinopsis citrinoalbabeschrieben als "citrino-alba" Geweihförmige Wiesenkoralle Clavulinopsis corniculata Clavulinopsis daigremontiana Clavulinopsis dichotoma Spindelförmige Wiesenkeule Clavulinopsis fusiformis Goldgelbe Wiesenkeule Clavulinopsis helvola Clavulinopsis hisingeribeschrieben als "hisingerii" Graue Wiesenkeule Clavulinopsis holmskjoldii Schöne Wiesenkeule Clavulinopsis laeticolor Aprikosenfarbene Wiesenkeule Clavulinopsis luteoalba Clavulinopsis luteoalba var. latispora Clavulinopsis luteoalba var. longispora Zwerg-Wiesenkeule Clavulinopsis luteonana Clavulinopsis luteoochraceabeschrieben als "luteo-ochracea" Kleinsporige Wiesenkeule Clavulinopsis microspora Purpurrote Wiesenkeule Clavulinopsis miniata Blasse Wiesenkeule Clavulinopsis subtilis Clavulinopsis tenella Braune Wiesenkeule Clavulinopsis umbrinella

Quellen Einzelnachweise German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder, Wulfard Winterhoff: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0. Casper van Overeem: Beiträge zur Pilzflora von Niederländisch Indien. In: Bulletin du Jardin botanique de Buitenzorg 5. 1923. Seite 278. Eric Strittmatter: Die Gattung Clavulina. Auf: fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank. 6. August 2008. Abgerufen am 19. September 2011.

Weblinks

Georg Müller: Fotosammlung Clavulinopsis. In: Bildergalerie auf pilzepilze.de. Abgerufen am 20. September 2011. Michael Kuo: Major Groups: Clubs and Corals (englischsprachig). Auf: MushroomExpert.Com. Abgerufen am 20. September 2011.

Kategorie:Pfifferlingsartige