Niccolò da Uzzano (* 1359 in Florenz; † 20. April 1431 ebenda) war Florentiner Patrizier und Amtsträger. mini|250px|Desiderio da Settignano (?), sog. Niccoló Uzzano, 1440–1455, Terrakotta mit farbiger Fassung, Höhe 46 cm, Bargello, Florenz
Leben Niccolò da Uzzano und sein Bruder Angelo stammten aus einer Familie, die ihren Namen vom Castello di Uzzano in Greve in Chianti herleitete. 1417 wurde er für einige Monate zum Gonfaloniere di Giustizia, dem höchsten Amt der Republik, gewählt. Anfang des 15. Jahrhunderts, während der Machtkämpfe zwischen der aristokratischen Partei unter den Albizzi und der bürgerlichen „Popolanen“, die von den aufstrebenden Medici dominiert wurden, stellte er sich bis zu seinem Tode auf die Seite der Albizzi.
Als Repräsentant der Tuchhändlerzunft war Niccolò da Uzzano ab 1424 mitverantwortlich für die Annahme der Konzeption und Ausführung der zweiten Tür Lorenzo Ghibertis für das Baptisterium.Antonio Paolucci, Die Bronzetüren des Baptisteriums in Florenz. Übersetzung aus dem Italienischen Ruth Wolff, Hirmer Verlag, München 1997, S. 23 Anm. 12.
Palast In den 1420er Jahren ließen sich die Brüder Niccolò und Angelo da Uzzano in der Via de’ Bardi auf der südlichen Arno-Seite einen großen Palast errichten. Nach Niccolòs Tod im Jahr 1431 – der Bruder war bereits früher verstorben – fiel das Gebäude an die Familie Capponi (Palazzo Capponi delle Rovinate), in deren Besitz es sich bis heute befindet. Laut Giorgio Vasaris beauftragte Niccolò den Maler Lorenzo di Bicci mit dem Entwurf und dem Bau des Wohnhauses; diese Information Vasaris gilt heute als falsch. Von den tatsächlich von Niccolò beauftragten und bezahlten Fresken und einem Altar in der unweit des Palastes liegenden Kirche Santa Lucia dei Magnoli sind heute keine Spuren mehr vorhanden.
Terrakottabüste Eine lange im Palazzo Capponi delle Rovinate aufbewahrte farbig gefasste Terrakotta-Büste soll Niccolò da Uzzano zeigen. Die Datierung und die Autorschaft werden in der Kunstwissenschaft seit langem diskutiert; die Büste wird sowohl dem Bildhauer Desiderio da Settignano als auch Donatello zugeschrieben. Sicher ist, dass das Bildnis mithilfe eines Gesichtsabgusses hergestellt worden ist.
Das Porträt wurde im Jahre 1881 von der Familie Capponi an den Staat verkauft wurde und wird heute im Museo Nazionale del Bargello in Florenz aufbewahrt.
Einzelnachweise
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