mini|Kirche St. Maria Magdalena mini|Schulhaus
Horgauergreut (ehemals auch Horgauergreuth, Kreith, Gereut) ist ein Kirchdorf, Gemeindeteil und eine Gemarkung der Gemeinde Horgau im schwäbischen Landkreis Augsburg in Bayern.
Geschichte Den Namen nach ging der Ort aus einer gerodeten Waldung des bischöflichen Streitheimer Forstes hervor. Der westnordwestlich der Kirche gelegene Burgstall Horgauergreut war der Stammsitz des Ortsadels, der seit dem Ende des 13. Jahrhunderts nachgewiesenen "milites de Gerute", die erstmals urkundlich mit "Albertus de Gervvt", bischöflicher Lehenträger in Gessertshausen erscheinen und bis Anfang des 15. Jahrhunderts in der Umgebung begütert waren.Steichele, S. 70 Die Gereut verlegten ihren Sitz später nach Horgau.HAB, S. 236 In den 1420er Jahren besaßen Burg und Zehnt Fritz Burggraf und Wibolt Hänickein. Darauf folgten als Besitzer die Augsburger Nördlinger.Steichele, S. 70. 1461HAB, S. 236 setzten die Augsburger Schloss und Dorf in Brand, weil sich Hans Nördlinger auf die Seite von Ludwig IX. Herzog von Bayern-Landshut stellte. Der Landshuter Bürger Vinzenz Scharfacher verkaufte um 1500 die Burg und das Gut Gereut, inkl. der Vogtei von Adelsried und den Hof Lüftenberg für 57.000 Gulden an den Bischof von Augsburg. Das Hochstift Augsburg blieb bis zur Säkularisation Grundherr von Horgauergreut, mit Sitz eines eigenen Vogtes. Horgauergreut bildete einen Ort im Pflegamt Zusmarshausen.HAB, S. 225StAA, Augsburger Pflegämter Der einzelne, sogenannte Pfannenberghof erwarb 1663 die Augsburger St. Martinsstiftung.Steichele, S. 70 1682 wurde die nicht mehr instandgesetzten Burggüter den Untertanen des Hochstifts überlassen.HAB, S. 236 Die Hochgerichtsbarkeit über Hogauergreut behielt sich bis zum Ende des Alten Reiches die Markgrafschaft Burgau vor.HAB, S. 569 Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 fiel der Ort an das Kurfürstentum Bayern. 1864 bestand Horgauergreut aus 61 Häusern (sechs Bauernhöfe, 44 Sölden und zehn Leerhäuser) und 290 Einwohnern.Steichele, S. 70 Von 1862 bis 1929 gehörte Horgauergreut zum Bezirksamt Zusmarshausen und ab 1929 zum Bezirksamt Augsburg, das ab 1939 dann als Landkreis Augsburg bezeichnet wurde.
Horgauergreut war eine selbstständige Gemeinde mit nur einer Ortschaft (dem Pfarrdorf Horgauergreut) und mit einer Fläche von 364,49 HektarAmtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus d. Volkszählung 1961, München, 1964, Spalte 919 und wurde am 1. Januar 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Horgau eingemeindet. Am 1. Mai 1978 kam Horgau mit allen Gemeindeteilen zu Zusmarshausen, was am 27. Oktober 1983 wieder rückgängig gemacht wurde.
Horgauergreut gehört zur katholischen Pfarrei Sankt Martin in Horgau.
Sehenswürdigkeiten
römisch-katholische Filialkirche St. Maria Magdalena, gotischer Chor und Turmunterbau um 1475, Turmerhöhung Anfang des 18. Jahrhunderts. Das barocke Langhaus errichtete 1727 Georg Rainer, mit barocker Ausstattung. Weihe am 11. Oktober 1735 durch Weihbischof Johann Jakob von Mayr.Steichele, S. 70 Burgstall Horgauergreut, abgegangene mittelalterliche Niederungsburg Bildstockkapelle aus dem 18. Jahrhundert Kreuzwegstationen aus dem 19. Jahrhundert
Literatur Joachim Jahn: Horgauergreut In: Augsburg Land (= Historischer Atlas von Bayern. Teil Schwaben: Reihe 1, Heft 11). Hrsg. Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1984, S. 236–237.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Augsburg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Augsburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Horgau Kategorie:Gemarkung im Landkreis Augsburg Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)