mini|Dorfbrunnen in Waizendorf

Waizendorf (fränkisch: WatsndorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 191.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Waizendorf liegt in der Gemarkung Erlbach.

Geografie Beim Weiler entspringt ein namenloser Bach, ein rechter Zufluss des Steinbachs, der wiederum ein linker Zufluss des Erlbacher Mühlbachs ist. Im Südosten liegt das Birkenfeld, 0,75 km nordöstlich erhebt sich der Riedenberg (), 1,5 km westlich erhebt sich der Steinberg ().

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Erlbach zur Kreisstraße AN 4 (1,4 km südöstlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,3 km nordwestlich), die nach Steinbächlein (0,8 km nördlich) bzw. nach Steinberg führt (1,2 km südwestlich).

Ortsnamendeutung Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Wazo, wohl der Personenname des Gründers der Siedlung.

Geschichte Der Ort wurde 1296 als „Wazendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Um 1400 gehörte Waizendorf dem Hause Seckendorff zu Jochsberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 635. Nach einem brandenburg-ansbachischen Amtsbericht von 1608 bildeten Waizendorf und Steinbächlein eine Realgemeinde von sieben Mannschaften (= Untertanfamilien), die gült-, steuer- und lehenbar dem brandenburg-ansbachischen Kastenamt Colmberg und vogtbar dem brandenburgischen Stadtvogteiamt Leutershausen waren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 717.

Im Dreißigjährigen Krieg heißt es in einem Hofverzeichnis von 1641: „Vier Höfe, steht alles öd, die Erben sind außer Land.“H. Schreiber: Leutershausen, S. 235. 1681 unterstehen die vier Höfe dem Gericht Brunst des Stadtvogtamtes Leutershausen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 723.

Im Grenzvertrag von 1710 bezüglich der Fraisch zwischen dem Haus Hohenlohe-Schillingsfürst und Brandenburg-Ansbach wurde Waizendorf dem Markgrafen zugesprochen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 626. 1732 bestand der Weiler aus vier Untertanen des brandenburg-ansbachischen Amtes Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen, war nach Weißenkirchberg gepfarrt und gab den Zehnt zu zwei Dritteln ins markgräfliche Kastenamt Colmberg und zu einem Drittel dem Deutschen Orden in Eschenbach. Zusammen mit Steinbächlein besaß man ein Hirtenhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 76.H. Schreiber: Leutershausen, S. 360 f. Am Ende des Alten Reiches bestand der Weiler aus den vier Höfen, dem Hirtenhaus und einem Brechhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 922.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 114. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 987.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Waizendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Jochsberg und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Erlbach zugewiesen.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Erlbach und damit auch Waizendorf zum 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen eingemeindet.H. Schreiber: Leutershausen, S. 363.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 30 30 42 28 31 19 28 23 22 13 20HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 7 5 4 4 4 4 4 4Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Wenzeslaus (Weißenkirchberg) gepfarrt,M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 76. seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Peter (Leutershausen) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1296