Weißenmühle (fränkisch: Waisa-milE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 198. Dort folgendermaßen transkribiert: waisəmíl.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Weißenmühle liegt in der Gemarkung Rauenbuch.
Geografie Die Einöde liegt links der Altmühl. 1,25 Kilometer südwestlich erhebt sich der Rotenberg (), 1,5 km nördlich der Rauenberg (), 1 km westlich liegt das Mönchsholz. Die Staatsstraße 2249 führt nach Niederdombach (1 km südöstlich) bzw. nach Rauenbuch (0,9 km nordwestlich).
Ortsnamendeutung Der Ortsname wird gedeutet als „zu der aus (weißen) Steinen gebauten Mühle“.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 198.
Geschichte Die „weitzzen mul“ wurde 1387 erstmals urkundlich erwähnt. Sie gehörte zum Seckendorffschen Rittergut zu Rauenbuch, das 1594 von den Markgrafen von Ansbach erworben wurde; sie unterstellten Rauenbuch mit ihren Zugehörungen dem Klosterverwalteramt Sulz.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 596 f. Bis zur Reformation gehörte die Mühle zur Pfarrei Neunstetten im Bistum Eichstätt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 66.
In den Vetterschen Oberamtsbeschreibungen von 1732 heißt es von der Mühle, dass sie nach der seit 1528 protestantischen Pfarrei St. Peter in Leutershausen gepfarrt und vom Zehnt befreit ist, mit der Vogtei inner Etters dem Klosteramt Sulz und außer Etters und mit der Fraisch dem Stadtvogteiamt Leutershausen untersteht.H. Schreiber: Leutershausen, S. 397. Diese Verhältnisse blieben so bis zum Ende des Alten Reiches.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 900.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 144. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1006.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Weißenmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wiedersbach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Rauenbuch zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.
Die Mühle gehörte gemäß einer Auflistung von 1830 zu einem „die Brünst“ oder „die Brunst“ genannten, seit dem Mittelalter stellenweise gerodeten umfangreichen Waldgebiet zwischen Leutershausen und Kloster Sulz mit dem Hauptort Brunst. Die Brünst war für ihre gute Rinderviehzucht bekannt; ihre 22 Dörfer galten als reich.Friedrich Oechsle: Beiträge zur Geschichte des Bauernkrieges in den schwäbisch-fränkischen Grenzlanden, Heilbronn 1830, S. 320, Fußnote.Friedrich Benedict Weber: Bemerkungen und Notizen über verschiedene Gegenstände der Landwirthschaft, Leipzig 1815, S. 194.Heinrich Wilhelm Bensen: Kurze Beschreibung und Geschichte der Stadt Rotenburg ob der Tauber, Erlangen 1856, S. 29. Beispielsweise wurden 1876 im Anwesen Weißenmühle 14 Stück Rindvieh gehalten; in der Gemeinde Rauenbuch waren es insgesamt 238 Stück Rindvieh.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Rauenbuch und damit ihr Gemeindeteil Weißenmühle am 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 10 7 6 8 8 8 9 20 10 5 12HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 1 1 2 1 1 1 1 2Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Leutershausen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt, heute ist die Pfarrei St. Vitus (Neunstetten) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Wassermühle im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1387 Kategorie:Bauwerk in Leutershausen Kategorie:Mühle in Europa Kategorie:Ort an der Altmühl