Svenssons Pyramideneule (Amphipyra berbera) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Der deutsche Name ehrt den schwedischen Lepidopterologen Ingvar Svensson, der Ende der 1960er Jahre die Eigenständigkeit der Art erkannte. Wegen dieser relativ späten Erkenntnis wurde die Art zuweilen auch als „Übersehene Pyramideneule“ bezeichnet.
Merkmale Falter Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 49 bis 53 Millimetern. Sie haben graubraun gemusterte Vorderflügel, auf denen ein Teil des mittleren Bereichs schwarz gefärbt ist. Dieser ist mit je einer gelbweißen inneren sowie äußeren Querlinie begrenzt. Im Mittelfeld ist eine weiße, schwarz gekernte Ringmakel zu erkennen. Die Hinterflügel sind kupferrot, zum Vorderrand hin heller gefärbt. Es besteht eine große Ähnlichkeit zur Pyramideneule (Amphipyra pyramidea). In der folgenden Tabelle sind wesentliche Unterscheidungsmerkmale aufgelistet: Es sind zwar nicht immer alle aufgeführten Unterscheidungsmerkmale bei allen Exemplaren gleichzeitig vorhanden, jedoch ist für eine sichere Bestimmung meist eine ausreichende Zahl erkennbar. pyramidea berberaRingmakel klein, zuweilen fehlendRingmakel immer groß und sehr deutlichGesamtes Mittelfeld verdunkeltKleiner Teil des Mittelfelds verdunkeltFeld zwischen Ringmakel und innerer Querlinie rautenförmigFeld zwischen Ringmakel und innerer Querlinie rechteckigInnere Querlinie meist undeutlich, äußere Querlinie hellerInnere Querlinie deutlich und farbgleich mit äußerer QuerlinieÄußere Querlinie relativ gerade Äußere Querlinie läuft schräg auf den Hinterrand zuHinterflügel kräftig kupferrotHinterflügel heller kupferrotHinterflügelunterseite kontrastreichHinterflügelunterseite verwaschen und kontrastarm
Raupe Die Raupen haben eine grüne Färbung und viele weiße Punkte und Striche über den Körper verteilt. Auf Höhe der Stigmen verläuft eine durchgehende weißliche Seitenlinie, die nach oben dunkel begrenzt ist. Am Hinterleibsende befindet sich ein deutlicher pyramidenförmiger Höcker, auf dem eine weiße Linie zur meist roten Spitze zuläuft. In der folgenden Tabelle sind wesentliche Unterscheidungsmerkmale zur ähnlichen Pyramideneule aufgelistet: Es sind zwar nicht immer alle aufgeführten Unterscheidungsmerkmale bei allen Exemplaren gleichzeitig vorhanden, jedoch ist für eine sichere Bestimmung meist eine ausreichende Zahl erkennbar. pyramidea berberamini|Oben: pyramideaunten: berberaGrundfarbe blaugrünGrundfarbe gelbgrünSeitenstreifen auf Segment 4 und 5 unterbrochenSeitenstreifen durchgehendSeitenstreifen nach oben schwach schwärzlich begrenztSeitenstreifen nach oben kräftig schwärzlich begrenztKörper mit kleinen weißen Punkten überzogenKörper mit vielen weißen Punkten und Strichen überzogenBrustbeine grünBrustbeine meist schwarzHöckerspitze grün oder schwach rötlich Höckerspitze rot
Geographische Verbreitung und Vorkommen Die Art kommt von Nordwestafrika über ganz Europa bis nach Kleinasien und das Kaukasusgebiet vor.F. Lichtenberger, Die Verbreitung von Amphipyra berbera svenssoni FLETCHER in Österreich, Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Österr. Entomologen, 40. Jg., 3/4, 1988 (1989) Da die Abtrennung von Amphipyra pyramidea erst spät erfolgte, sind zur Vervollständigung des gesamten Verbreitungsgebiets noch weiterer Untersuchungen notwendig. In den Alpen ist sie noch oberhalb der Waldgrenze anzutreffen. Sie lebt überwiegend in Misch- und Laubwäldern sowie in Parklandschaften.
Lebensweise Svenssons Pyramideneule bildet eine Generation im Jahr, die von Anfang Juli bis Anfang Oktober fliegt. Sie erscheint zwei Wochen früher als die Pyramideneule. Die nachtaktiven Falter besuchen gerne und in großer Anzahl künstlich angelegte Köder. Die Raupen sind von Mai bis Anfang Juli anzutreffen. Sie ernähren sich von den Blättern von Laubbäumen. Nachgewiesen wurden bisher Weißdorn- (Crataegus) und Lindenarten (Tilia). Bei der Zucht nehmen sie auch Fliederblätter (Syringa) als Nahrung an. Die Art überwintert als Ei.
Gefährdung Svenssons Pyramideneule kommt in allen deutschen Bundesländern vor und wird auf der Roten Liste gefährdeter Arten als nicht gefährdet eingestuft.
Taxonomie Die Art wurde zunächst als nordafrikanische Unterart von Amphipyra pyramidea, d. h. als ssp. berbera angesehen. Durch habituelle und genitalmorphologische Unterschiede wurde sie jedoch als eigenständige Art erkannt.
Quellen Einzelnachweise Ernst Urbahn: Amphipyra pyramedea und Amphipyra berbera - zwei schwer unterscheidbare heimische Noctuiden. Entomologische Nachrichten, Band 12, 1968 Ernst Urbahn: Unterschiede der Raupenstände von Amphipyra pyramidea L. und A. berbera svenssoni Fletcher, Notuale Entomologicae XLIX., pp247-253, 1969
Literatur
Weblinks
Lepiforum e.V. Fotos www.pyrgus.de Fotos und Ökologie www.schmetterlinge-deutschlands.de Gefährdung
Kategorie:Amphipyrinae (Eulenfalter)