mini|Günter Bannas (Mitte; 2012)
Günter Bannas (* 8. Mai 1952 in Kassel; † 24. Juli 2026 in Berlin) war ein deutscher Journalist und lange Leiter des Hauptstadtbüros der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).
Leben Günter Bannas ging in Köln zur Schule und machte 1971 am humanistischen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium sein Abitur. anlässlich der Verleihung des Sonderpreises des Medienpreises Politik 2010 des Deutschen Bundestages am 23. Februar 2011, abgerufen am 27. Juli 2026. Nach vier Semestern Geschichte studierte er Volkswirtschaftslehre, Finanzwissenschaften, Politische Wissenschaften und Sozialpsychologie. 1979 legte er an der Universität zu Köln das Diplom-Examen ab.
Zu Beginn seiner Studienzeit arbeitete er bei der Schüler- und Studentenzeitschrift direct mit, herausgegeben von der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ), in der sich Bannas engagierte. Ab 1977 war er als ständiger freier Mitarbeiter in verschiedenen politischen Redaktionen beim Deutschlandfunk tätig. 1979 trat er in die Nachrichtenredaktion der FAZ ein. Ab 1981 zur politischen Berichterstattung nach Bonn entsandt, beschrieb Bannas in den 1980er Jahren die Entwicklung der Grünen. Parteien, Parlament und Innenpolitik blieben auch später seine Schwerpunkte. 1997 wechselte er zur Süddeutschen Zeitung und übernahm die Leitung von deren Bonner Büro. 1998 kehrte er zur FAZ zurück, um an die Spitze von deren Bonner Büro zu treten. Nach dem Umzug von Bundestag und Bundesregierung nach Berlin 1999 leitete er das Parlamentsbüro der FAZ. In: FAZ.net. Abgerufen am 27. Juli 2026.Jasper von Altenbockum: Günter Bannas 70. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. Mai 2022, S. 6.
Am 20. März 2018 wurde er in den Ruhestand verabschiedet; an der Veranstaltung nahmen Bundeskanzlerin Merkel, die Parteivorsitzenden Olaf Scholz (SPD) und Horst Seehofer (CSU), einige Minister der Kabinette Merkel III und Merkel IV sowie zahlreiche andere Politiker und Journalisten teil.Julia Schaaf: Abschied von einer F.A.Z.-Institution. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 20. März 2018, abgerufen am 27. Juli 2026.
Bannas war mit der Berliner Malerin Sabine Schneider verheiratet. Er starb im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit.
Auszeichnungen 2011 erhielt Bannas den Medienpreis Politik des Deutschen Bundestages. In seiner Laudatio würdigte der Chefredakteur des Deutschlandfunks Stephan Detjen ihn als „Journalist, der uns immer wieder an den ursprünglichen Ort des Politischen in der Demokratie zurückführt: in den parlamentarischen Raum mit seinen großartigen Bühnen und verwinkelten Kulissen, hinter denen er mit unvergleichlicher Präzision aufspürt, was Politik in ihrem Kern ausmacht: den Diskurs, in dem Argumente formuliert, ausgetauscht, organisiert, instrumentalisiert, gegeneinander in Stellung gebracht werden“. 2013 wurde Bannas als „Journalist des Jahres“ in der Kategorie „Politik“ geehrt. 2014 wurde ihm der „Ernst-Dieter-Lueg-Preis“ verliehen. Für sein Lebenswerk erhielt Bannas 2018 den Theodor-Wolff-Preis.
Schriften (Auswahl) Der Vertrag zur deutschen Einheit. Insel-Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig / Nomos-Verlag, Baden-Baden und Berlin 1990, ISBN 978-3-458-33690-7. Machtverschiebung: Wie die Berliner Republik unsere Politik verändert hat. Propyläen Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-549-10004-2.
Weblinks
„Ich kam mir wie ein Beichtvater vor“. Günter Bannas im Interview mit Jan Pfaff und Ulrich Schulte in der taz, 16. Juni 2018
Fußnoten
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