Der Schweizerische Radfahrer-Bund (SRB), kurz Swiss Cycling (SC), ist der Verband für Radsportler in der Schweiz. Er hat seinen Sitz in Grenchen, ist in 22 Kantonal- bzw. Regionalverbände unterteilt und hat per Ende 2022 knapp 23'000 Mitglieder. Swiss Cycling ist Mitglied der Union Cycliste Internationale (UCI), der Union Européenne de Cyclisme (UEC) sowie der Swiss Olympic Association.

Geschichte mini|Geschäftsstelle Swiss Cycling im Velodrome Suisse in Grenchen

Der Radsportverband wurde am 30. September 1883 als „Schweizerischer Velozipedisten Verband“ im ehemaligen Hotel du Pont in Brügg bei Biel gegründet. 1908 wurde der Verband in „Schweizerischer Radfahrer-Bund“ (SRB) umbenannt und 1913 in die UCI aufgenommen. 1923 erwirkte der Schweizer Verband die Aufnahme des deutschen Radsportverbandes Bund Deutscher Radfahrer in die UCI, aus dem er nach dem Ersten Weltkrieg ausgeschlossen worden war. 1929 nannte sich der Verband in «Schweizerischer Rad- und Motorfahrer-Bund» um und organisierte unter diesem Namen 1933 zum 50-jährigen Jubiläum die erste Tour de Suisse. 1940 wurden die ersten Frauen Mitglieder, erst ab 1966 allerdings «offiziell». 1967 wurde mit Oscar Plattner der erste vollamtliche Nationaltrainer eingestellt. 1994 fusionierte der Verband mit der Union Cycliste Suisse (UCS), dem Radsportverband der französischsprachigen Schweiz, der die Tour de Romandie organisierte.

1999 entging der Verband mit einem Schuldenberg von fast drei Millionen Franken knapp dem Bankrott, die Mitgliederzahl von 45‘000 Mitgliedern im Jahr 1994 war auf 24'000 gesunken. Der Unternehmer Fritz Bösch, der im Mai 2000 zum Präsidenten gewählt wurde, sanierte und modernisierte den Verband, der in «Swiss Cycling» umbenannt wurde. Ab 2005 war der frühere Präsident des Schweizer Bauernverbandes und Alt-Nationalrat Melchior Ehrler Präsident des Radsport-Verbandes, der weiterhin mit grossen finanziellen Problemen zu kämpfen hatte. Im März 2012 trat Ehrler vom Präsidentenamt zurück, um in den Vorstand zu wechseln. Zum neuen Präsidenten von Swiss Cycling wurde der ehemalige Radrennfahrer Richard Chassot gewählt, der seit 2007 als Direktor der Tour de Romandie sowie als Fernsehkommentator agiert. auf swiss-cycling.ch v. 3. März 2012

2012 hatte der Verband rund 16'000 Mitglieder, von denen rund 2800 Frauen sind. Seit dem 1. Mai 2013 ist der Sitz des Verbandes im Velodrome Suisse in Grenchen.

Im August 2013 trat Chassot mit sofortiger Wirkung vom Amt des Präsidenten zurück, nachdem es im Verband zu Unstimmigkeiten wegen der erneuten Nominierung Pat McQuaids zum Präsidenten des Weltradsportverbandes Union Cycliste Internationale gekommen war. Nachdem Swiss Cycling dessen Kandidatur ursprünglich vorgeschlagen hatte, war diese Nominierung vom Präsidium offenbar gegen den Willen von Chassot wieder zurückgezogen worden.Schweizer Radsport-Verband: Präsident Chassot tritt wegen McQuaid-Affäre zurück auf spiegel.de v. 22. August 2013. Die Aufgaben des Präsidenten wurden vom Vize-Präsidenten Franz Gallati übernommenGallati: «Zusammen den bisher eingeschlagenen Weg weiterverfolgen» auf swiss-cycling.ch v. 2. September 2013, der im Rahmen der 147. Delegiertenversammlung von Swiss Cycling, am 22. März 2014, einstimmig zum offiziellen Präsidenten gewählt wurde.

Im Vorfeld der Vorstandswahlen am 22. März 2014 wurde bekannt, dass Swiss Cycling für 2013 einen Überschuss von 778'000 CHF erwirtschaften konnte. Damit war der Verband schuldenfrei.

Am 12. Mai 2019 gestand der seit 2015 tätige Bundestrainer Danilo Hondo, seit 2011 als damals 37-jähriger Profi vom deutschen Sportmediziner Mark Schmidt mit Blutdoping behandelt worden zu sein.Doping in Erfurt – Hondo ist der nächste deutsche Kunde (12. Mai 2019) Er wurde von Swiss Cycling per sofort freigestellt.Nach Doping-Geständnis – Swiss Cycling stellt Nationalcoach Hondo per sofort frei (12. Mai 2019)

Kantonalverbände Swiss Cycling ist juristisch als Verein nach schweizerischem Recht organisiert und im Handelsregister des Kantons Solothurn unter CHE-107.838.097 als Schweizerischer Radfahrer-Bund (SRB) eingetragen.

Per 2023 waren 22 Kantonal- bzw. Regionalverbände Kollektivmitglied beim Verband Swiss Cycling:

Swiss Cycling Aargau Swiss Cycling Kantone Bern und Solothurn Swiss Cycling beider Basel Liechtensteinischer Radfahrerverband Union Cycliste Fribourgeoise Union Vélocipédique Genevoise Glarner Radsport Verband Bündner Radsport Verband Association Inter-Jurassienne de Cyclisme Swiss Cycling Luzern Union Cycliste Neuchâteloise Swiss Cycling St. Gallen SRB Schaffhausen SRB Schwyz Thurgau Cycling Ticino Cycling SRB Uri Association Cycliste Cantonale Vaudoise Fédération Cycliste Valaisanne SRB Zug Zürich Cycling RMVZOL

Präsidenten mini|hochkant|Franz Gallati, langjähriger Präsident von Swiss Cycling (2015) 1883–1885: F. Reymond, Biel 1886–1887: Karl Hofstetter, Bern 1888–1889: F. Mühlemann, Interlaken 1890–1893: Ed. Burckhardt, Basel 1894–1895: J. Bindschedler, Zürich 1896–1896: Fr. Gut, Zürich 1897: A. Gloor, Zürich 1898: Karl Krebs, Bern 1899: Franz Hermann, Bern 1900–1901: Dr. Ed. Hagenbach, Basel 1902–1903: A. G. Kunz, Zofingen 1904–1905: G. Pfister-Senn, Solothurn 1906–1907: A. Steiner-Siedler, Zürich 1908–1909: J. Bindschedler, Zürich 1910–1934: Willy Wichmann 1935–1938: Ernst Flury, Solothurn 1939–1954: Carl Senn, Zürich 1855–1963: Ernst Lüthi, Zürich 1964–1966: Alfred Fischer, Wohlen 1967–1971: Walter Stampfli, Zuchwil 1972–1978: Karl Graf, Zürich 1979: Walter Stampfli (interim) 1980–1989: Bruno Walliser sen., Volketswil 1990–1994: Herbert Notter, Baden 1995: Alex Frei, Fischingen (interim) 1996–1999: Hugo Steinegger, Bern 2002: Fritz Bösch, Lyss 2002–2003: Andreas Wild, Basel (interim) 2003–2005: Fränk Hofer, Thun 2005–2006: Michel Savary, St. Silvester 2005–2012: Melchior Ehrler, Riniken 2012–2013: Richard Chassot, Freiburg im Üechtland August 2013–März 2014: Franz Gallati (interim), Arth März 2014–Februar 2019: Franz Gallati Februar 2019–März 2026: Franz Gallati und Patrick Hunger (Co-Präsidium) seit März 2026: Luana Bergamin

Siehe auch Liste der Schweizer Rekorde im Bahnradsport

Weblinks Offizielle Website von Swiss Cycling

Literatur

Einzelnachweise

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