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Hinterholz (fränkisch: Hinda-holzE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 96. Dort folgendermaßen transkribiert: „hindɘhólts“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Hinterholz liegt in der Gemarkung Neunkirchen bei Leutershausen.
Geografie Nördlich des Dorfes fließt der Onolzbach. 0,5 km südwestlich des Ortes liegt das Zobelholz, 0,75 km nordöstlich der Hürbelrangen. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Neunkirchen (2,2 km südlich) bzw. nach Oberramstadt zur Kreisstraße AN 23 (2 km westlich).
Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1303 als „ze Hindermholtz“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Siedlung hinter dem Wald.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 96f. Im frühen 14. Jahrhundert enthalten die ältesten Lehenbücher des Hochstifts Würzburg Einträge zu dem Ort, den sie zur Gänze den Herren von Heideck zu Lehen gegeben hatten. Noch im 14. Jahrhundert kam Hinterholz an das Chorherrenstift St. Gumbertus in Ansbach, nämlich neun Höfe, von einem Hof allerdings nur die Wiese.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 141, 161, 163, 188. Im 15. Jahrhundert kam Hinterholz unter die Herrschaft Seckendorff zu Jochsberg, die dort als burggräfliche Lehenträger saßen und nicht nur die Grundherrschaft, sondern auch die Dorf- und Gemeindeherrschaft über Hinterholz ausübten.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 628. 1459 gehörten zur Burg Jochsberg sechs Güter von Hinterholz, dazu der Schaftrieb und der Zehnt, 1544 nur noch fünf Güter. 1682 entstand das brandenburg-ansbachisches Vogtamt Jochsberg, dem fortan auch Hinterholz unterstand.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 637, 643. Die Dorfgerichtsbarkeit übte Jochsberg, die Vogtei außer Etters und die Fraisch das Hofkastenamt Ansbach aus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 803, 868.
In den Vetterschen Oberamtsbeschreibungen von 1732 heißt es, dass „Hinterholtz“ aus neun Untertanen (brandenburg-ansbachisches Vogtamt Jochsberg: acht, Stiftsamt Ansbach: einer) und dem Gemeindehirtenhaus besteht; gepfarrt war die Ansiedelung nach St. Georg in Neunkirchen, dessen dortigem Pfarrer auch der Zehnt zustand. Die Gemeindeherrschaft nahm das markgräfliche Amt Jochsberg wahr, die Fraisch das markgräfliche Ober- und Kastenamt Ansbach.H. Schreiber: Leutershausen, S. 390–392. Daran änderte sich im Alten Reich nichts mehr.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 868.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 668. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1003.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Hinterholz dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Neunkirchen zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Neunkirchen an.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 1. Januar 1972 wurde Hinterholz im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Leutershausen eingemeindet.H. Schreiber: Leutershausen, S. 395.
Baudenkmäler Haus Nr. 2: Ofen des 18. Jahrhunderts aus gusseisernen Platten mit Reliefdarstellungen aus dem Buch der Könige Mittelalterliches Steinkreuz im Ort St.-Gumbertus-Brunnen: östlich der Ortschaft im Wald gelegene Gumbertusquelle (Quelle des Holzbachs/Onolzbachs), alt gefasst, mit modern erneuertem kleinen Brunnenhäuschen
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 37 74 70 75 66 68 61 80 50 58 41 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 10 12 14 13 12 12 12 11 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Neunkirchen bei Leutershausen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.
Literatur
Georg Lotter, Daniel Dettweiler: Ein fränkischer Bauernhof in seiner Betriebsweise unter besonderer Berücksichtigung der Kunstdüngeranwendung. Huber, Diessen 1915.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Ersterwähnung 1303