mini|Altmühlbrücke mini|Ehemaliger Gasthof von 1821
Frommetsfelden (bis 1875 Frometzfelden) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Frommetsfelden liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Leutershausen, teils auf dem Gemeindegebiet von Colmberg. Sie hat eine Fläche von 9,918 km². Sie ist in 696 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 14.250,35 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bieg, Hainhof, Höchstetten, Pfetzendorf und Zweiflingen.
Geografie Durch das Kirchdorf fließt die Altmühl und der Hainhofgraben mündet dort als rechter Zufluss in die Altmühl. Der Ort ist von Ackerland und Grünflächen mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Bieg (1,5 km nördlich), nach Höchstetten (1 km südlich), über Meuchlein zur Staatsstraße 2245 (2,5 km östlich), nach Buch am Wald (2,7 km westlich) und Hürbel (2,3 km nordwestlich) jeweils zur Kreisstraße AN 5.
Ortsnamendeutung Schreibweisen des Ortsnamens im 14. Jahrhundert wie „Frummoltsfelden“ und „Frumolsfelden“ legen die Deutung nahe, dass das Bestimmungswort des Ortsnamens der Personenname Frumolt ist. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.H. Schreiber: Leutershausen, S. 365.
Geschichte Das Gebiet um Frommetsfelden war schon im Mesolithikum besiedelt.H. Schreiber: Leutershausen, S. 364.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 19.
Bis zum Bau einer Brücke – die heutige dreibogige stammt aus dem 16./17. JahrhundertDenkmäler in Bayern. Bd. 5, Mittelfranken: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler, München 1986, S. 266. – überquerte man die Altmühl in Frommetsfelden mittels einer Furt. Der Ort hatte häufig unter Überschwemmungen der Altmühl zu leiden.H. Schreiber: Leutershausen, S. 364.
1324 verkauften Lupold Tauber zu Jochsberg und seine Frau Hedwig Frommetsfelden an das Prämonstratenserinnenkloster Sulz.H. Schreiber: Leutershausen, S. 365. Auch in den ältesten Lehenbüchern des Bistums Würzburg aus dem 14. Jahrhundert ist Frommetsfelden verzeichnet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 161. Laut einer Auflistung von 1342 hatte das Kanonikerstift Ansbach in Frommetsfelden einen Fischer als Untertan.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 140. 1358 erwarb Burkard von Seckendorff zu Jochsberg von seinem Vetter Burkard von Seckendorff-Aberdar ein Frommetsfeldener Gut, das nürnberg-burggräfliches Lehen war.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 639. 1402 verkaufte die Herrschaft Seckendorff zu Rammersdorf ein Gütlein zu Meuchlein an die Kirche St. Erhard in Frommetsfelden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 580. 1404 wurde der Ort von der Pfarrei St. Kilian in Geslau abgetrennt und mit Buch am Wald zu einer eigenen Pfarrei im Bistum Würzburg erhoben; durch Teilung der Pfarrpfründe erhielt Frommetsfelden 1460 einen Frühmesser als Expositus. Als 1423 Jörg von Seckendorff die Burg Jochsberg an Conz Lesch verkaufte, gehörte auch das Fischwasser zu Frommetsfelden dazu, das er spätestens 1440 mit der Burg wieder zurückgekauft hatte.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 634 f. Laut einem klösterlichen Gültbuch von 1478 besaß das Frauenstift Sulz ein Ochsengut und zehn Güter; die Untertanen mussten zu Sulz Recht nehmen. Außerdem standen der Große und der Kleine Zehnt dem Kloster zu.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 623.
1528 führte das Haus Brandenburg-Ansbach mittels einer Kirchenvisitation die Reformation ein. In einem markgräflichen Lehenbrief von 1544 wurde ein Gut in Frommetsfelden als zur Burg Jochsberg gehörend erwähnt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 636. Im 16-Punkte-Bericht des ansbachischen Amtes Colmberg von 1608 wurden für Frommetsfelden 18 Mannschaften angegeben. 6 hatten das Kastenamt Colmberg als Grundherrn, 10 das Klosterverwalteramt Sulz und je 1 die Herrschaft Jochsberg und der Ansbacher Rat. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Amt Colmberg aus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 703. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort 1631 durch kaiserliche Truppen schwer geschädigt.H. Schreiber: Leutershausen, S. 365. Nach dem Krieg bauten vor allem protestantische Exulanten aus Österreich Frommetsfelden wieder auf.E. Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Leutershausen, S. 49. Frommetsfelden wurde nunmehr vom Pfarrer von Weißenkirchberg, später vom Geistlichen in Buch betreut.H. Schreiber: Leutershausen, S. 366. Im 16-Punkte-Bericht von 1681 heißt es, dass Frommetsfelden aus 20 Mannschaften besteht, zwölf dem Klosterverwalteramt Sulz, sechs dem Kastenamt Colmberg und je eine dem nunmehr brandenburgischen Vogtamt Jochsberg sowie dem Bürgermeister und Rat Ansbach gehörend.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 707.
Im Jahre 1734 gehörten sechs Untertanen grundherrschaftlich dem brandenburg-ansbachischen Amt Colmberg, einer zur Pfarrei Colmberg, zwölf zum brandenburg-ansbachischen Klosterverwalteramt Sulz, einer zum brandenburg-ansbachischen Vogtamt Jochsberg und einer zum Bürgermeister und Rat zu Ansbach; das Hirtenhaus war gemeindlicher Besitz. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Colmberg inne, die Vogtei inner Etters lag bei der jeweiligen Grundherrschaft, die Vogtei außer Etters und die Fraisch nahm ebenfalls das Amt Colmberg wahr.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 802.H. Schreiber: Leutershausen, S. 367.
Gegen Ende des Alten Reiches bestand Frommetsfelden aus 26 Anwesen. Grundherren waren das Kastenamt Colmberg (11 Anwesen: 4 Halbhöfe, 1 Halbhof mit Tafernwirtschaft, 2 Leerhäuser, 1 Söldengütlein mit Schmiede, 1 Halbhaus; 1 Halbhof wurde stellvertretend für die Pfarrei Colmberg verwaltet, 1 Söldengütlein für die Kirche Frommetsfelden), das Klosterverwalteramt Sulz (13 Anwesen: 1 Dreiviertelhof, 2 Halbhöfe, 8 Köblergüter, 1 halbes Köblergut, 1 Schmiede), das Vogtamt Jochsberg (1 Köblergut), der Ansbacher Rat stellvertretend für die Johannispflege (1 Köblergut). Der Gemeinde gehörten die Filialkirche St. Erhard, das Schulhaus, das Hirtenhaus sowie zwei Häuser.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 856. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.
1806 kam Frommetsfelden zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Frommetsfelden gebildet, zu dem Bieg, Hainhof, Höchstetten, Hürbel, Pfetzendorf und Zweiflingen gehörten. Die Ruralgemeinde Frommetsfelden entstand im Jahr 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810, zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet: Bieg mit Hainhof, Höchstetten, Hürbel, Pfetzendorf und Zweiflingen; Frommetsfelden. Von 1862 bis 1879 gehörte Frommetsfelden zum Bezirksamt Ansbach, ab 1880 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Leutershausen, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 989. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,231 km².
Am 1. Juli 1972 wurde Frommetsfelden im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Leutershausen eingemeindet.
Baudenkmäler Hürbeler Straße 2: ehemaliges Gasthaus, zweigeschossiger giebelständiger Satteldachbau, in Teilen Fachwerk, bezeichnet 1821 Hürbeler Straße 3: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Erhard: Chorturmkirche, 13. Jahrhundert, Turm 1584 und 1661 wiederhergestellt; mit Ausstattung; Friedhof mit Grabsteinen und Ummauerung Flachsbrechhaus des 19. Jahrhunderts am nördlichen Altmühlufer gegen Bieg zu. Gefährdeter Bauzustand.H. K. Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber, S. 34. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Steinbrücke über die Altmühl: dreibogig, Natursteinquader, wohl 16./17. Jahrhundert
Bodendenkmäler In der Gemarkung Frommetsfelden gibt es sechs Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 153 179 178 172 182 162 162 167 170 178 179 174 172 172 178 184 182 168 150 206 208 175 136 138 132HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 34 30 31 32 32 33 35 31 31 32Quelle
Bürgermeister Name Amtszeit Johann Georg Finsterer ca. 1846 Leonhardt Sturm ca. 1856 Michael Gümpelein 1876–1882 Johann Michael Wiegel 1882–1915 Johann Georg Kilian 1915–1919 Johann Michael Zanzinger 1919–1925 Georg Gümpelein 1925–1946 Johann Michael Vogel 1946–1966 Georg Weidner 1966–1972
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Wendel (Buch am Wald) gepfarrt. 1936 wurde die evangelisch-lutherische Filiale Frommetsfelden mit der Pfarrei St. Mauritius in Jochsberg zusammengelegt; Pfarrsitz ist seitdem Jochsberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 81. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach)