Renthendorf ist eine Gemeinde im Südosten des Saale-Holzland-Kreises und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Hügelland/Täler.
Geografie Angrenzende Gemeinden sind Eineborn, Kleinebersdorf, Ottendorf, Tautendorf und Weißbach im Saale-Holzland-Kreis, die Stadt Triptis im Saale-Orla-Kreis sowie die Stadt Münchenbernsdorf und Schwarzbach im Landkreis Greiz.
Die Gemeinde selbst setzt sich aus den beiden Ortsteilen Hellborn und Renthendorf zusammen.
Geschichte Am 7. September 1358 wurde Renthendorf erstmals urkundlich genannt.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 231. Ober-Renthendorf gehörte zunächst zum Amt Arnshaugk im Kurfürstentum bzw. Königreich Sachsen, bevor es mit dem Neustädter Kreis im Zuge der Befreiungskriege 1815 und den damit verbundenen Gebietsabtretungen an Preußen und später an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach fiel. Unter-Renthendorf gehörte dagegen zum Amt Roda des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg bzw. Sachsen-Altenburg.Der Ort auf der Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Hügelland-Täler
Der Sporn, auf dem die Kirche steht, ist durch einen Graben umgeben. Er trennt die Kirche von der Brehm-Gedenkstätte. Einst schützte der Graben eine Burganlage. Im Ort wird der Graben auch „Hohle“ genannt.Sven Ostritz (Hrsg.): Saale-Holzland-Kreis, Ost (= Archäologischer Wanderführer Thüringen. H. 9). Beier & Beran, Langenweißbach 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 124.
Der spätere Zoologe und „Tiervater“ Alfred Brehm wurde als Sohn des „Vogelpastors“ Christian Ludwig Brehm im Pfarrhaus in Renthendorf geboren und verstarb dort auch. In dem Wohnhaus der Witwe des Vogelpastors und seiner Kinder, das nach seinem Tod gebaut wurde, befindet sich das Museum, ehemals Brehm-Gedenkstätte genannt, und heute "Brehms Welt - Tiere und Menschen" mit einer interaktiven und modernen Ausstellung zum Leben und Werk von Alfred Edmund und Christian Ludwig Brehm, mit Fokus auf das Tier-Mensch-Verhältnis. Von 2013 bis 2020 sanierte ein Zweckverband, dem neben Renthendorf mehrere umliegende Gemeinden angehören, den zweistöckigen Backsteinbau grundlegend. Zuvor war die Bibliothek zur Entlastung der Statik bereits in das Kreisarchiv ausgelagert worden. Seit 2020 ist die neue Dauerausstellung geöffnet.Brehm-Gedenkstätte kämpft gegen Verfall. Sein Erbe wird an seinem Geburts- und Sterbeort Renthendorf gepflegt – das Gebäude marode. In: Thüringische Landeszeitung, 5. März 2013.
Auf dem Kirchhof von Renthendorf ruhen Alfred Brehm, seine Eltern und weitere Familienangehörige. Auf dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Gemeinde findet sich auch ein Name Alfred Brehm (1891–1916).
In Hellborn stehen am westlichen Dorfrand in Abstand von 8 m zwei Steinkreuze. Das westliche Kreuz wurde 1930 in der Nähe im Bachbett liegend gefunden und an der jetzigen Stelle aufgestellt.Sven Ostritz (Hrsg.): Saale-Holzland-Kreis, Ost (= Archäologischer Wanderführer Thüringen. H. 9). Beier & Beran, Langenweißbach 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 122.
Am 7. Mai 1990 erfolgte die Eingemeindung von Hellborn.
→ Siehe auch Dorfkirche Renthendorf
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
1994 – 514 1995 – 519 1996 – 517 1997 – 510 1998 – 509 1999 – 510 2000 – 515 2001 – 500 2002 – 480 2003 – 474 2004 – 476 2005 – 470 2006 – 453 2007 – 440 2008 – 448 2009 – 442 2010 – 423 2011 – 425 2012 – 424 2013 – 424 2014 – 419 2015 – 432 2016 – 422 2017 – 400 2018 – 403 2019 – 403 2020 – 400 2021 – 386 2022 – 390 2023 – 402 2024 – 414 2025 – 409 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Persönlichkeiten Christian Ludwig Brehm (1787–1864), der „Vogelpastor“ – Ornithologe und Pfarrer Ferdinand Wachter (1794–1861), Historiker und Hochschullehrer an der Universität Jena; wurde in Burgau Opfer eines Raubmordes Alfred Brehm (1829–1884), der „Tiervater“ – Zoologe, Geograph und Schriftsteller Reinhold Brehm (1830–1891), Arzt und Wegbereiter der spanischen Ornithologie Helmut Faulwetter (1929–1989), DDR-Diplomat, Botschafter in Sri Lanka und auf den Malediven (1970–1974)
Literatur Manfred P. Bläske: Ein Ort deutscher Wissenschaftsgeschichte. Renthendorf in Thüringen – Heimat der Naturforscher Brehm. In: Ärzteblatt Thüringen. Bd. 21, 2010, , S. 304–306.
Weblinks
https://www.huegelland-taeler.de/
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Saale-Holzland-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1358