Pierre-de-Bresse [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse (deren Hauptort sie ist) und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’ (dessen Verwaltungssitz sie ist). Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Pierrois, resp. Pierroises genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Norden des Arrondissement Louhans, 29 Kilometer nördlich von Louhans-Châteaurenaud. Im Nordosten stößt die Gemeinde an Fretterans, im Osten an Authumes und im Süden an La Chapelle-Saint-Sauveur. Im Südwesten besteht ein Stück Grenze mit Saint-Bonnet-en-Bresse, im Westen liegt Charette-Varennes und im Nordwesten die Gemeinde Lays-sur-le-Doubs
Die Gemeinde Pierre-de-Bresse liegt mit dem südlichen Gemeindegebiet in der Landschaft Bresse, die Gebiete nördlich werden bereits der Landschaft Vallée de la Saône zugerechnet. Insbesondere fließen La Breux und La Charetelle teilweise bereits im Saônetal. An verschiedenen Stellen, beispielsweise vom Vorplatz der Kirche aus, ist die Terrassenkante eindrücklich sichtbar.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa einem Drittel im Bourg, weitere 60 % in Außenquartieren und rund 7 % in verstreuten Weilern und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 472 Hektar bewaldete Flächen auf, was 16,8 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 66 % Laubwald und 31 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Bereich des südöstlichen – Bois de Saint-Pierre, Bois de Pierre – und südwestlichen Gemeindegebietes – Bois des Neuf Journaux, Bois Renard, Bois des Quatre Seigneurs, La Grange des Bois. Darin enthalten ist insbesondere der bewaldete Schlosspark von rund 25 Hektar.
In der Gemeinde werden 1764,1 Hektar (etwa 62,9 % des Gemeindegebiets) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 51,6 Hektar für Bioanbau zugelassen sind. Rund 20 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 10 % wird Raps, auf 27 % wird Weichweizen und auf rund 18 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer An stehenden Gewässern befinden sich heute im Gemeindegebiet neun Étangs. Aus den Biefs zu schließen, die noch vorhanden sind, müssten einst etwa 15 weitere Étangs bestanden haben. Im Süden finden wir eine Gruppe Étangs: den Étang de Pitoure (zum größeren Teil auf dem Gebiet der Gemeinde La Chapelle-Saint-Sauveur), den Étang Neuf, den Étang de Pierre und westlich davon den Étang de la Grande Vevre, in den der Étang des Loups entwässert. Sie entwässern alle in die Charetelle. Im Westen, an der Grenze zu Charette-Varennes findet sich der Étang Gruyère, der Étang de la Folie und schließlich der Étang Bailly, die über einen gemeinsamen Bief in den Étang des Bois entwässern, von dem ein winziges Stück im Gemeindegebiet liegt.
Das Gebiet im Norden der Gemeinde, zusammen mit einem kleinen Gebiet in Lays-sur-le-Doubs, wird für Kiesabbau genutzt. Die entstandenen Senken wurden mit Wasser gefüllt und dienen mit etwa 0,3 km ² als Naherholungsgebiet und der Freizeitfischerei.
Bei den fließenden Gewässern ist vor allem La CharetelleLa Charetelle, Länge 9,26 km, Zufluss zu Les Mortes, Quelle bei in La Chapelle-Saint-Sauveur auf ca. 199 m, Mündung bei in Charette-Varennes auf ca. 175 m, La Charetelle auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Sie beginnt beim Bourg von La Chapelle-Saint-Sauveur und fließt nach Norden in den Étang de Pitoure. Mit ihr wird die Étanggruppe im Süden bewirtschaftet, anschließend fließt sie nach Norden, unterquert die Départementsstraße D73 östlich von Terrans und erreicht damit das Vallée de la Saône.
Nördlich des besiedelten Gebietes und entlang dem Fuß der Terrassenstufe fließt La BreuxLa Breux, Länge 7,7 km, Zufluss zu La Charetelle, Quelle bei in Authumes auf ca. 183 m, Mündung bei in Charette-Varennes auf ca. 178 m, La Breux auf sandre.eaufrance.fr von Authumes her durch das Gemeindegebiet und verlässt dieses nach Charette-Varennes, um in die Charetelle zu münden.
Verkehrswege In Ost-West-Richtung durchzieht die Départementsstraße D73 den Ort, sie verbindet Charette-Varennes mit Bellevesvre. In Nord-Süd-Richtung erreicht die Départementsstraße D203 von Pourlans her Pierre-de-Bresse. Von Pierre ausgehend führen die D29 nördlich und die D373 südlich über Authumes nach Neublans-Abergement. Schließlich führt noch die Departementsstraße D13 in südlicher Richtung nach La Chapelle-Saint-Sauveur und letztlich nach Louhans-Châteaurenaud. Etliche dieser heutigen Departementsstraßen liegen auf Trassen von Römerstraßen, in deren Netz Pierre-de-Bresse ein wichtiger Kreuzungspunkt war. Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bas-de-Pierre, Beauregard, Bois-de-Pierre, Bois-des-Planches, Le Bois-Vinot, Bout-d’Amont, Buisson-Jean-Chêne, Champ-Renard, Chardenay, La Charetelle (Gewässer), Le Colombier, Les Cupriés, Duchaux, la Duchie, l’Étang-Gruyer, la Ferme-Rouge, Folnard, Grand-Mont, Les Grands-Champs, La Grange-des-Bois, L’Hays, Les Herbins, Maison-des-Eaux, Maison-Neuve, La Malatière, La Marcouse, La Martenne, La Motte, Neressard, Les Pendants, La Qualité, Raconnay, Sigrée, La Teigne, Le Terrangeot, Terrans, La Tuilerie, La Villeneuve.
Höhenprofil mini|400pxPierre-de-Bresse liegt mit den nördlichen Gebieten im Vallée de la Saône. Diese Tatsache kommt im Höhenprofil zum Ausdruck, die Ebene links ist eine deutlich andere Geländestruktur. Diese Ebene ist die Talsohle des Doub-Tales, das innerhalb der Gemeinde rund 2,3 km lang ist. Die Gesamtdistanz bis zum Doubs beträgt gar gute 4 Kilometer. Der erste markante Punkt ist der Recyclinghof (Déchetterie), der an La Breux liegt, anschließend ist die ausgeprägte Terrassenkante der Bresse-Ebene erkennbar. Der Höhenunterschied beträgt hier rund 17 Meter. Anschließend bildet das Gelände ein natürliches Tal mit einem erneuten Aufstieg zum Quartier les Pendants und der Départementsstraße D73. Es folgt das Quartier de la Gare und ein Absinken bis zur alten Kläranlage. Schließlich wird die Bresse-Ebene durchbrochen von zwei Étangs, dem Étang Neuf und dem Étang de Pitoure, der teilweise bereits auf dem Gebiet von La Chapelle-Saint-Sauveur liegt.
Klima Das Klima in Pierre-de-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,8 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 °C, der kälteste der Januar mit 3,1 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1065 mm, dabei ist der November mit 110 mm der niederschlagsreichste, während Februar und März als trockenste Monate 77 mm aufweisen. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Der Name geht auf die gallo-römische Besiedlungszeit zurück, ursprünglich petra, im Sinne eines großen Steines oder eines Denkmals. Der Ort liegt an der alten Straße, die von Verdun-sur-le-Doubs nach Poligny führte. Pierre ist übrigens die einzige Gemeinde in der Bresse, die sich de Bresse nennen darf, alle übrigen tragen gegebenenfalls den Zusatz en Bresse als Bezeichnung, in der Bresse liegend. 1952 bat die Gemeinde das Innenministerium gebeten, den Zusatz de Bresse tragen zu dürfen. Erst 1961 kam die Antwort, Pierre en Bresse sei aus toponymischen Gründen genehmigt. Die Gemeinde beharrte jedoch auf ihrem Standpunkt und am 10. Mai 1962 wird der Ort per Dekret zu Pierre de Bresse.
Im Übrigen ist der Stein von Pierre tatsächlich etwas Besonderes. Steine finden sich in der Bresse ja nicht, hier jedoch stand anscheinend ein Grabmonument auf einer Anhöhe im Westen, ein Dolmen oder ein Monument. Das Denkmal wurde im 18. Jahrhundert zerstört, nachdem es lange eine Station auf der Pilgerfahrt der alten Knaben (Pèlerinage des vieux garçons) war, einer Prozession derjenigen, die innerhalb eines Jahres heiraten wollten.
Geschichte mini|links|Schloss von Pierre-de-Bresse, neu erbaut 1680 Als ältestes schriftliches Dokument gilt eine Urkunde von 1092, worin eine Zuwendung des Bischofs von Chalon-sur-Saône an den Prior von Pierre, Robertus de Petra, verbrieft ist. Im 13. Jahrhundert war ein Teil von Pierre-de-Bresse ein Lehen der Grafen von Vienne. Da diese wiederum von den Burgundern abhingen, die mit ihren Gefolgsleuten aktiv an den Kreuzzügen teilnahmen, war die Region der Bresse im 11. und 12. Jahrhundert weitgehend entvölkert. Chronisten halten fest, dass sich «auf sieben Frauen kaum ein Mann finden ließ»Lucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 145, Louhans 1897. Für 1490 werden bezüglich der Einwohnerzahl 69 Feuerstellen angegeben, was auf eine Bevölkerung von gegen 400 Personen schließen lässt. Dennoch hatte Pierre noch bis ins 15. Jahrhundert eine gewisse Bedeutung, nicht zuletzt dank seiner Lage an der alten Straße zwischen Verdun-sur-le-Doubs und Poligny. Die Benediktiner hatten ein Priorat eingerichtet und eine Familiarité war mit der Kirche verbunden. 1380 besaß Ritter Jean de Mypont Teile von Pierre, die durch Wiederverheiratung seiner Witwe 1399 an Jean-Genevois Bouton du Fay übergingen. Später ging auch das Schloss von Pierre in ihren Besitz über und sie blieben während mehr als zwei Jahrhunderten die Herren von Pierre. Emart Bouton war Kammerherr und Conseiller der Burgunderherzöge Philipp des Guten und Karls des Kühnen und besaß große Ländereien in den Vizegrafschaften Auxonne und Louhans. Die Familie der Bouton verschmolz letztlich mit der Familie der de Thiard. Testamentarisch vermachte Claude Bouton den Besitz seinem Neffen und Patenkind Pontus de Thyard mit der Auflage, dass er und seine Nachkommen Name und Wappen der Boutons tragen müssten. 1680 wurde das Schloss neu erbaut und ging 1852 infolge Heirat auf die Familie der Estampes über. 1956 übernahm das Département Saône-et-Loire das Schloss und richtete in einem Teil der Nebengebäude ein Altersheim ein. Seit 1981 beherbergt es das volkskundliche Museum der Bresse.Ecomusée de la Bresse bourguignonne - Château - 71270 Pierre-de-Bresse - Tél : 03.85.76.27.16 mini|Kirche von Pierre-de-Bresse aus dem 17. Jahrhundert, Ansicht von Westen mini|Kirche Saint-Léger von Terrans
Eine weitere Herrschaft auf dem Gebiet von Pierre war die der Grandmont, sie wurde 1499 durch Antoine Bouton erworben und mit seinen Gütern vereinigt.
Die Kriege im 16. und 17. Jahrhundert (Krieg gegen den savoyardischen Herzog Karl Emanuel I., Dreißigjähriger Krieg und Devolutionskrieg) bescherten dem Ort schreckliche Katastrophen, die ganze Gegend war weitgehend entvölkert und erholte sich nur sehr langsam.
Am 1. Januar 1973 fusionierten Pierre-de-Bresse und die westliche Nachbargemeinde Terrans. Am 16. Mai 1962 erhielt Pierre den Zusatz und damit den heutigen Namen Pierre-de-Bresse, nachdem die Region der Bresse definiert worden war und ein neues Selbstbewusstsein erlangte.
Die Herren von Pierre-de-Bresse 13./14. Jahrhundert teilweise das Kloster Saint-Pierre-de-ChalonEglise Saint-Pierre, auf pop.culture.gouv.fr, abgerufen am 9. August 2024 teilweise die de Viennes teilweise die Rolin d'Authumes, Nachkommen von Nicolas Rolin mit der Herrschaft Grandmont. 15./16. Jahrhundert