mini|Karl Kahr als Zeuge im Dachauer Dora-Prozess Karl August Kahr (* 11. September 1914 in Fürstenfeld; † 13. Mai 2007 in Fehring)Taufregistereintrag zu Fürstenfeld mit Vermerk zum Versterben (StA Fehring 18/2007) war ein österreichischer SS-Hauptsturmführer und KZ-Arzt.

Biografie Kahr absolvierte ein Studium der Medizin an der Universität Graz, wo er im Wintersemester 1934/35 Mitglied der Grazer akademischen Burschenschaft Marcho-Teutonia wurde.Friedrich Vohl (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle 1991, S. 124 Er war anschließend an einem Grazer Krankenhaus als Assistenzarzt tätig. Er promovierte im Jahr 1940 zum Dr. med. Ab Sommer 1940 gehörte Kahr der Waffen-SS an (SS-Nummer 382.463), wo er 1945 bis zum Hauptsturmführer aufstieg.Bundesarchiv R 9361-III/534179 Zum 1. April 1940 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 7.925.026).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/18940870Andrea Rudorff: Das KZ Auschwitz 1942–1945 und die Zeit der Todesmärsche 1944/45. Berlin 2018. Das dort angegebene Eintrittsdatum 1938 ist falsch Kahr war nach eigenen Aussagen anschließend als Truppenarzt und Lehrer an einer Ausbildungsstätte für Sanitäter in Prag tätig und danach als Truppenarzt in Brünn, Breslau und Graz.Vernehmungsprotokolle von Karl Kahr (PDF; 3,0 MB)

Ab November 1942 war Kahr Lagerarzt im KZ Dachau, wo er die TBC-Station leitete. Im Januar 1944 wurde Kahr in das KZ Buchenwald versetzt und von dort umgehend in das Arbeitslager Dora.Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 295. Anschließend war er ab Mai 1944 als Nachfolger von Heinrich Plaza Standortarzt im KZ Mittelbau-Dora und zusätzlich auch für die Außenlager Harzungen und Ellrich zuständig.Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Göttingen 2001, S. 253 Kahr hatte unter den Häftlingen einen relativ guten Ruf, ebenso wie sein Stellvertreter Alfred Kurzke.Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Göttingen 2001, S. 296f Anfang Januar 1945 wurde er in das KZ Groß-Rosen versetzt.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich Kahr in alliierter Internierung. Kahr sagte als Belastungszeuge am 10. April 1947 im Prozess Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS auf www.nuremberg.law.harvard.edu und einige Monate später im Dachauer Dora-Prozess aus.

Später war Kahr als Arzt in Graz tätig und lebte danach wieder in seiner Heimatstadt Fürstenfeld.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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