__TOC__ Aufteilung In Nürnberg gibt es mehr als 2200 Baudenkmäler. Aus diesem Grund wurden Teillisten erstellt. Zwischen den Denkmallisten der Stadtteile kann über die Navigationsleiste gewechselt werden. Die Innenstadt ist aufgrund der Größe der Liste in weitere Listen untergliedert.
In den Stadtteillisten sind sowohl Einzelbauwerke als auch denkmalgeschützte Ensembles aufgeführt. Grundlage für die Aufteilung sind die statistischen Bezirke und Distriktehttps://geoportal.nuernberg.de/masterportal/sta_gebietsgliederungen/ Gebietsgliederungen Nürnberg. Stadtbezirk Bez.-Nr. Stadtteil-Nr. und -Name Teillisten Altstadt und engere Innenstadt 00 01 Altstadt, St. Lorenz Gemarkung 3449 Liste 06 Altstadt, St. Sebald Gemarkung 3450 Liste 08 Pirckheimerstraße, 25 Uhlandstraße und 26 Maxfeld der Gemarkung 3420 Gärten Hinter der Veste und 3428 Großreuth Hinter der Veste Liste 03 Tafelhof, 04 Gostenhof, 05 Himpfelshof Liste 07 St. Johannis , 24 Bielingplatz Gemarkung 3434 St. Johannis und 23 Sandberg Liste 02 Marienvorstadt, 09a Wöhrd, 09b Rennweg und 27 Veilhof, 28 Tullnau , 29 Gleißhammer Liste Weiterer Innenstadtgürtel Süd 01 10 Ludwigsfeld, 11 Glockenhof, 12 Guntherstraße, 13 Galgenhof, 14 Hummelstein, 15 Gugelstraße, 16 Steinbühl, 17 Gibitzenhof, 18 Sandreuth, 19 Schweinau Liste Weiterer Innenstadtgürtel West/Nord/Ost 02 20 St. Leonhard, 21 Sündersbühl, 22 Bärenschanze Liste Südöstliche Außenstadt 03 30 Dutzendteich, 31 Rangierbahnhof-Siedlung, 32, 33, 36, 37 Langwasser Gesamt, Zollhaus, 32 Langwasser Nordwest, 33, 34 Beuthener Straße, 35 Altenfurt Nord, 36 Langwasser Südost, 37 Langwasser Südwest, Zollhaus, 38 Altenfurt, Moorenbrunn, 39 Gewerbepark Nürnberg-Feucht Liste Südliche Außenstadt 04 40 Hasenbuck, 41 Rangierbahnhof, 42 Katzwanger Straße, 43 Dianastraße, 44 Trierer Straße, Falkenheim, Kettelersiedlung, 45 Gartenstadt, 46 Werderau, 47 Maiach, 48 Katzwang, Reichelsdorf Ost, Reichelsdorfer Keller, 49 Herpersdorf, Kornburg, Worzeldorf, Königshof, Pillenreuth, Steinbrüchlein, Weiherhaus Südwestliche Außenstadt 05 50 Hohe Marter, 51, 52 Röthenbach bei Schweinau, West, Ost und Neuröthenbach, 53 Eibach, 54 Reichelsdorf, 55 Krottenbach, Mühlhof Westliche Außenstadt 06 60 Großreuth bei Schweinau, 61 Gebersdorf, 62 Gaismannshof, 63 Höfen, Kleinreuth bei Schweinau, Leyh, 64 Eberhardshof, 65 Muggenhof Nordwestliche Außenstadt 07 70 Westfriedhof, 71 Schniegling, 72 Wetzendorf, 73 Buch, Höfles, Schnepfenreuth, 74 Thon, Kleinreuth h.d.V., 75 Almoshof, Lohe, 76 Kraftshof, 77 Neunhof, 78 Boxdorf, 79 Großgründlach, Kleingründlach, Obermühle, Reutles Liste Nordöstliche Außenstadt 08 80 Schleifweg, 81 Schoppershof, 82 Schafhof, 83 Marienberg, Großreuth h.d.V., Loher Moos, 84 Ziegelstein, 85 Mooshof, 86 Buchenbühl, 87 Flughafen Liste Östliche Außenstadt 09 90 St. Jobst, Weigelshof, 91 Erlenstegen, 92 Mögeldorf, Ebensee, 93 Schmausenbuckstraße, 94 Laufamholz, Hammer, Oberbürg, Unterbürg, 95 Zerzabelshof, 96 Fischbach, 97 Brunn, Birnthon Liste
Ensemble Altstadt Nürnberg verdankt seine Anfänge königlicher, salischstaufischer Reichspolitik. Bürgerliche Kräfte, geleitet von einer patrizischen Oberschicht, führten die Stadt zum Höhepunkt ihrer urbanen Entwicklung im 15./16. Jahrhundert; ihr welthistorischer Rang als spätmittelalterliche Großstadt und ideale Verkörperung der deutschen Reichsstadt, als Fernhandels- und Gewerbezentrum sowie als Mittelpunkt der deutschen Kunstproduktion im Zeitalter Albrecht Dürers, des berühmtesten Nürnbergers, fiel in diese Zeit.
Inmitten des waldreichen Königslandes im bairischen Nordgau, begründete um 1040 Kaiser Heinrich III. eine neue Reichsburg. Die Anlage auf einem Sandsteinrücken über der Pegnitz diente den Saliern als Stützpunkt zum Ausbau der Reichsgewalt. In weiterer Verfolgung dieser Bestrebungen erweiterten die Staufer die Burg, die seither und über die Zerstörung Nürnbergs im Zweiten Weltkrieg hinaus die unverwechselbare Stadtkrone der Altstadt bildet. Als Keimzellen der Siedlungsentfaltung gelten ein königlicher Wirtschaftshof östlich der Burg – dort, wo sich Mitte des 12. Jahrhunderts der Schottenkonvent von St. Egidien ansiedelte – sowie ein weiterer Königshof über dem südlichen Ufer der Pegnitz; hier richtete sich 1206 die Deutschordens-Kommende St. Jakob ein. Unter dem Schutz der Burg, am Fuße ihres Felsens, und um St. Egidien erwuchs die früheste städtische, 1163 als burgus bezeichnete Siedlung. Ihre Ordnung korrespondiert im Wesentlichen mit den Höhenlinien des Burgberges. Der Straßenzug Innere Laufer Gasse, Theresienstraße, Albrecht-Dürer-Platz, Bergstraße, der sich zwischen dem späteren Laufer Schlagturm im Osten und dem Tiergärtnertor im Norden erstreckt, bezeichnet die Hauptachse des burgus, während die steile Burgstraße von der Pegnitz im Süden auf den Burgberg im Norden den querlaufenden Hauptzug bildet. Im späten 14. Jahrhundert wurde die Bedeutung des Tiergärtnertors durch die Anlage des weniger beschwerlich zu erreichenden Neutors, im Nordwesten vor der Straße nach Würzburg und Frankfurt gelegen, erheblich geschmälert; im Gegenzug gewann der Straßenzug Füllgasse-Lammsgasse, in direkter nordwestlicher Verlängerung der Theresienstraße, an Bedeutung. Dieser burgus der Dienstmannen, Fernhändler und Handwerker emanzipierte sich im zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts von der Mutterpfarrei Poppenreuth und ersetzte seit 1230/40 eine ältere Peterskapelle, welche die Überreste des verehrten Eremiten Sebald barg, durch eine Pfeilerbasilika, die, 1255, noch vor ihrer Vollendung als Pfarrkirche bezeichnet wird und Sebald und Petrus geweiht wurde. Die große Wallfahrt, die zum Grab des erst 1425 heiliggesprochenen Sebald entstand, begünstigte die Stadtwerdung; Sebald selbst stieg zum Stadtpatron Nürnbergs auf. Die Nürnberger Bürgerschaft trat Mitte des 13. Jahrhunderts erstmals als Korporation auf, repräsentiert durch den Rat, der schrittweise die bürgerliche Selbstverwaltung erstritt. Im gleichen Jahrhundert war die „Sebalder Stadt“ bereits befestigt und schloss das alte Schottenstift, seit 1255 ein Augustinerkloster und seit 1276 eine Dominikanerniederlassung in ihre Mauern ein; das Augustinerkloster wurde 1872 abgebrochen und im Bereich des Germanischen Nationalmuseums wiedererrichtet, die Dominikanerkirche wurde 1807 niedergelegt, die Klostergebäude haben nur in Resten den letzten Krieg überdauert.
Links der Pegnitz stellt sich die etwas jüngere „Lorenzer Stadt“ als staufische Plangründung dar. Von St. Jakob im Westen in einem Längsoval nach Osten sich ausdehnend, ordnet sie sich in einem System nahezu geradliniger, parallel verlaufender, zum Weißen Turm hin aber konzentrisch zusammengeführter Längsachsen – Adlerstraße, Karolinenstraße, Brunnengasse, Breite Gasse, Frauengasse – die von der vom Pegnitzübergang nach Süden stoßenden Querachse, der Königstraße, aufgefangen werden. Die zweite große Pfarrkirche der Stadt, St. Lorenz, entstand an dieser Querachse, zwei ältere Kapellen ersetzend, seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Auch die Lorenzer Stadt, die kleinere Händler und Handwerker beherbergte, war im 13. Jahrhundert bereits ummauert, bezog aber – wohl mit Ausnahme des um 1224 gegründeten Franziskanerklosters, dessen Mönchschor aus dem späten 13. Jahrhundert sich in dem modernen Gebäude Königstraße 3 erhalten hat – weder die Deutschordenskommende noch die Klöster der Magdalenerinnen (St. Klara, gegründet wohl vor 1232), der Karmeliten (gegründet 1287), der Dominikanerinnen (gegründet vor 1295) in den Bering ein. Diese „vorletzte Befestigung“ wurde 1320/25 mit der Verbindung der beiden Stadthälften über die Pegnitz hinweg vollendet. Der Fluss blieb mit seinem offenen Lauf, seinen Inseln, den späteren Brücken, Mühlen und Überbauungen, darunter das mehrfach erweiterte, 1339 gestiftete Heilig-Geist-Spital, ein wichtiges, auch gewerblich genutztes Element im Stadtorganismus. Bebaut wurde nun auch die Flussniederung zwischen Sebalder und Lorenzer Stadt, und an zentraler Stelle, nördlich vor der Fleischbrücke, wurde 1349 nach einem Judenpogrom an Stelle des niedergelegten Gettos der Hauptmarkt und östlich davon der Obstmarkt angelegt. Die Maßnahme war von Kaiser Karl IV. initiiert worden, der zu Nürnberg enge Beziehungen unterhielt. 1355 stiftete er die den Hauptmarkt beherrschende Frauenkirche, zugleich Marktkirche, Sühnekirche für das Pogrom und kaiserliche Kapelle, deren reich gestaltete Westfassade auf Kaiser und Reich verweist. Der Bau belegt das Eindringen der Prager Parler-Kunst und das Zwischenspiel höfisch-kaiserlicher Kunstübung der Zeit um 1400 im Stadtgefüge der bürgerlichen Reichsstadt. Aus gleichem Geist ist die Westfront von St. Lorenz entstanden, die als Höhepunkt und Blickziel einer geplanten kaiserlichen via triumphalis konzipiert ist. Gleichzeitig manifestiert sich die Kontinuität bürgerlichen Bauens im hohen, 1379 vollendeten Hallenchor von St. Sebald, der auch einen neuen Frömmigkeitsstil dokumentiert. Dem über dem niedrigeren First des Langhausdaches hoch aufragenden, der Doppelturm-Westfront gegenübergestellten steilen Chordach gesellte sich ein Jahrhundert später als Pendant über dem linken Flussufer das gleichgeartete Chorhaus von St. Lorenz zu – auch dieses einer doppeltürmigen Westpartie und einem niedrigeren Langhaus gegenübergesetzt. Diesen beiden gewichtigen Akzenten in der Dächerlandschaft der Nürnberger Altstadt haben sich – sieht man von den dominierenden Bauten des Burgberges ab – durch alle Jahrhunderte die Bauten der Stadt in Geschosshöhe und Dachgestaltung untergeordnet.
Die größte Leistung des 14. Jahrhunderts auf dem Gebiet des Profanbaus war der Einbezug der Vorstädte im Osten und Süden mit allen Klöstern, denen sich als letztes 1380 noch das Karthäuserkloster anschloss, in einem erweiterten Bering. Diese „letzte Befestigung“ entstand seit 1346. Um 1400 hatte die Reichsstadt ihren endgültigen Umfang erreicht. In drei Jahrhunderten wurde der Befestigungsgürtel mit seinen Türmen, Mauern, den im 16. Jahrhundert mit Steinmänteln verstärkten, für das Stadtbild charakteristischen fünf Tortürmen, mit seinen Gräben und zuletzt auch mit Schanzen vervollständigt und angesichts der Bedrohungen durch das erstarkende Landesfürstentum im 16. Jahrhundert modernisiert. Die repräsentativen Tortürme sind strategisch wertlos. Sie verkörpern vielmehr einen Anspruch, der vielleicht schon als Alt-Nürnberg-Romantik des 16. Jahrhunderts zu verstehen ist, heute jedenfalls das Bild der Altstadt als Ensemble manifestiert. Der Gürtel, der die Stadt seit dieser Zeit panzerartig umschließt, ist der am besten erhaltene aller europäischen Großstädte. Über die Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts und die Bombenangriffe zwischen August 1942 und April 1945 hinweggerettet bzw. wiederhergestellt, ist er ein für die Identität der Stadt hochbedeutendes Baudenkmal.