Der Rostbrauenvireo (Cyclarhis gujanensis), auch Großschnabelvireo oder Papageiwürger genannt, ist eine Art aus der Gattung der Großschnabelvireos (Cyclarhis) innerhalb der Familie der Vireos (Vireonidae). Es werden mehrere Unterarten beschrieben.

Verbreitung Diese Art kommt von Mexiko über Mittel- und Südamerika bis nach Nordargentinien, sowie auf der Karibikinsel Trinidad vor. Dort bewohnt sie die Urwälder und andere bewaldete Gebiete sowie Savannen, Buschland und Wiesen.

Beschreibung Der Rostbrauenvireo erreicht eine Länge von 16 Zentimetern und ein Gewicht von ca. 20–39 Gramm. Typische Vertreter der Art sind auf der Oberseite olivfarben mit grauem Kopf und Nacken. Die Färbung von Kehle und Brust ist blass gelb bis olivgelb und wird zum Bauch hin weißlich. Die Stirn bis hin zu den Augenbrauen ist rostbraun. Der Schnabel ist kurz, kräftig und grau gefärbt. Die Beine sind hellgrau.

Lebensweise Der Rostbrauenvireo ernährt sich von Beeren und Insekten, welche er mit seinem kräftigen Schnabel zerteilt. Die Vögel sind ganzjährig standorttreu.

Fortpflanzung Rostbrauenvireos bauen sich aus Rinde von Bäumen und Gräsern ein Nest, welches sie in einer Astgabel eines Baumes oder Strauches befestigen. Das Weibchen legt zwei bis drei Eier, die blassrosa und braun gefleckt sind. Die Brutdauer beträgt etwa 11 bis 13 Tage und die Nestlingszeit der Jungen etwa 13 Tage. Beide Altvögel sind an der Aufzucht der Jungen beteiligt.

Gefährdung Die IUCN stuft diese Art aufgrund ihres großen Verbreitungsgebietes als „“ = „nicht gefährdet“ ein.

Unterarten Es sind zweiundzwanzig Unterarten bekannt:IOC World Bird List Shrikes, vireos & shrike-babblers C. g. septentrionalis , 1991Allan Robert Phillips, S. 164. – Diese Unterart kommt im Osten Mexikos vor. C. g. flaviventris , 1842Frédéric de Lafresnaye, S. 133. – Diese Unterart ist im Südosten Mexikos mit Ausnahme der Halbinsel Yucatán, in Guatemala und dem Norden Honduras verbreitet. C. g. yucatanensis , 1887Robert Ridgway 1886 (1887), S. 519. – Diese Subspezies kommt auf der Halbinsel Yucatán vor. C. g. insularis , 1885Robert Ridgway 1885, S. 22. – Diese Subspezies ist auf Cozumel verbreitet. C. g. nicaraguae & , 1925Waldron DeWitt Miller u. a., S. 6. – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart erstreckt sich vom Süden Mexikos bis nach Nicaragua. C. g. subflavescens , 1861Jean Louis Cabanis, S. 405. – Diese Subspezies kommt in Costa Rica und dem Westen Panamas vor. C. g. perrygoi , 1950Alexander Wetmore, S. 61. – Diese Unterart ist im westlichen zentralen Panama verbreitet. C. g. flavens , 1950Alexander Wetmore, S. 174. – Diese Unterart kommt im Osten Panamas vor. C. g. coibae , 1901Ernst Hartert, S. 22. – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist die Coiba-Insel. C. g. cantica , 1898Outram Bangs, S. 142. – Diese Subspezies kommt im nördlichen und zentralen Kolumbien vor. C. g. flavipectus , 1859Philip Lutley Sclater 1858 (1859), S. 448. – Diese Subspezies ist im Nordosten Venezuelas und auf Trinidad verbreitet. C. g. parva , 1917Frank Michler Chapman, S. 541. – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist der Nordosten Kolumbiens und der Norden Venezuelas. C. g. gujanensis (, 1789)Johann Friedrich Gmelin, S. 893. – Die Nominatform kommt im Osten Kolumbiens und dem Süden Venezuela über die Guyanas und den Nordosten Brasiliens, Zentralbrasilien und den Osten Perus vor. C. g. cearensis , 1866Spencer Fullerton Baird, S. 391. – Diese Unterart ist im Osten Brasiliens verbreitet. C. g. ochrocephala , 1845Johann Jakob von Tschudi, S. 362. – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart erstreckt sich über den Südosten Brasiliens, Uruguay, Paraguay und den Nordosten Argentiniens C. g. viridis (, 1822)Louis Pierre Vieillot, S. 793. – Diese Subspezies kommt in Paraguay und dem Norden Argentiniens vor. C. g. virenticeps , 1860Philip Lutley Sclater (1860), S. 274, Tafel 164. – Diese Subspezies kommt im Westen Ecuadors und dem Nordwesten Perus vor. C. g. contrerasi , 1879Władysław Taczanowski, S. 224, Tafel 21. – Diese Unterart ist im Südosten Ecuadors und dem Norden Perus verbreitet. C. g. saturata , 1925John Todd Zimmer (1925), S. 107. – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist das zentrale Peru. C. g. pax & , 1942James Bond u. a., S. 3. – Diese Unterart kommt im östlichen zentralen Bolivien vor. C. g. dorsalis , 1942John Todd Zimmer (1942), S. 13. – Diese Subspezies ist in Zentralbolivien verbreitet. C. g. tarijae & , 1942James Bond u. a., S. 2. – Diese Unterart kommt im Südosten Boliviens und dem Nordwesten Argentiniens vor.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Rostbrauenvireo erfolgte 1789 durch Johann Friedrich Gmelin unter dem wissenschaftlichen Namen Tanagra gujanensis. Als Verbreitungsgebiet gab er Guyana an. 1824 führte William Swainson die für die Wissenschaft neue Gattung Cyclarhis ein.William Swainson (1824), S. 294 Dieser Begriff leitet sich von für Keis und für Nasenlöcher ab.Cyclarhis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname gujanensis bezieht sich auf die Guyanas. Yucatanensis bezieht sich auf Yucatán, nicaraguae auf Nicaragua, coibae auf Coiba, cearensis auf Ceará, pax auf das Departamento La Paz und tarijae auf das Departamento Tarija. Contrerasi wurde José Gregorio Contreras (1826–1891) gewidmet, perrygoi Watson Mondell Perrygo (1906–1984). Septentrionalis hat seinen Ursprung in septemtrionalis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, insularis in insularis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, flavens in flavens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, cantica in cantica The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, parvus in parvus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, viridis in viridis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und dorsalis in .dorsalis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Schließlich sind flaviventris Wortgebilde aus und flaviventris The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, subflavescens aus und subflavescens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, flavipectus aus und flavipectus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, virenticeps aus und virenticeps The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und ochrocephala aus für blass gelb und für -köpfig, Kopf.ochrocephala The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Auf Basis von gesammelten Bälgen der „3. Gran-Chaco-Expedition“ kam Alfred Laubmann zu dem Schluss, dass C. g. viridis eher westlich des Río Paraguay vorkommt und C. g. ochrocephala eher im südlichen und östlichen Gebiet Paraguays. Allerdings glaubte er, dass eine klare Grenze zwischen beiden Unterarten nicht zu ziehen sei. In Cyclarhis wiedi , 1868August von Pelzeln (1868), S. 137. sah er fälschlicherweise ein Synonym für C. g. ochrocephala .Alfred Laubmann (1940), S. 203–204. Heute wird dieser Name als Synonym zu C. g. cearensis betrachtet.

Weblinks

Rostbrauenvireo auf Briefmarken

Literatur

Einzelnachweise Robert S. Ridgely, Guy Tudor, William L. Brown: The Birds of South America: The oscine passerines. University of Texas Press, 1989, ISBN 0-292-70756-8, S. 145–146.

Kategorie:Vireos