Die St.-Antonius-Kirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Bad Grund (Harz). Die Bergmannskirche ist außen mit Schiefer verkleidet und hat innen ein hölzernes Tonnengewölbe. Sie ist mit einer Empore ausgestattet.Christian Kaiser: Harz. DuMont Reiseverlag, 2006, ISBN 377016394X, Seite 80.
Geschichte mini|St.-Antonius-Kirche Die zunächst der St.-Mauritius-Kirchengemeinde in Gittelde zugeordnete hölzerne Kapelle in Grund, die vermutlich zwischen 1460 und 1480 durch den damaligen Hüttenbesitzer Hans Streit erbaut worden war, wurde am 29. Juni 1505 zur selbständigen Pfarrkirche erhoben. Erster Pastor war Rötger Pengna. Wann die Reformation in Grund endgültig durchgeführt wurde, ist unbekannt.
Auf den Grundmauern der ursprünglichen Kapelle erhebt sich die heutige Kirche. 1568 erfolgte eine Renovierung, bei der Henricus Schrader einen Altar stiftete. Bei der Plünderung der Stadt durch Truppen Wallensteins am 10. Februar 1626 brannte die Kirche nieder und wurde 1640Christian Kaiser: Harz. DuMont Reiseverlag, 2006, ISBN 377016394X, Seite 80. wieder aufgebaut. Auch der Kirchturm wurde 1640 vollendet.
Im Jahr 1806 erfolgte eine Renovierung, der 1836 eine grundlegende Umgestaltung folgte. Dabei wurden unter anderem die Wände durch einen Fachwerkaufbau erhöht und ein neuer Altar aufgestellt. Entweder im Zuge dieses Umbaus 1836 oder im Jahr 1877 wurde zudem eine obere Empore eingezogen.
Nach einer Außenrenovierung im Jahr 1891 folgte in den Jahren 1913 und 1914 eine umfassende Instandsetzung, bei der das Dach, der Turm, die Wandtäfelung sowie die Ausmalung erneuert wurden. Bei einer langjährigen Renovierungsphase zwischen 1948 und 1955 wurden die Emporen zu beiden Seiten des Altars zurückgebaut, die Chorfenster freigelegt und ein Sakristeieinbau entfernt. Eine Neugestaltung des Innenraums in den Jahren 1972 und 1973 führte zur Absenkung des Altarraums und zum Rückbau der oberen Empore. Die letzten größeren Renovierungsarbeiten fanden in den Jahren 1996 bis 1998 statt.
Inneres mini|Sankt Antonius Innenraum Der schlichte, klassizistische Kanzelaltar stammt aus dem Jahr 1836. Seine Pilaster und das Gebälk sind mit plastischer Architekturmalerei verziert. Der Kanzelkorb ist polygonal gestaltet. Darunter befindet sich ein Abendmahlsbild aus dem 17. Jahrhundert, das mit den Einsetzungsworten des Abendmahls versehen ist. Der Altarblock selbst ist holzverkleidet. Im Jahr 1997 wurde der Altar umfassend restauriert.
Als Opus 98 errichtete Philipp Furtwängler aus Elze im Jahr 1869 ein neues Werk mit 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal (15 II/P), das mit mechanischer Traktur und Schleifladen ausgestattet war. In den Jahren 1949 und 1950 modifizierte Paul Ott aus Göttingen das Instrument durch eine Reparatur und die Neugestaltung der Disposition (Hauptwerk und Oberwerk). Derselbe Orgelbauer führte 1974 eine weitere Instandsetzung sowie eine Vergrößerung des Werks durch. Seit diesem Umbau besitzt die mit mechanischer Traktur und Schleifladen arbeitende Orgel wieder 16 Register.
Geläute Die älteste erhaltene Glocke wurde Mitte des 18. Jahrhunderts durch Conrad Michael gegossen. Zwei weitere Glocken wurden 1942 zu Rüstungszwecken abgeliefert und eingeschmolzen. Sie wurden 1947 durch zwei Eisengussglocken der Fa. Weule (Bockenem) ersetzt. Nachdem bei einer Revision Schäden festgestellt worden waren, wurden im Jahre 2005 neue Bronzeglocken beschafft.
Literatur 450 Jahre Bergstadt Bad Grund (Harz). Sonderausgabe der Zeitschrift „Der Oberharzer“. 1982
Weblinks
Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
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