Juvisy-sur-Orge [] ist eine französische Stadt und Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Essonne in der Region Île-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Palaiseau.

Geographie

Juvisy-sur-Orge liegt rund 18 Kilometer südlich von Paris im dicht besiedelten Süden der Metropolregion Paris. Die Stadt liegt an der Orge, die Seine bildet die östliche Gemeindegrenze.

Juvisy-sur-Orge liegt im Pariser Becken, dessen Böden von Kalksteinen dominiert werden. Die Region wird von maritimem Klima mit kühlen Wintern und milden Sommern bestimmt.

Geschichte In seinen Commentarii de Bello Gallico erwähnt Gaius Iulius Caesar den Ort 52 v. Chr. als Metiosedium. (französisch), abgerufen am 8. September 2011

Im 12. Jahrhundert legten Benediktiner die Sümpfe der Region trocken und bauten ein Kloster. 1304 ging das Kloster in das Eigentum der Benediktiner von Notre-Dame-des-Champs über, 1356 fiel es an Perrin du Chemin. Da die Herrschaft an der Straße von Paris nach Fontainebleau lag, waren häufiger französische Könige zu Gast und so wurde eine kleine königliche Residenz erbaut. 1630 erwarb der Gutsherr und berühmte Kryptologe des Königs, Antoine Rossignol, die Burg, baute sie aus und hatte mehrmals Ludwig XIII. zu Gast. 1647 wurde auf Bitten von Ludwig XIV. ein Park mit Blick auf die Seine angelegt. 1717 fiel der Besitz an Louis de Brancas. 1730 wurde die Übernachtungsstätte des Königs durch eine Poststation ersetzt. 1807 erwarb der Comte de Monttessuy den Besitz.

1840 wurde ein Bahnhof eingeweiht, 1864 kam ein Güterbahnhof hinzu. 1900 erwarb die Gemeinde die Burg. Die Dominikaner bauten ein Kloster auf dem Plateau und errichteten eine Kapelle.

Am 10. Januar 1909 eröffnete die Société d'Encouragement à l'Aviation in Juvisy einen Flugplatz.Flight Ausgabe 2. Januar 1909

Am 18. April 1944 wurde die Stadt als strategischer Punkt von alliierten Bombern gezielt zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Juvisy wiederaufgebaut und von der wuchernden Metropolregion bald geschluckt. 1968 wurde eine Brücke über die Seine für den Verkehr freigegeben.

Verkehrsanbindung mini|Bahnhof Juvisy verfügt über einen eigenen Bahnhof. Hier verkehren die Linien C und D des RER und der TGV von Toulouse über Orléans nach Paris.

In den kommenden Jahren soll die Stadt über die Linie 7 der Pariser Straßenbahn an die Pariser Innenstadt angeschlossen werden; die Eröffnung ist für 2021 geplant. Mehrere Buslinien verbinden die Pariser Vororte im Süden miteinander, darunter die Stadtwerke von Athis-Mons, die Busse der Seine-Sénart und die Pariser Nachtbuslinien.

Wichtigste Straße ist die Route nationale 7, die durch die Stadt verläuft und von der Pariser Innenstadt nach Fontainebleau führt. Rund vier Kilometer nördlich der Stadt liegt der Flughafen Paris-Orly.

Sehenswürdigkeiten mini|Grotten im Park mini|Sternwarte Camille Flammarion Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Juvisy-sur-Orge Markthalle, erbaut 1957

Sport In der Gemeinde ist einer der beiden erfolgreichsten französischen Frauenfußballvereine, der Juvisy Essonne FCF, ansässig.

Städtepartnerschaften Thale in Deutschland Tillabéri in Niger

Persönlichkeiten Antoine Rossignol (1600–1682), Kryptologe Camille Flammarion (1842–1925), Astronom Raoul Roret (1875–1962), Autorennfahrer Raymond Queneau (1903–1976), Schriftsteller Julien Lévy (um 1910), Baustofffabrikant Pierre Dervaux (1917–1992), Dirigent Jean-Pierre Vincent (1942–2020), Theaterregisseur, Intendant des Théâtre national de Strasbourg, Administrator der Comédie-Française, Leiter des Théâtre des Amandiers in Nanterre und Regisseur Jean-Jacques Annaud (* 1943), Filmregisseur Christophe (1945–2020), Sänger, Musiker, Autor und Komponist Thierry Deroin (* 1960), Botaniker Xavier Le Roy (* 1963), Tänzer, Choreograf, Performancekünstler und Hochschullehrer Emmanuelle Marie Charpentier (* 1968), Mikrobiologin, Genetikerin, Biochemikerin und Nobelpreisträgerin Alexandre Prémat (* 1982), Rennfahrer Ladji Doucouré (* 1983), Sportler Aurélien Raphaël (* 1988), Triathlet Ouparine Djoco (* 1998), französisch-senegalesischer Fußballspieler Marie Fall (* 1998), französisch-senegalesische Handballspielerin Amanda Ngandu-Ntumba (* 2000), Leichtathletin Adel Mahamoud (* 2003), komorisch-französischer Fußballspieler Djaoui Cissé (* 2004), französisch-malischer Fußballspieler

In Juvisy-sur-Orge wurde 1982 der Terrorist Amedy Coulibaly geboren.

Literatur Le Patrimoine des Communes de l’Essonne. Flohic Éditions, Band 1, Paris 2001, ISBN 2-84234-126-0, S. 467–471.

Weblinks

Offizielle Website der Stadt Ville de Juvisy-sur-Orge bei cartesfrance.fr

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Île-de-France

Kategorie:Gegründet im 12. Jahrhundert Kategorie:Ort als Namensgeber für einen Asteroiden