mini|Signum des Ulanen-Regimentes „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7. mini|Standarte des Ulanen-Regimentes „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7. mini|Fahnenbänder der Standarte: v.l.: Fahnenband in schwarz und silber; Band des Erinnerungskreuzes von 1866 mit Schwertern; Band der Kriegsdenkmünze von 1870/71 mit Spangen von Forbach, Noisseville, Metz, Amiens, Longpré u. St. Quentin; Band des Militärehrenzeichens für den Feldzug in Baden mit Schwertern; Band der Kriegsdenkmünze 1815.
Das Ulanen-Regiment „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7 war ein preußischer Kavallerieverband mit Garnison in Bonn, Saarlouis und Saarbrücken.
Die Wurzeln des Regimentes lassen sich bis 1734, auf zwei Schwadronen des sächsischen Prinz-Clemens-Ulanen-Regiments zurückführen. Aus diesem Grunde ließ Kaiser Wilhelm II. durch A.K.O. das Gründungsdatum des Regimentes auf den 14. April 1734 zurückdatieren, so dass am 14. April 1909 das 175-jährige Jubiläum des Regimentes gefeiert werden konnte.
Geschichte Das Regiment wird durch A.K.O. am 7. März 1815 gegründet. Am 10. Mai 1816 erfolgte die feierliche Übergabe der Standarte an das Regiment. Bereits am 8. Mai abends wurde die Nagelung der Standarte vorgenommen. Dabei schlug der Brigadekommandeur Oberst von Borstell drei, jeder Eskadronchef zwei und jeder Leutnant je einen Nagel ein. Die Standarte wurde im Anschluss an die feierliche Einsegnung dem Standartenträger der 3. Eskadron übergeben. Erstmals paradiert das Regiment im Jahr darauf an König Friedrich Wilhelm III. in Douzy vorbei. Die Leistungen des Verbandes im anschließenden Manöver brachten ihm die Anerkennung des Königs ein.
1818 wurde das Regiment dem VIII. Armee-Korps zugewiesen und trat am 2. November den Marsch in die Rheinprovinz an. Bis 1819 war das Regiment provisorisch in der Gegend um Siegburg einquartiert. Dies erschwerte die kriegmäßige Ausbildung und die geordnete Unterbringung der Pferde sehr. Am Ende des Jahres zog das Regiment noch einmal in die Gegend um Euskirchen, Zülpich und Bergheim um. Am 28. September 1820 bezogen die Ulanen Bonn als neue Garnison. Dabei übernahm es die kurfürstlichen Stallungen, die dazugehörige Reitanlage und als Quartier die Welschnonnenkaserne. Im Jahr darauf wurde dem Regiment anlässlich der großen Königsrevue die allerhöchste Anerkennung zuteil.
1825 Das schwarze Lederzeug wird durch weißes ersetzt.
1872 Die Standarte erhält am 26. Mai die durch A.K.O. vom 16. Juni 1871 eingeführte Spitze mit dem Eisernen Kreuz.
Jede Eskadron erhält 32 französische Chassepotgewehre als zusätzliche Bewaffnung.
1873 Die Mannschaften werden mit dem Kavallerie-Säbel ohne Korb ausgestattet.
1876 Der Kavallerie-Karabiner 71 ersetzt die französischen Beutegewehre.
1878 Das Regiment bezieht die neue Garnison Saarburg.
1881 Die einschüssige Perkussionspistole wird durch den Kavallerierevolver M/79 ersetzt.
1890 Die hölzern geschäfteten Lanzen werden gegen Stahlrohrlanzen ausgetauscht. Außerdem wird an alle Kavallerie-Einheiten mit Ausnahme der Kürassiere der Kavalleriedegen 89 ausgegeben.
1896 Das Regiment bezieht wieder die alte Garnison in Saarbrücken.
1899 Durch A.K.O. vom 29. August wird der Gründungstag des Regimentes auf den 14. April 1734 zurückdatiert.
Einsätze des Regiments 1830 Durch die Julirevolution in Frankreich sah sich Preußen veranlasst Truppen an die Grenze zu verlegen. In der Nacht zum 1. September erhielt das Regiment den Befehl zum sofortigen Abmarsch. Es verlegte in die Gegend von Aachen und übernahm dort zusammen mit der 4. Schützenabteilung, dem 28. Infanterie-Regiment und vier Geschützen unter dem Kommando des Generals von Pfuel den Schutz der Grenze. Die 3. Eskadron wurde nach Eupen entsandt. Nachdem das IV. Armee-Korps ebenfalls in die Gegend um Aachen nachgerückt war, sollten das 7. Ulanen-Regiment und das 28. Infanterie-Regiment nach Trier verlegt werden. Auf ein dringendes Bittgesuch der Stadt und der Universität Bonn hin wurde davon jedoch abgesehen und das Regiment durfte wieder in seine alte Garnison zurückkehren. Der erhöhte Kriegsetat von 702 Pferden wurde beibehalten.
1834 Wegen der Unruhen an den Grenzen wurde veranlasst, dass vom 7. Ulanen-Regiment und dem 4. Dragoner-Regiment je eine Schwadron zur Bundesfestung Mainz abkommandiert wurde. Dieses Kommando dauerte bis 1847.
1839 Wegen der Unruhen in Belgien machte das VII. und VIII. Armee-Korps mobil. Das Regiment entsandte eine Abteilung von 70 Pferden unter dem Kommando des Premierleutnants von Schmidhals nach Aachen.
1848 Anfang März wurde die Kriegsstärke auf 602 Mann und Pferde erhöht. Anschließend wurde das Regiment an die Nahe verlegt, um Grenzdienst zu verrichten. Diesen Dienst verrichtete das Regiment im Nahetal und im Hunsrück fast fünf Monate lang. Quartier während dieser Zeit war hauptsächlich Kreuznach und Sobernheim. Die bloße Anwesenheit des Ulanen-Regimentes sorgte hier oft schon für Ruhe und Ordnung und die Eindämmung revolutionärer Stimmung in der Bevölkerung. Das Regiment musste dazu keine Waffengewalt anwenden.
1849 Das Regiment machte im Mai wegen der Unruhen in Süddeutschland mobil und verlegte, zuerst mit zwei Eskadronen, in die Gegend um Kastellaun. Der Stab und die beiden anderen Eskadronen folgten darauf. Als Teil der Reservekavallerie des I. Armeekorps am Rhein überschritt das Regiment die hessische Grenze am 13. Juni 1849. Bei Kirchheimbolanden wurde am 14. Juni bei einem Gefecht mit Aufständischen ein Ulan verwundet. Durch das schnelle Zurückweichen der Aufständischen kam es jedoch zu keinen größeren Kampfhandlungen. Im Anschluss an dieses Ereignis wurde die Festung Landau entsetzt und der Rhein bei Germersheim am 20. Juni überschritten.
Kurz nach dem Übergang gab es ein kurzes Gefecht bei Wiesenthal, in dessen Verlauf Prinz Friedrich Karl verwundet wurde. Am Tag darauf wurden die 1. und 2. Eskadron zur Erkundung gegen Karlsruhe entsandt. Sie stießen auf keine feindlichen Truppen. Am 23. Juni entsandte man dann die 3. und die 4. Eskadron Richtung Heidelberg, während die beiden anderen Schwadronen Richtung Ubstadt in Marsch gesetzt wurden. Dort gerieten sie in heftiges Artillerie- und Infanteriefeuer, verloren aber lediglich ein Pferd.
Nach der Einschließung von Rastatt löste sich der Widerstand der Revolutionäre langsam auf. Das Regiment hatte an Verlusten drei verwundete Ulanen, zwei verletzte und drei tote Pferde. Das Regiment ritt im Juli Patrouillen, die Teile davon bis Freiburg, Offenburg, Lahr und Kehl und im Schwarzwald sogar bis Lörrach gelangen ließen.
1850/65 Das Regiment kehrte am 9. Dezember 1850 nach Bonn zurück. Weil Teile seiner Garnison durch das 28. Landwehr-Kavallerie-Regiment belegt sind, bezieht es Quartier in den umliegenden Ortschaften. Durch A.K.O. vom 6. Februar 1851 wurde die Verlegung des Regiments von Bonn nach Saarbrücken (1. und 2. Eskadron) und Saarlouis (3. und 4. Eskadron) angeordnet. Das Bedauern darüber war auf allen Seiten sehr groß. Das Regiment hatte sich während seiner Zeit in Bonn die Sympathie der Bevölkerung erworben. Die Ulanen erhielten nun als Bewaffnung die Pistole M/50 (es entfielen die Steinschlosspistolen, der Karabiner und die Büchse) und der Säbel ohne Korb wurde im darauf folgenden Jahr durch den Kavalleriesäbel M/52 ersetzt.
mini|hochkant|Regimentschef Friedrich I. Am 20. Juli 1852 ernannte König Friedrich Wilhelm IV. den badischen Regenten und späteren Großherzog Friedrich I. zum Regimentschef. Der Verband erhielt durch A.K.O am 4. Juli 1860 die Bezeichnung Rheinisches Ulanen-Regiment (Nr. 7). Anlässlich der Krönung König Wilhelms entsandte man am 18. September 1861 die Regimentsstandarte nach Königsberg. Am 25. März 1865 beging das Regiment sein 50-jähriges Jubiläum.
Deutscher Krieg 1866 Das Regiment machte am 6. Mai mobil. Aus allen Teilen der Rheinprovinz wurden Reservisten eingezogen. 247 Pferde mussten auf dem freien Markt beschafft und schnellstmöglich für die Armeeverwendung trainiert werden. Am 18. Mai war das 7. Ulanen-Regiment abmarschbereit. Am 19. Mai verlegte das Regiment mit der Eisenbahn zuerst nach Koblenz und anschließend nach Halle. Am 4. Juni wurde der Marsch an die preußisch-sächsische Grenze vollzogen. Am 15. Juni, dem Tage der Kriegserklärung, standen der Stab und das 3. und 4. Eskadron, der 16. Division zugehörig, in der Nähe von Burgdorf. Die 1. Eskadron war zur Füsilier-Brigade unter Oberst von Wegener und die 2. Eskadron zur 31. Infanterie-Brigade unter General von Schöler kommandiert.
Das Regiment zog am 18. Juni mit klingendem Spiel und entrollter Standarte in Dresden ein, da die sächsischen Truppen sich Richtung böhmischer Grenze zurückgezogen hatten. Am 3. Juli, dem Tag der Schlacht bei Königgrätz, wurde das Regiment zur Sicherung der letzten Marschkolonnen nach hinten befohlen und hatte keinen Anteil an der Schlacht. Die 3. Eskadron wurde der reitenden Batterie „Caspari“ zugeteilt, die 2. und 4. zum Schutz der Batterien bei Neu-Prim. Die 1. Eskadron wurde zur Aufrechterhaltung der Verbindung zur 14. Division abgestellt. Im Verlauf des weiteren Vormarsches stellte das Regiment des Öfteren die Vorhut. So waren es dann auch zwei Züge des Regiments, die am 21. Juli zuerst Wien erblickten.
Nach dem Vorfrieden am 26. Juli verlegten die Teile des Regiments wieder zurück in ihre Garnison. Über Rodnitz nach Pilsen, von wo dann der weitere Transport per Eisenbahn erfolgte. Das 3. und 4. Eskadron sowie der Stab gingen nach Saarbrücken, 1. und 2. Eskadron nach Saarlouis in Garnison. Am 9. Oktober kam der Befehl zur Demobilisierung. Aus den Linien-Eskadronen und den Reserveeskadronen wurden fünf gleichwertige Eskadronen gebildet. Die neue 5. Eskadron übernahm Rittmeister von Waldow. Er wurde mit dieser Eskadron zum neuen Altmärkischen Ulanen-Regiment Nr. 16 kommandiert, wo es als 4. Eskadron eingegliedert wurde.
1866/69 In diesen Jahren verlor das Regiment außergewöhnlich viele gut ausgebildete Reitpferde durch diverse Pferdekrankheiten. Das Kriegsministerium bewilligte daraufhin die Beschaffung von außerordentlichen Remonten als Ersatz.
Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 Am 15. Juli 1870 erreicht das Regiment die falsche Nachricht, dass der Krieg erklärt sei. Ulanen und das Füsilier-Bataillon 69 sollen sofort aus Saarbrücken abrücken. Um 3 Uhr Morgens am 16. Juli rücken beide Truppenteile ab. Die Bevölkerung von Saarbrücken reagiert verängstigt bis panisch, besonders auch deswegen, weil das Vorratsmagazin des Regiments für die Einwohner geöffnet wird, damit den Franzosen nichts davon in die Hände fallen sollte. Am 17. Juli herrscht im Großen Hauptquartier Verwirrung über den Zustand an der Grenze bei Saarbrücken. Moltke ist nicht darüber informiert, ob der Feind bereits vorgerückt ist und Saarbrücken schon von den Franzosen besetzt sei. Mehrere Depeschen gehen von Ottweiler, dem momentanen Rückzugsort des Regimentes nach Berlin, Koblenz und Trier. Major von Pestel meldet fast stündlich an von Moltke, von Barnekow, von Witzendorff und von Herwarth. Von ihnen erhält er im gleichen Rhythmus sich teils widersprechende Depeschen.
Pestel lässt in Richtung Saarbrücken aufklären und rückt gegen 16 Uhr wieder in Saarbrücken ein. Die Ulanen sind zu diesem Zeitpunkt so gut wie wehrlos. Außer ihren Lanzen und Säbeln besitzen sie nichts um gegen den eventuellen Gegner vorzugehen. Ihre Pistolen waren wertlos, da sämtliche Munition zu Anfang des Monats Juli bei Schießübungen verbraucht wurde. In der Nacht vom 17. auf den 18. Juli stößt das II. Bataillon des Hohenzollernschen Füsilier-Regiments Nr. 40 als Verstärkung zu den Ulanen.