Kurt Liebmann (* 13. Mai 1897 in Dessau; † 12. August 1981 in Dresden) war ein deutscher Kunsthistoriker, Schriftsteller und Verleger.

Leben Liebmann war der Sohn eines Justizamtmanns und wuchs ab 1907 in Dresden auf. Etwa um 1916 herum begann er zu schreiben – hymnische Lyrik in der Tradition des Expressionismus, die auch in der expressionistischen Zeitschrift Sturm abgedruckt wurde. Nach dem Abitur war er Soldat im Ersten Weltkrieg. In Rumänien wurde er schwer verwundet und lag daraufhin zwei Jahre lang im Lazarett. Er studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie in Berlin und Halle. Aufgrund einer schweren Krankheit des Vaters und der einsetzenden Inflation musste er das Studium nach fünf Semestern abbrechen und sich als Bankbeamter den Lebensunterhalt verdienen. 1925 gründete er mit Alexander Mette in Dessau den Dion-Verlag Liebmann & Mette, der 1933 nach Berlin umzog.

Er lebte ab 1927 als freier Schriftsteller in Wernigerode, wo der Verlag seinen Sitz Am großen Bleek 20 hatteKürschners Literatur-Kalender 1928, 79*, und dann bis 1935 in Dresden. Letztmalig 1934 nennt ihn das Dresdner Adressbuch in der Lewickistrasse 35.

Nach dem Erlass der Nürnberger Gesetze musste er Im September 1935 als 25%iger „Nichtarier“ aus dem Verlag ausscheiden. Er arbeitete jedoch mit Mette weiter eng zusammen. Infolge seines Ausschlusses aus der Reichsschrifttumskammer wurde er, aller Publikationsmöglichkeiten beraubt, Buchhalter in einer Dessauer Stahlhochbau-Firma. Eine 1938 erteilte Erlaubnis, wieder schreiben zu dürfen, endete mit der Beschlagnahme seines unfertigen Buches über Nietzsche durch die Gestapo 1943.

Nach dem Ende des NS-Staats lebte Liebmann wieder in Dresden, war Sekretär des Kulturbundes und war maßgeblich am kulturellen Neuaufbau beteiligt. U. a. baute er im damaligen Bundesland Sachsen die Gewerkschaft Kunst und Schrifttum des FDGB mit auf. 1946 leitete er die große Kunstausstellung Sächsische Künstler in Dresden. Von 1950 bis 1952 arbeitete er als Kulturredakteur bei der Sächsischen Zeitung. Ab 1953 war er Dozent für Ästhetik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der Hochschule für Musik Dresden, später freischaffender Schriftsteller. Er veröffentlichte keine Gedichte mehr, sondern kulturpolitische Schriften, Reden und einige Beiträge zur Kunstgeschichte.

Darstellung Liebmanns in der bildenden Kunst

Hans Steger: Porträt Kurt Liebmann (1965; Porträtbüste, Gips Skulpturensammlung Dresden, Inv. Nr. ASN 5775)

Werke als Autor oder Herausgeber 1921 Entwerden, Lyrik 1924 Schräg geöffnet. Kreis Gedichte. Dion-Verlag Liebmann & Mette, Dessau mini|Liebmanns „Kreuzigung“ 1924 im Karl Rauch Verlag.1924 Kreuzigung. Karl Rauch Verlag, Dessau Hermann Conradi; Feuerball rollt. [Dritter Reuchlindruck. Hrsg. (Vorwort+Nachwort) Kurt Liebmann]. Dessau, Karl Rauch, 1924. 1925 Der feurige Mund, Lyrik 1925 und 1927 Das kosmische Werk. 2 Bände. Dion-Verlag Liebmann & Mette, Dessau 1927 Kosmische Rhythmen, Lyrik 1927 Dionysos-Apollo. Die Idee und Rechtfertigung der jungen Generation. Dion-Verlag Liebmann & Mette, Dessau 1930 Der Seher, Lyrik 1935 "Der Malerdichter Otto Nebel" 1937 Der unendliche Ja-Gesang. Ein Hymnus an das Leben. Dion-Verlag, Berlin 1937 Glanz der Aue. Gedichte mitteldeutscher Landschaft. Dion-Verlag, Berlin 1938 Friedrich Boettger. Ein Lebensbild. Dion-Verlag, Berlin 1954 Wassili Iwanowitsch Surikow 1955 Adolph Menzel als Graphiker 1956 Der Maler und Grafiker Oskar Nerlinger. Ein Beitrag zur Kunst der Gegenwart 1959 Junge sozialistische Kunst 1968 Édouard Manet 1970 Velazquez 1972 Hans von Marées 1977 Das Beispiel Lessing. Verlag der Kunst, Dresden 1977 (Fundus-Reihe 50) 1991 Erlebtes Leben. Gedichte aus dem Nachlass

Auszeichnungen 1967 Vaterländischer Verdienstorden in Bronze 1969 Johannes-R.-Becher-Medaille in Silber 1971 Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden 1977 Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold, Vaterländischer Verdienstorden in Silber

Literatur

Weblinks

Teil 1 und Teil 2 des Nachlasses von Kurt Liebmann in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Reichsschrifttumskammer Kategorie:Person (Dessau-Roßlau) Kategorie:Hochschullehrer (HfBK Dresden) Kategorie:Hochschullehrer (HfM Dresden) Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Silber Kategorie:Träger der Johannes-R.-Becher-Medaille in Silber Kategorie:Träger der Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Mann